Am südlichen Abhang des Hochleitenwaldes, am Nordwestrand des Marchfeldes, liegt Bockfließ genau an der Grenze zwischen der Marchfeldebene und dem Weinbaugebiet Südliches Weinviertel. Wege, Aussicht und historische Orte bieten verschiedene Zugänge zu dieser Landschaft: Am Franzosensprung treffen Kellergasse und Fernblick aufeinander, während Denkmäler und die Altstatt von der Ortsgeschichte erzählen. Wenn Sie eine Ferienwohnung für einen Aufenthalt in Bockfließ suchen, geben diese Themen Anhaltspunkte, um den Ort nach den eigenen Interessen einzuordnen.
Wandern zwischen Kellergasse und weitem Blick
Der Franzosensprung ist die steilste und tiefste Stelle der Bockfließer Hauptkellergasse, die auch Unterer Tiefweg oder Untere Kellergasse heißt. Eine 2010 errichtete Aussichtsplattform am Franzosensprung bietet einen weiten Blick über das Marchfeld und das Weinbaugebiet. Hier kommen zwei unterschiedliche Ortsmerkmale zusammen: die markante Geländeform der Kellergasse und die Aussicht über Ebene und Weinbaugebiet.
Für eine Wanderung mit benanntem Ziel führt der etwa 5,9 Kilometer lange „8500 Schritte Weg“ bis zum Aussichtsturm am Franzosensprung. Bockfließ ist außerdem Teil des 70 Kilometer langen Regionsrundwegs „Wanderpuzzle Wolkersdorf“. Gelbe Wegweiser markieren diesen Rundweg, der an Sehenswürdigkeiten, Naturschönheiten und Aussichtspunkten vorbeiführt. Die Angaben setzen zwei Maßstäbe nebeneinander: etwa 5,9 Kilometer für den Weg bis zum Aussichtsturm und insgesamt 70 Kilometer für den regionalen Rundweg.
Ortsgeschichte in mehreren Zeitschichten
In der Altstatt ist das ehemalige jüdische Ghetto von Bockfließ mit seinem viereckigen Platz noch erkennbar. Ein Denkmal und eine Tafel erinnern an die jüdische Geschichte des Ortes. Platzform und Erinnerungszeichen stehen so nebeneinander: Die eine Spur ist Teil der historischen Ortsstruktur, die anderen halten die jüdische Geschichte ausdrücklich im Gedächtnis.
Auch die Pfarrkirche und das Schloss zeigen unterschiedliche Baugeschichten. Das heutige Gotteshaus der Pfarrkirche Bockfließ wurde von 1874 bis 1876 im neugotischen Stil erbaut. Schloss Bockfließ ist im 15. Jahrhundert als Wasserburg bekannt und wurde im 18. Jahrhundert zu einer kastellartigen Festung umgestaltet. Wer die Ortsgeschichte zeitlich einordnen möchte, findet hier sowohl eine mittelalterliche Vorgeschichte des Schlosses als auch einen späteren Kirchenbau.
Zu den markanten Erinnerungsorten zählt der Pranger von Bockfließ: Bemerkenswert sind seine zwei unterirdischen Kotterzellen, die in Österreich einmalig sind. Eine andere Geschichte erzählt die barocke Dreifaltigkeitssäule. Hans Adam Graf von Abensperg und Traun ließ sie 1729 als Dank dafür errichten, dass seine Familie von der Pest verschont geblieben war. Die Johannessäule wiederum ließ der Geschäftsmann Franz Falkensamer 1737 errichten. Die Säulen stehen damit für unterschiedliche Stiftungen und Jahre; der Pranger fällt durch seine besondere bauliche Anlage auf.
Kräutergarten und Wein
Der FNL Kräutergarten Bockfließ bietet Kräutergartenrundgänge nach telefonischer Voranmeldung an. Die vorherige Anmeldung gehört also zur Planung, wenn Sie diesen Programmpunkt einbeziehen möchten. Auch der Weinbau ist Teil des Ortsbildes: Auf den vorwiegend nach Süden ausgerichteten Hügeln von Bockfließ reifen weiße und rote Weine, die von Bauern den Gästen angeboten werden. Aussicht, Wege, Geschichte und Weinbau bilden unterschiedliche Schwerpunkte für die Erkundung des Ortes.
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