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Römische Spuren am Frauenberg und in Flavia Solva

Am Frauenberg bei Leibnitz führt das Tempelmuseum durch 6.500 Jahre Siedlungsgeschichte. Das Museumsgebäude steht auf den Ruinen des Isis-Noreia-Tempels; die Baureste des römischen Tempels am Frauenberg sind etwa 2.000 Jahre alt. Am selben Ort befindet sich eines der größten keltischen Heiligtümer im gesamten Ostalpenraum. Die unterschiedlichen Zeitbezüge zeigen, wie weit die Geschichte dieses Ortes zurückreicht, ohne dass sich seine Funde auf eine Epoche beschränken.

Zu den Exponaten zählen die Reste einer Marmorstatue des Merkur, 17 Sandsteinstatuetten einer stillenden Muttergöttin und zwei keltische Goldmünzen. Das Mauerwerk des römischen Tempels wurde saniert, das Museum neu gestaltet. Wenn Sie die Fundstätte mit einer Führung erkunden möchten, können Sie eine einstündige Tour auf Anfrage buchen – auch außerhalb der Öffnungszeiten. Stimmen Sie den Termin dafür vorab ab.

Der Frauenberg gilt als Keimzelle und Ausgangspunkt der römischen Stadt Flavia Solva, die im heutigen Wagna liegt. Am Originalschauplatz zeigt Flavia Solva archäologische Exponate aus mehr als 140 Jahren Forschung. Die römische Stadt zählt zu den kultiviertesten Städten der Provinz Noricum und gilt als bedeutendster römerzeitlicher Fundplatz der Steiermark. An mehreren Punkten der archäologischen Stätte sind Informationen abrufbar; erkundigen Sie sich vor einem Besuch nach den aktuellen Details.

Kirchen und Schlossgeschichte

Die Stadtpfarrkirche Leibnitz, die St.-Jakobus-Kirche, gilt als ältestes Gebäude der Stadt und wurde vor etwa 850 Jahren errichtet. Ursprünglich war sie eine romanische Saalkirche und Filialkirche für die Marktbürger. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam ein massiver Chorturm hinzu. An der Baugeschichte lässt sich so ein weiterer Abschnitt der Leibnitzer Vergangenheit ablesen.

Eine eigene Geschichte hat die Wallfahrtskirche Frauenberg: Sie wurde 1170 erstmals urkundlich erwähnt und ist Mariä Himmelfahrt geweiht. Zu ihren Ausstattungsmerkmalen zählen Fresken und eine barocke Orgel aus dem 18. Jahrhundert. Am 13. jedes Monats findet dort eine Wallfahrt mit Prozession, Rosenkranzgebet und Messe statt. Wenn Sie diesen Termin einplanen möchten, prüfen Sie das Datum vor Ihrer Reise.

Schloss Seggau liegt auf einem sanften Hügel inmitten des südsteirischen Weinlandes. Sein Lapidarium bewahrt Zeugnisse aus der keltischen und römischen Zeit der Umgebung. Zur Schlossgeschichte gehört auch die Seggauer Liesl, die größte historische Glocke der Steiermark. Der barocke Bischöfliche Weinkeller zählt zu den ältesten und größten Weinkellern des Landes. Lapidarium, Glocke und Keller setzen unterschiedliche Akzente – von früher Geschichte bis zur Weintradition.

Weinwege, Ausblicke und Natur

Beim Bildungszentrum Silberberg führt ein stets frei zugänglicher Obst- und Weinlehrpfad durch die Schulweingärten. Seine 31 Themenstationen umfassen 21 Wein- und acht Obststationen; außerdem gibt es zwölf Erläuterungssäulen. Die Themen sind damit konkret aufgeteilt: Sie können den Weg mit Blick auf Weinbau, Obstbau oder die begleitenden Informationen erkunden, ohne dafür eine Gehzeit oder Streckenlänge vorauszusetzen.

Für einen Ausblick führt beim Restaurant Kogel 3 ein kurzer, leichter Spazierweg zur Kreuzkogelwarte auf 498 Metern Seehöhe. Von dort reicht der Rundumblick vom Hochschwab und Schöckl bis zur Koralpe, zum Pohorje und zu den Steiner Alpen. Eine andere Warte ist die 1871 errichtete Silberbergwarte: Sie liegt auf 412 Metern Seehöhe und ist mit drei Metern die kleinste Aussichtswarte der Region.

Auch die Natur hat verschiedene Facetten. Die Leibnitzer Au gilt als wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Westlich der Stadt Leibnitz vereinigen sich Laßnitz und Sulm am Fuß von Schloss Seggau. Dort treffen Auwälder, Wiesen und Feldgehölze in einer vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft zusammen. Die Flusslandschaft ergänzt die archäologischen und baulichen Entdeckungen um einen anderen Blick auf die Gegend.

Praktisch planen

Die S-Bahn-Linie 5 verbindet Graz mit der Südsteiermark und hält unter anderem in Leibnitz. Prüfen Sie vor der Abreise den aktuellen Fahrplan. Für Führungen und die monatliche Wallfahrt lohnt sich ebenfalls ein Blick auf den jeweiligen Termin.

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