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Eine Mühle mit erster Erwähnung im Jahr 1599 und eine Pfarrkirche auf einer Anhöhe am linken Steyrufer geben Obergrünburg zwei markante historische Bezugspunkte. Die Haunoldmühle liegt zugleich im Naturschutzgebiet Steyrschlucht. So stehen Ortsgeschichte und Schluchtlandschaft an einem konkreten Ort nebeneinander. Für einen Aufenthalt lässt sich Obergrünburg über unterschiedliche Themen erschließen: sakrale Geschichte, die frühere industrielle Nutzung der Mühle und die charakteristischen Formen der Steyrschlucht.

Kirche und Kreuzkapelle: historische Bezüge

Die Pfarrkirche Grünburg ist dem heiligen Georg geweiht und liegt malerisch auf einer Anhöhe am linken Ufer der Steyr, in der Katastralgemeinde Obergrünburg. In der Geschichte des Orts steht daneben eine Burg, die Herzog Albrecht III. 1390 gleichzeitig mit Leonstein belagerte. Ihre Grundfesten wurden 1792 für den Bau der Kreuzkapelle verwendet. Der Barockaltar der Pfarrkirche Grünburg befindet sich heute in der Kreuzkapelle. Damit lassen sich mehrere historische Bezüge unterscheiden: die Widmung der Pfarrkirche, die Belagerung der Burg und die spätere Verwendung ihrer Grundfesten. Der heutige Standort des Altars ergänzt diese Ortsgeschichte um ein konkretes Ausstattungsstück.

Haunoldmühle: Erwähnung und Wandel

Die Haunoldmühle verbindet zwei unterschiedliche Zeitmarken. Erstmals wurde sie 1599 im Urbar der Herrschaft Steyr erwähnt; 1840 wurde sie zu einem Blech- und Streckwalzwerk umgebaut. Die Jahreszahlen beantworten unterschiedliche Fragen: 1599 bezeichnet die erste Erwähnung, 1840 den späteren Umbau. Die Mühle liegt in Obergrünburg im Naturschutzgebiet Steyrschlucht. Ihre besondere Kulisse war außerdem der Grund, sie als Drehort für Filmproduktionen auszuwählen. Während Kirche und Kreuzkapelle sakrale Geschichte und bauliche Weiternutzung verbinden, steht an der Mühle der Wandel ihrer Nutzung im Vordergrund.

Steyrschlucht und Kulturlandschaft

Zwischen Agonitz und Obergrünburg liegen in der Steyrschlucht sehr naturnah erhaltene Konglomeratschluchten, die 30 bis 50 Meter tief und 100 bis 200 Meter breit sind. Tiefe und Breite beschreiben zwei unterschiedliche Dimensionen: Der erste Bereich bezeichnet den Einschnitt, der zweite dessen seitliche Ausdehnung. Schotterbänke und Inseln bieten unter anderem dem Eisvogel geeigneten Lebensraum. Auch die Kulturlandschaft in Obergrünburg ist vielfältig gegliedert. Dazu zählen intensive Mähwiesen, Magerböschungen, teilweise mit Obstgehölzen bestandene Flächen und Terrassenböschungen mit teilweise jungen Fichtenaufforstungen. Auf einer trespenreichen Magerböschung wachsen Karthäuser-Nelke und Wiesen-Salbei. Schlucht, Uferbereiche und Böschungen stehen so für unterschiedliche landschaftliche Perspektiven.

R 802 Steinbach-Rundweg

Ein Einstiegspunkt des R 802 Steinbach-Rundwegs liegt an der Haunoldmühle in Obergrünburg; der Weg führt durch Steinbach/Steyr. Der Rundweg bietet damit einen anderen Schwerpunkt als die Geschichte der Mühle: einen benannten Einstieg in Obergrünburg und einen beschriebenen Verlauf durch Steinbach/Steyr.

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