In Lilienfeld treffen Klostergeschichte, eine besondere Parklandschaft und Aktivitäten am Muckenkogel aufeinander. Das Zisterzienserstift wurde 1202 von Babenbergerherzog Leopold VI. dem Glorreichen gegründet und gilt als größtes mittelalterliches Kloster Österreichs. Die Ziele setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Im Stift stehen historische Räume im Mittelpunkt, am Muckenkogel Wege, Aussicht und Berglandschaft. So können Sie für Ihren Aufenthalt auswählen, ob Sie Lilienfeld vor allem kulturell oder draußen erkunden möchten.
Stift Lilienfeld und seine Geschichte
Das Stift kann ohne Führung betreten werden. Zu seinen Besonderheiten gehören der mittelalterliche Kreuzgang, die Kirche und der ebenfalls mittelalterliche Kapitelsaal sowie das neugotische Brunnenhaus. Damit verbindet ein Besuch Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen. Die Bibliothek des Stifts wurde um 1730 geschaffen. Zu ihrem Bestand zählen 39.000 Neudrucke, 119 Wiegendrucke und 226 Handschriften. Die drei Zahlen machen die verschiedenen Bestandsgruppen greifbar und geben einen eigenen Einblick in die Sammlung des Hauses.
Auch der Stiftspark eröffnet einen anderen Blick auf Lilienfeld. Die Parklandschaft ist im Geist des frühen 19. Jahrhunderts angelegt; zu ihr gehören exotische Bäume, verschlungene Wege, Bäche und kleine Teiche. Wer sich für historische Gartenanlagen interessiert, findet hier einen Kontrast zu den Räumen und Bauwerken des Stifts, ohne dafür den kulturellen Schwerpunkt des Ortes zu verlassen.
Museum und Mathias Zdarsky
Das Museum Lilienfeld behandelt den Silber- und Kohlebergbau, die Wallfahrtsstraße nach Mariazell sowie die Industrie- und Naturgeschichte des Bezirks. Zu den gezeigten Beständen gehören Mineralien, Fossilien und eine Insektensammlung; außerdem gibt es eine historische Webstube. Das Museum ist nach dem Stand vom 4. September 2026 wegen Umbaus geschlossen. Prüfen Sie vor einem geplanten Besuch, ob sich der Status geändert hat.
Ein weiterer Teil der Lilienfelder Geschichte ist mit Mathias Zdarsky (1856–1940) verbunden. Er lebte ab dem späten 19. Jahrhundert in Lilienfeld und entwarf eine stabile Skibindung, die das Befahren steiler Hänge ermöglichte. Auf den Lilienfelder Bergen entwickelte er die „Alpine (Lilienfelder) Skifahr-Technik“. Am 19. März 1905 veranstaltete er am Muckenkogel den ersten Torlauf der alpinen Skigeschichte. Im Zdarsky-Stüberl des Gasthauses Eberl erinnern Fotos und Dokumente an ihn.
Wege, Aussicht und Radfahren
Der Muckenkogel bietet Möglichkeiten zum Spazieren, Wandern, Klettern und Mountainbiken durch Wälder und Wiesen. Vom Muckenkogel reicht der Blick im Norden über das Donautal und im Süden weit in die Alpen. Die Almregion rund um den 1.248 Meter hohen Berg wird durch einen Sessellift erschlossen. Aussicht, verschiedene Aktivitäten und die Lift-Erschließung geben Ihnen mehrere Aspekte, die Sie bei der Wahl Ihrer Unternehmungen berücksichtigen können.
Die Rundtour von Lilienfeld auf den Muckenkogel umfasst Almen, Aussichtspunkte, zwei Wasserfälle und mehrere Einkehrmöglichkeiten. Ein anderer Weg führt von der Talstation zum Kolmer Wasserfall und über den Kolmsteig weiter zum Kleinen Wasserfall und zur Lilienfelder Hütte. Die beschriebenen Ziele helfen, die Touren nach ihren Stationen zu unterscheiden: Die Rundtour bündelt mehrere Landschaftsmerkmale, während der andere Weg eine Folge benannter Wasserfälle und die Hütte zum Ziel hat.
Auch der Traisental-Radweg führt über Wilhelmsburg nach Lilienfeld. Auf diesem Teilstück verläuft er über asphaltierte Uferwege und ruhige Nebenstraßen; gröbere Steigungen gibt es dort nicht. Damit ergänzen Radwege die Möglichkeiten am Muckenkogel um eine eigene Art, die Umgebung zu erkunden. Kulturgeschichte, Bergaktivitäten und Radfahren bilden so unterscheidbare Schwerpunkte für Ihre Zeit in Lilienfeld.
Weitere Reiseziele entdecken: Ramsau Bei Hainfeld, Mitterbach Am Erlaufsee, Kaumberg, Annaberg Bei Mariazell, Türnitz, Rohrbach an der Gölsen, Wienerbruck, Traisen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lilienfeld.