Stadtwald und Wanderwege
Der Mödlinger Stadtwald umfasst rund 350 Hektar und liegt vollständig im Landschaftsschutzgebiet Wienerwald sowie im Naturpark Föhrenberge. Ausgewiesene Waldbadeplätze mit Liegen eröffnen einen weiteren Zugang zum Wald; einer davon befindet sich beim Waldklassenzimmer oberhalb der Meiereiwiese. Da sich die Ausstattung ändern kann, prüfen Sie den Zustand der Plätze vor Ihrem Besuch.
Für Wanderungen bietet das Mödlinger „Tut gut!“-Wandernetz drei Routen, die alle beim Föhrenhof beginnen. Die kurze Route ist barrierefrei und führt am Mödlinger Waldklassenzimmer sowie am Salamanderbiotop vorbei. Beschilderung und Barrierefreiheit sollten Sie vor Ort prüfen. Am anderen Ende des Routenspektrums steht die längste und anstrengendste Variante: Sie erschließt die meisten Staffagenbauten des Fürsten Liechtenstein, darunter den Schwarzen Turm, die Augengläser und den Johannessteig. So lassen sich eine kurze, barrierefreie Route und eine ausdrücklich als besonders lang und anstrengend beschriebene Wanderung voneinander unterscheiden.
Ein weiteres Ziel im Naturpark Föhrenberge ist der Husarentempel auf 496 Metern Höhe. Joseph Kornhäusel errichtete den heutigen Tempel 1813 als „Tempel des Kriegsruhms“. Er ist einer von acht Türmen der Themenwanderung „Die Türme des Wienerwaldes“. Eine Etappe führt von der Meiereiwiese in Mödling über den Husarentempel nach Gumpoldskirchen. Der Mödlinger Rundwanderweg 448 erreicht Mödling am Ende der Wanderung über die Goldene Stiege.
Geschichte und Musik
Auch die Stadtgeschichte lässt sich an konkreten Orten ablesen. Ab 1177 lebte eine Nebenlinie der Babenberger auf der Burg Mödling. Während der ersten Wiener Türkenbelagerung brannte die Burg 1529 nieder. Am Standort der Pfarrkirche St. Othmar stehen seit mehr als 1.000 Jahren Kirchen; der heutige Bau ist die siebente Kirche in ununterbrochener Folge an diesem Ort. Die Burg und die Kirche stehen damit für unterschiedliche historische Kapitel Mödlingens.
Im Mödlinger Hafnerhaus arbeitete Ludwig van Beethoven an der Hammerklaviersonate in B-Dur op. 106, den Diabelli-Variationen op. 120, den Mödlinger Tänzen und der „Missa solemnis“ op. 123. Beethoven verbrachte dort die Sommermonate 1819; ein Aufenthalt im Jahr 1818 ist nicht eindeutig erwiesen. Für eine Besichtigung der Beethoven-Gedenkstätte ist eine Voranmeldung oder Terminvereinbarung erforderlich. Stimmen Sie den Besuch daher vorab ab.
Eine andere Musikgeschichte erzählt das Schönberg-Haus: Arnold Schönberg lebte von 1918 bis 1925 in dem Haus in Mödling. Aufgrund der dort entwickelten Kompositionsmethode wird es oftmals als „Geburtsstätte der 12-Ton-Musik“ bezeichnet. Die Dauerausstellung umfasst Originalmobiliar und Originalinstrumente. Hier stehen also sowohl ein konkreter Wohnort als auch die Entstehungsgeschichte einer Kompositionsmethode im Mittelpunkt.
Museen und Bauhausarchitektur
Das Volkskundemuseum mit Hausgarten verbindet Alltags- und Regionalgeschichte. Seine Sammlung ist seit 1984 in einem Weinhauerhaus aus dem 16. bis 17. Jahrhundert zu sehen. Die Dauerausstellung behandelt Wald- und Landwirtschaft, Handwerk und Weinbau; dazu gehört auch eine rekonstruierte Küche des 19. Jahrhunderts mit einem „Sparherd“. Im Stadtverkehrsmuseum Mödling behandelt die Dauerausstellung die Elektrische Bahn Mödling–Hinterbrühl. Das Museum Mödling widmet sich unter anderem der Entstehung der Landschaft, den Gesteinen und der Urgeschichte von der Steinzeit bis zu den Römern.
Ein weiterer architektonischer Akzent ist das in den 1920er-Jahren errichtete Stadtbad Mödling. Es verfügt über Österreichs erste Schwimmhalle außerhalb Wiens und gilt als einziges Bad Österreichs, das den unverwechselbaren Bauhausstil bis in die Gegenwart bewahrt hat. Der Vergleich mit den historischen Häusern und Museen zeigt, wie unterschiedliche Epochen in Mödling durch ihre Bauwerke und Sammlungen greifbar werden.
Unterwegs und regional genießen
Auch eine Radroute verbindet mehrere Seiten der Region: Die Mödlingbach-Radroute verläuft entlang des Mödlingbachs durch Biedermannsdorf, Wiener Neudorf, Mödling und Hinterbrühl und ist durchgehend ausgeschildert. Für die Verbindung mit Wien und Baden ist der zentral gelegene Bahnhof Mödling ein Orientierungspunkt; prüfen Sie die Fahrpläne für Ihren Reisetag.
Zur regionalen Ess- und Weinkultur gehören die Weingärten rund um Mödling. Ihre Trauben werden für regionstypische Weine verwendet, und in den Mödlinger Heurigen lässt sich die Vielfalt dieser Weine unmittelbar erleben. So ergänzen Naturerlebnisse, historische Orte, Museen und Weinbau einander, ohne dass ein Besuch auf nur ein Thema festgelegt ist.
Weitere Reiseziele entdecken: Vösendorf, Perchtoldsdorf, Gumpoldskirchen, Brunn Am Gebirge, Achau, Guntramsdorf, Gaaden, Münchendorf, Hinterbrühl, Breitenfurt, Wiener Neudorf, Maria Enzersdorf, Mödling, Gruberau, Hennersdorf Bei Wien, Sittendorf Bei Wien, Grub.
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