Kellergassen und Weinbaugeschichte
Die Kellergassen prägen das Landschaftsbild von Enzersfeld. Insgesamt gibt es acht; in ihnen liegen mehr als 200 Presshäuser und Vorkappeln. Dieser Umfang macht die Kellergassen zu einem zentralen Thema für alle, die den Ort zu Fuß erkunden und seine lokale Bau- und Weinbaugeschichte kennenlernen möchten. Sie können die Kellergassen auf markierten Wegen durchwandern.
Auch der Weinbau reicht weit zurück: Für 1343 ist er in Enzersfeld belegt. In diesem Jahr wurden in „Engelschalichsveld“ Neurisse von Weingärten erwähnt. Der historische Ortsname und die frühe Erwähnung geben einen konkreten zeitlichen Bezug zur Kulturlandschaft, die heute von den Kellergassen geprägt wird. Damit stehen in Enzersfeld sowohl ein lange zurückreichender schriftlicher Hinweis auf den Weinbau als auch erhaltene bauliche Zeugnisse im Mittelpunkt.
Zu Fuß unterwegs und Feste im Jahreslauf
Für eine Wanderung mit klar umrissenem Zeitrahmen bietet sich der Riedenweg als Orientierung an: Der Rundwanderweg ist vier Kilometer lang, die Gehzeit beträgt etwa 60 Minuten. Diese Zeitangabe bezieht sich auf den Riedenweg. Wenn Sie stattdessen die Kellergassen erkunden möchten, führen dort markierte Wege zu Fuß durch die örtliche Kulturlandschaft. Für Führungen durch die Kellergassen empfiehlt die Gemeinde zertifizierte Kellergassenführerinnen und Kellergassenführer. Klären Sie vorab, ob eine Führung zu Ihrem gewünschten Termin verfügbar ist.
Zum Jahreskalender gehören zwei jährlich stattfindende Weinfeste. Im Mai umfasst das Kellerfest in den Enzersfelder Kellergassen Weinverkostungen durch örtliche Winzer und Weinhauer. Im Oktober bietet das „stürmisch staubige“ Hallo-Wein-Fest Verkostungen von Sturm, Staubigem und dem ersten Jungwein des neuen Jahrgangs. Die Monate geben Ihnen eine grobe Orientierung für die Reiseplanung; die konkreten Festtermine können variieren. Wenn Sie Ihre Reise auf eines der Feste abstimmen möchten, prüfen Sie die Termine vorab.
Kirche, Kapelle und weitere Ortsmerkmale
Auch die Kirchengeschichte lässt sich an konkreten Bau- und Ausstattungselementen nachvollziehen. Die Kirche Maria Geburt wurde 1681 aus einer früheren Kapelle errichtet. Diese blieb als Presbyterium beziehungsweise Hochaltarraum erhalten. Der barocke Hochaltar der alten Kirche ist heute der Marienaltar. Die östlich gelegene Kreuzigungsgruppe der Pfarrkirche wurde um 1720 errichtet und 2015 renoviert. Die Baugeschichte verbindet so einen erhaltenen Teil des früheren Sakralbaus mit späteren Ausstattungsstücken.
Unterhalb der Maria-Lourdes-Kapelle befindet sich das stets fließende Tettenhauerbründl. Die Pestsäule in der Korneuburger Straße zählt ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten von Enzersfeld. Als weiterer Orientierungspunkt für die Kellergassen wurde 2008 der Pappelspitz angelegt: ein naturnah gestaltetes, dreieckiges Grundstück mit 25.000 Quadratmetern, das als Eingangsbereich zu den Kellergassen dient. Seine Anlage und die Wege durch die Kellergassen geben unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Besuch: Sie können sich bei der Wanderung am markierten Weg orientieren oder die baulichen und historischen Details in den Vordergrund stellen.
Weitere Reiseziele entdecken: Stetteldorf Am Wagram, Hausleiten, Pettendorf, Tresdorf, Langenzersdorf, Stetten, Sierndorf, Oberrohrbach.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Korneuburg.