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Maria Enzersdorf liegt im südöstlichen Wienerwald direkt vor den Toren Wiens. Burg Liechtenstein, Wege am Kalenderberg und ein vielfältiges kulturelles Erbe eröffnen unterschiedliche Blickwinkel auf den Ort. Naturpark, Architektur, Museen und religiöse Geschichte lassen sich dabei als eigene Themen entdecken.

Burg Liechtenstein und Kalenderberg

Die Burg Liechtenstein zählt heute zu den bedeutendsten Burgenbauten des Historismus. Sie ist die Stammburg des Hauses Liechtenstein und eng mit dessen fast neunhundertjähriger Geschichte verbunden. Führungen durch die Räume werden seit 1812 angeboten; heute kann die Burg fast das ganze Jahr besichtigt werden und steht allen Neugierigen offen.

Der Kalenderberg, meist einfach „Liechtenstein“ genannt, ist Teil des weitläufigen Naturparks Föhrenberge. Zahlreiche Rund- und Wanderwege mit Rastplätzen führen zu Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen Burg und Schloss Liechtenstein, künstliche Ruinen, das Amphitheater, Pfefferbüchsel und der Schwarze Turm. Der Aufgang zum Amphitheater ist aus Sicherheitsgründen abgemauert.

Das Amphitheater ist eine künstliche Ruine im Föhrenwald am Kalenderberg. Fürst Johann I. von und zu Liechtenstein ließ sie 1810 als Aussichtswarte errichten. Pfefferbüchsel besteht aus den Mauerresten der sogenannten Johannes- oder Pilgerkapelle, die derselbe Fürst 1818 im Föhrenwald des Kalenderbergs errichten ließ. Die beiden Anlagen geben dem Spaziergang unterschiedliche historische Bezugspunkte.

Schlösser, Kunst und Architektur

Schloss Hunyadi ist eine spätbarocke, dreiflügelige Schlossanlage mit bemerkenswertem Stuck und Malereien. Ein Park mit altem Baumbestand rahmt das Gebäude ein. Heute dient Schloss Hunyadi als Veranstaltungszentrum für Konzert- und Theateraufführungen. Wenn Sie eine Aufführung einplanen möchten, prüfen Sie vorab die Termine.

Das Schlösschen auf der Weide zeigt außen wie innen Stilelemente des Barock und des beginnenden österreichischen Rokoko. Ein besonderes Detail befindet sich im Marmorsaal: Das Deckenfresko stammt von Johann Georg Schmidt (1694–1765), dem sogenannten „Wiener Schmidt“. Es stellt den „Triumph der Kunst und des Handels“ dar; neben der Signatur steht die Jahreszahl 1730. Architektur und Fresko bieten so zwei verschiedene Zugänge zum Gebäude: die Gestaltung der Räume und ein klar benanntes Bildthema.

Museen, Gedichte und lokale Geschichte

Im Missions-Ethnographischen Museum im Missionshaus St. Gabriel veranschaulichen zahlreiche wertvolle Exponate die Eigenheiten verschiedener Kulturen und die Missionstätigkeit des Ordens. Prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.

Das Feuerwehrmuseum Maria Enzersdorf zeigt historische Geräte und Schriftstücke, Alarmierungssysteme sowie Erinnerungen und Andenken an Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Maria Enzersdorf. Zum Ausstellungsbestand gehören das Gründungsprotokoll mit Mannschaftsfotos, ein Feuerwehrrad und zwei Fahrzeugraritäten: ein Dodge Canada, Baujahr 1948, sowie ein Opel Blitz aus dem Jahr 1967. Damit stehen neben der Technik auch Dokumente und Erinnerungsstücke aus der Geschichte der örtlichen Feuerwehr im Blickpunkt.

Seit Herbst 2020 beherbergt der Rathauspark den PoesiePark. Dort werden Gedichte aus verschiedenen Epochen vom Mittelalter bis zur Gegenwart präsentiert; der PoesiePark gilt im deutschen Sprachraum als einzigartig. Einen anderen historischen Schwerpunkt hat der Romantikerfriedhof: Wegen der Grabstätten zahlreicher Mitglieder des Wiener Romantikerkreises um den später heiliggesprochenen Clemens Maria Hofbauer (1751–1820) erlangte er bald überregionale Bedeutung. Die Friedhofskapelle ließ Josef Penkler, der damalige Besitzer der Herrschaft Liechtenstein, 1785 errichten. An der Ostseite der Kapelle befindet sich seit 1870 die Begräbnisstätte der Franziskaner.

Spaziergänge, Natur und Bewegung

Für eine kürzere Runde gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten: Der „Tut Gut!“ Schritteweg Maria Enzersdorf, Route 1, führt als entspannter Rundweg durch den Wald und an der Burg Liechtenstein vorbei. Route 2 ist eine kurze Tour durch das Industriegebiet von Maria Enzersdorf. Die beschriebenen Strecken unterscheiden sich damit vor allem durch ihr Umfeld: Wald und Burg auf der einen, das Industriegebiet auf der anderen Route.

Auch das Freizeitgelände in Maria Enzersdorf bietet einen eigenen Schwerpunkt. Es steht der Bevölkerung seit 1988 für Spiel-, Sport- und Erholungszwecke zur Verfügung. Zu den genannten Anlagen gehören ein Beach-Volleyballplatz, zwei Fußballplätze und eine Pumptrackbahn. Für religiös und historisch Interessierte sind außerdem das Franziskanerkloster Maria Enzersdorf als erste Station der Via sacra von Wien nach Mariazell sowie die seit 1730 bestehende Wallfahrt zu „Maria Heil der Kranken“ wichtige Bezugspunkte. Die Innenausstattung der Pfarrkirche Maria Enzersdorf weist Merkmale des Rokoko auf.

Anreise planen

Für die Burg Liechtenstein führt die empfohlene Busanreise mit der Linie 262 von Mödling in Richtung Gießhübl. Steigen Sie an der Haltestelle Maria Enzersdorf Siedlungsstraße aus. Der Bahnhof Maria Enzersdorf Südstadt liegt an der Wiener Lokalbahn, die umgangssprachlich Badner Bahn genannt wird. Dort halten Züge in Richtung Wien Oper sowie nach Wiener Neudorf und Baden. Da sich Verkehrsinformationen ändern können, prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan.

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