Am Stadtturm lassen sich in Korneuburg mehrere Zeitschichten an einem Bauwerk ablesen: Der mittelalterliche Turm ist in das Rathaus integriert und wurde über dem Chor der ehemaligen Nikolaikirche errichtet. Seine Geschichte führt von der Bauzeit im 15. Jahrhundert bis zu seiner früheren Nutzung als Museum – ein aufschlussreicher Auftakt zur Stadtgeschichte.
Stadtturm und Stadtmauer
Der Stadtturm entstand in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und war um 1445 fertiggestellt. Er bietet eine weite Sicht auf Korneuburg und die Umgebung. Nach einer umfassenden Restaurierung von 1888 bis 1890 wurde hier das erste Museum der Stadt untergebracht. Diese frühere Nutzung gehört ebenso zur Geschichte des Turms wie seine Verbindung mit dem Rathaus und der ehemaligen Nikolaikirche.
Auch die Stadtbefestigung erzählt von Korneuburgs Vergangenheit: Um 1300 wurde die Stadt unter König Albrecht I. mit einer Mauer und einem vorgelagerten Graben befestigt. Von der einst 1.650 Meter langen Stadtmauer sind 278 Meter erhalten; die erhaltene Mauer ist bis zu fünf Meter hoch. An diesen Zahlen zeigt sich, wie viel vom ursprünglichen Bauwerk heute noch vorhanden ist – und wie deutlich sich die erhaltenen Abschnitte von der einstigen Gesamtlänge unterscheiden.
Kirchen, Kunst und mittelalterliches Erbe
Die Augustinerkirche erhielt durch einen Neubau von 1745 bis 1763 ihre spätbarocke Gestalt. Ab 1764 schuf Franz Anton Maulbertsch die meisten ihrer Altarbilder. Am Hochaltar befindet sich sein Fresko „Das letzte Abendmahl“. Bauzeit und Ausgestaltung liegen damit in aufeinanderfolgenden Phasen: Die Architektur setzt den spätbarocken Rahmen, während Maulbertschs Arbeiten die Ausstattung prägen.
Bei der Pfarrkirche St. Ägyd reicht die überlieferte Geschichte weiter zurück. Sie wurde vermutlich erst Ende des 13. Jahrhunderts errichtet und erstmals 1300 urkundlich erwähnt. Ihr gotischer Chor stammt aus dem 14. Jahrhundert; das gotische Sakramentshäuschen wurde 1382 gestiftet. Diese Details machen unterschiedliche Epochen an derselben Kirche fassbar, ohne dass sich ihre Baugeschichte auf ein einziges Datum reduzieren lässt.
Die barocke Dreifaltigkeitssäule ist eine Pestsäule und wurde 1747 vom Korneuburger Kaufmann Johann Michael Jochinger gestiftet. Sie zeigt die Heiligen Ägydius, Johannes den Täufer und Jakobus den Älteren; ihr Chronogramm ergibt die Jahreszahl 1778. Auch der Rattenfängerbrunnen ergänzt das Bild historischer Kunst im Stadtraum: Er wurde 1898 errichtet, die Rattenfängerstatue schuf der Bildhauer Emanuel Pendl.
Ein weiteres Kapitel ist die ehemalige Synagoge „Rossmühle“. Sie wurde in der ersten Hälfte oder im zweiten Drittel des 14. Jahrhunderts erbaut und war das Zentrum des jüdischen Lebens. Als Zeugnis mittelalterlicher Synagogenarchitektur zählt sie zu den wichtigsten im deutschsprachigen Raum. Ihre Geschichte erweitert den Blick auf Korneuburgs Kulturerbe um einen bedeutenden Teil des früheren jüdischen Lebens.
Stadtgeschichte im Museum und auf dem Markt
Das Stadtmuseum Korneuburg wird vom Museumsverein Korneuburg gestaltet und betrieben. Zahlreiche Schiffsmodelle dokumentieren dort die Bedeutung der ehemaligen Schiffswerft für die Stadt. Sie geben der Industrie- und Stadtgeschichte einen konkreten Anknüpfungspunkt: Neben Türmen, Kirchen und Befestigungen gehört auch die frühere Schiffswerft zu den Themen, die Korneuburg geprägt haben.
Zum heutigen Stadtleben gehört der Wochenmarkt mit regionalen Produkten. Er findet dienstags und freitags von 6:00 bis 12:30 Uhr statt. Wenn Sie den Marktbesuch einplanen, prüfen Sie die Zeiten vorab, da sich der Zeitplan ändern kann. So lässt sich dieser Teil des Aufenthalts gezielt mit Ihrem Interesse an regionalen Produkten verbinden.
Radwege und Orientierung vor Ort
Auch Radfahrende finden in Korneuburg mehrere benannte Anknüpfungspunkte. Der Radweg „Sagenhaft rund um die Burg Kreuzenstein“ verbindet mehrere 10-vor-Wien-Gemeinden, darunter Korneuburg. Eine Themenstation dieses Radwegs heißt „Der Rattenfänger in Korneuburg“. Außerdem liegt Korneuburg an Etappe 7 des Donauradwegs. Die beiden Routenbezüge setzen unterschiedliche Akzente: Der eine ist als Themenradweg benannt, der andere als Etappe einer bekannten Radroute.
Zur Landschaft der Stadt gehören die Donauauen, von deren natürlicher Landschaft Korneuburg umgeben ist. In Korneuburg gibt es außerdem einen Beachvolleyballplatz. Damit stehen neben den historischen Entdeckungen auch Natur- und Bewegungsinteressen als mögliche Themen für die Reiseplanung im Raum, ohne dass daraus ein festes Programm folgt.
Für die Orientierung gibt es Bahn-, Stadt- und Regionalbusverbindungen sowie einen Jugendshuttlebus. Zu den weiteren genannten Möglichkeiten zählen E-Scooter, E-Bikes, nextbike-Fahrräder, E-Lastenfahrräder, E-Car, E-Carsharing, E-Tankstellen, ein Taxidienst und Fortbewegung mit dem Fahrrad. Da sich Angebote ändern können, lohnt sich ein Blick auf aktuelle Verbindungen, wenn Sie Ihre Wege danach planen.
Weitere Reiseziele entdecken: Stockerau, Korneuburg, Sierndorf, Untermallebarn, Oberrohrbach, Rußbach, Stetten, Harmannsdorf, Hagenbrunn, Bisamberg, Pettendorf, Tresdorf, Stetteldorf Am Wagram, Langenzersdorf, Großrußbach, Enzersfeld Im Weinviertel, Hausleiten, Niederhollabrunn, Ernstbrunn.
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