In Owakudani steigt bis heute weißer, schwefelhaltiger Dampf infolge der vulkanischen Aktivität Hakones auf. Dieses Naturphänomen ist ein prägnanter Auftakt für Entdeckungen in der Präfektur Kanagawa: Neben Vulkanlandschaften erwarten Sie historische Stätten, regionale Spezialitäten und Stadtkultur.
Hakone und Odawara: Geschichte in unterschiedlichen Formen
In Hakone gehören Natur und Geschichte zu den markanten Seiten des Reiseziels. Hakone Hachiri ist eine anerkannte Japan-Heritage-Stätte im Fuji-Hakone-Izu-Nationalpark. Der Hakone-Schrein wurde 757 zu Beginn der Nara-Zeit gegründet. Der Zugang vom Heiwa-no-torii, dem Friedens-Torii am Ashi-See, zum Schrein wird von Reihen mehr als 600 Jahre alter Zedern gesäumt. So treffen an diesem Ort die Gründungsgeschichte des Schreins und eine lange gewachsene Baumallee aufeinander.
Eine andere historische Perspektive bietet Odawara Castle. Die Burg wurde als nationale historische Stätte ausgewiesen und durch Rekonstruktion und Restaurierung erhalten. Im Odawara Castle Ruins Park können Sie das ganze Jahr über verschiedene Blumen und Pflanzen sehen, darunter Kirschblüten, Glyzinien, Schwertlilien und japanische Pflaumenblüten. Der Park verbindet damit den Besuch der Burg mit wechselnden botanischen Eindrücken über das Jahr hinweg.
Auch traditionelles Handwerk gehört zu den Entdeckungen in Hakone: Die Hatajuku Parquet Hall stellt geometrische Holzmosaikkunst aus und verkauft sie. Die Handwerkstradition wird in der Präfektur außerdem durch geschmiedete Klingen aus Kamakura und authentischen Sake aus den Tanzawa-Bergen vertreten. Informieren Sie sich vor einem Besuch der Hatajuku Parquet Hall über die aktuellen Abläufe.
Regionale Spezialitäten und ihre Herstellung
Kamaboko gibt es seit dem 12. Jahrhundert. Die Variante aus Odawara wird aus Weißfisch, Eiweiß, Salz und etwas Sake hergestellt. Auf Enoshima sind Meeresfrüchte wie Shirasu, Ise-Garnelen, Sashimi, Sazae und Venusmuscheln als lokale Küche bei Touristen beliebt. Shonan Shirasu sind kleine Weißfische mit leicht salzigem Geschmack und einer weichen, luftigen Textur.
Wer sich für die Herstellung von Kamaboko interessiert, findet im Suzuhiro Kamaboko Museum einen Workshop zu Kamaboko und Chikuwa unter Anleitung von Handwerksmeistern. Für die Teilnahme ist eine Reservierung erforderlich; prüfen Sie vorab die aktuellen Abläufe. Eine andere Spezialität können Sie in Owakudani kennenlernen: Die Kuro-tamago-Schwarzeier werden im für Owakudani typischen sauren, heißen Schlamm gekocht. Im Owakudani Kuro-tamagokan können Besucher essen und einkaufen.
Yokohama Chinatown ist ein Beispiel für die kulinarische Landschaft der Präfektur. In Yokosuka wiederum stehen Sukajan-Jacken für eine andere lokale Geschichte: Die farbenfrohen, handbestickten Satinjacken entstanden dort Ende der 1940er-Jahre. An diesen Beispielen zeigt sich, wie unterschiedlich sich Kanagawa über Geschmack, Handwerk und regionale Kultur entdecken lässt.
Stadtkultur, Schiffe und saisonale Veranstaltungen
Das Yokohama Red Brick Warehouse ist eine Kultur- und Gewerbeeinrichtung in einem historischen Gebäude, das vor mehr als 100 Jahren errichtet wurde. Auf dem Veranstaltungsplatz finden saisonale Veranstaltungen statt, darunter das Yokohama Oktoberfest und der Weihnachtsmarkt. Da sich Veranstaltungsprogramme ändern können, lohnt es sich, vor der Reise Termine und Programm zu prüfen.
In Yokosuka erzählt das historische Museumsschiff MIKASA eine maritime Geschichte: Es wurde 1902 in England gebaut und kämpfte 1905 in der Schlacht von Tsushima. Unter Deck befindet sich ein Museum mit Präsentationen zur Geschichte des Schiffs. Wer in Yokohama eine praktische Kulturaktivität sucht, kann bei TAIKO-LAB Shin Yokohama Unterricht im Taiko-Spielen von den Grundlagen an nehmen.
Zum Shonan-Hiratsuka-Tanabata-Festival gehören etwa 300 Ornamente, die das Stadtzentrum füllen, ein Wettbewerb für Tanabata-Dekorationen und eine Parade. Das Festival ist eine wiederkehrende Tradition; prüfen Sie vor Ihrer Reise die Termine und das jeweilige Programm.
Natur und praktische Orientierung
Am Tounodake gibt es verschiedene Routen, die sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Bergsteiger geeignet sind. Wer Kanagawa auch über das Wasser erschließen möchte, kann die Tokyo Bay Ferry als eigenen Reisebaustein berücksichtigen: Sie verbindet den Kurihama Beach in Yokosuka in der Präfektur Kanagawa mit Kanaya in Futtsu in der Präfektur Chiba. Die Überfahrt dauert schätzungsweise 40 Minuten. Prüfen Sie vor der Reise den Fahrplan und den Betrieb für Ihren Termin.
Die zahlreichen Naturräume der Präfektur Kanagawa sind von Tokio aus leicht erreichbar; Reisezeiten und Verkehrsbedingungen können variieren. Für die Wahl eines passenden Ausgangspunkts empfiehlt es sich daher, zunächst die Erlebnisse zu gewichten, die Ihnen wichtig sind – etwa Hakones Vulkanlandschaft und Schreingeschichte, Odawaras Burg und Spezialitäten oder die Stadtkultur Yokohamas und Yokosukas. Anschließend können Sie die für Ihre Reise relevanten Verbindungen und Termine prüfen.
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