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Am 19. März 1905 veranstaltete Mathias Zdarsky am Muckenkogel den ersten Torlauf der alpinen Skigeschichte. Dieses konkrete Datum macht den Berg zu einem Schauplatz der frühen alpinen Skigeschichte, während seine Wege unterschiedliche Perspektiven auf die Landschaft eröffnen.

Am Muckenkogel: Wege und Wintersportgeschichte

Der Muckenkogel lässt sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem urigen Einer-Sessellift erreichen; der Liftbetrieb ist saisonal. Auf dem Berg gibt es gut markierte Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auch bei Skitourengehern ist der Muckenkogel beliebt. Wer eine bestimmte Tour plant, kann die verschiedenen Zugänge und Zeitangaben als Orientierung für die eigene Tagesgestaltung heranziehen, ohne die Wege gleichzusetzen.

Der Wasserfallsteig führt von der Talstation des Sessellifts Lilienfeld zur Lilienfelderhütte (Gschwendt). Für die etwa 1,5 Kilometer lange Strecke ist eine Gehzeit von ungefähr 1,5 Stunden angegeben. Eine andere Zeit- und Längenangabe bietet der Pater Exinger Weg: Er führt von der Kreuzung Friedhofsgasse/Höhenstraße zum Stillen Tal und dauert 40 bis 50 Minuten bei einer Strecke von ungefähr zwei Kilometern. Am Muckenkogel ist außerdem ein Mathias Zdarsky-Erfinderweg angelegt, der sich besonders für Anfänger eignet. Ein weiterer Rundweg führt in etwa 2,5 Stunden von der Bergstation über den Muckenkogel und die Hinteralm und über die Klosteralm zurück.

Stift, Museum und Pilgergeschichte

Das Zisterzienserstift Lilienfeld wurde 1202 von Herzog Leopold VI., dem Glorreichen, gegründet. Ein besonderes Detail seiner Geschichte ist das Siegel auf der Urkunde, mit der Herzog Friedrich II. der Streitbare die Gründung bestätigte: Es zeigt erstmals den Bindenschild, das Wappen Österreichs. Auch der Stiftspark hat eigene Entdeckungen zu bieten. Seine Parklandschaft umfasst exotische Bäume, verschlungene Wege, Bäche und kleine Teiche. Am höchsten Punkt des Parks steht der sogenannte Chineser, eine pagodenartige Aussichtswarte.

Das Museum Lilienfeld führt durch verschiedene Themen der Bezirksgeschichte: Silber- und Kohlebergbau, die Wallfahrtsstraße nach Mariazell sowie Industrie- und Naturgeschichte gehören dazu. Zu sehen sind unter anderem Mineralien und Fossilien. Daneben zeichnet das Museum anhand sehenswerter Wintersportgeräte aus früheren Zeiten die Erfolgsgeschichte eines Pioniers nach, der als Begründer der alpinen Skitechnik gilt. Lilienfeld selbst wird seit Beginn der Pilger- und Wallfahrtstradition als wichtiger Zwischenstopp an der Via Sacra beschrieben. In der Schreibstube des Stifts können Kinder mittelalterliches Schreiben mit Feder und Tinte ausprobieren; erkundigen Sie sich vor dem Besuch, ob das Angebot verfügbar ist.

Orchideenberge und Aussichtspunkte

Die Gipfel von Lilienfeld gelten sogar bei Botanikern als Orchideenberge. Die Orchideenroute verläuft auf halber Höhe entlang des steilen Bergmassivs. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen. Eine weitere Aussicht eröffnet die Warte auf dem 587 Meter hohen Parapluie: Von einer Felskanzel reicht der Blick zum Stift Lilienfeld und zum Spitzbrand. Auch für diesen Weg sollten Sie die Bedingungen vor dem Aufbruch prüfen.

Die 1.313 Meter hohe Hinteralm ist der höchste Punkt von Lilienfeld. Von dort reicht der Blick nach Norden über das Donautal und nach Süden weit in die Alpen. Eine andere, größere Landschaftsbetrachtung bietet der Bezirk: Drei Viertel davon sind mit Wald bedeckt, weshalb er als die „Grüne Lunge“ Niederösterreichs gilt. So stehen am selben Reiseziel konkrete Aussichtspunkte und eine weitläufige Waldlandschaft nebeneinander.

Jahreszeiten, Einkehr und besondere Termine

Zu den wiederkehrenden Terminen zählt die traditionelle Almmesse bei der Klosteralm. Sie findet jährlich zu Mariä Geburt im Zusammenhang mit dem Almabtrieb statt. Auch das Nostalgieschirennen findet jährlich im März statt und startet bei der Hütte. Prüfen Sie die Termine und Abläufe für das jeweilige Jahr vorab. Im Freibad Lilienfeld gehören ein beheiztes Becken, ein Plantschi-Land für Kleinkinder, ein Spielbach und eine großzügige Liegewiese inmitten der Natur zum Angebot. Da die Anlage saisonal betrieben wird, empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Betriebsinformationen vor dem Besuch.

Die Lilienfelder Hütte bietet auf 956 Metern bodenständige Küche mit Schmankerln von umliegenden Bauernhöfen. Da sich Betriebstage ändern können, prüfen Sie diese vor einem Besuch. Wer dort übernachten möchte, findet kuschelige Lager; eine Übernachtung erfordert eine Buchung im Voraus. Die Hütte ist damit zugleich ein Ziel am Wasserfallsteig und ein Ort, an dem sich Einkehr und Übernachtung planen lassen.

Weitere Reiseziele entdecken: Türnitz, Ramsau bei Hainfeld, Kaumberg, Annaberg bei Mariazell, Erlaufboden, Mitterbach am Erlaufsee, Hohenberg, Wienerbruck, Oberried, Sankt Aegyd am Neuwalde, Lilienfeld, Traisen, Sankt Veit an der Gölsen, Eschenau an der Traisen, Kleinzell, Rohrbach an der Gölsen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Niederösterreich.

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