Mötz lässt sich über seine Wallfahrts- und Erinnerungskultur ebenso erschließen wie über unterschiedliche Wander- und Radrouten. Ein markanter Bezugspunkt ist die Wallfahrtskirche Maria Locherboden: Sie steht östlich von Mötz auf dem höchsten Punkt des Locherboden-Hügels, auf 816 Metern Seehöhe. Hinzu kommen geschützte Kulturdenkmale, eine frühbarocke Landkirche und Touren mit verschiedenen Wegmerkmalen.
Kapellen, Kirchen und lokale Geschichte
Die Kapelle am Birgele und der Kreuzweg von Mötz zur Wallfahrtskirche Locherboden stehen laut Verzeichnis des Bundesdenkmalamts vom 30. Juni 2025 jeweils durch Verordnung unter Denkmalschutz. Die Kapelle, auch Birgele-Kreuzkapelle genannt, ist zugleich eine Gedächtniskapelle für die Schützen aus dem Gerichtsbezirk Silz, die in den Kriegsjahren 1799 und 1809 gefallen beziehungsweise verstorben sind. So treffen an diesem Ort der Denkmalschutz und eine ausdrücklich benannte Gedenkfunktion zusammen.
Auch die Pfarrkirche Maria Schnee und die Jechele-Kapelle setzen unterschiedliche architektonische Akzente: Maria Schnee ist eine frühbarocke Landkirche aus dem Jahr 1710. Die Jechele-Kapelle ist ein großer, zweigeschossig gegliederter Bildstock aus dem Jahr 1729. Wer sich für Sakralarchitektur interessiert, findet damit nicht nur einen Gebäudetyp, sondern eine Kirche, einen Bildstock und eine Gedenkkapelle mit unterschiedlichen historischen Bezügen.
Pilgerweg und Wanderungen
Der Pilgerweg Weg der Sinne verbindet die Wallfahrtskirche St. Antonius in Rietz, die Wallfahrtskirche St. Johannes in Stams und Maria Locherboden in Mötz. Die drei Kirchen geben dem Pilgerweg einen Zusammenhang über Mötz hinaus; Maria Locherboden ist dabei die Mötzer Station dieser Verbindung.
Für Wanderungen sind zwei verschiedene Beschreibungen hilfreich zu unterscheiden. Die Rundwanderung Hängebrücke Maria Locherboden führt durch den Wald zu den Innauen und über Locherboden mit der Wallfahrtskirche. Ein Abstecher zu einem Wasserfall ist möglich. Die Wanderung Mötz–Burg Klamm–Mötz führt über einen schmalen, teilweise steilen Wandersteig zu einem Wasserfall. Burg Klamm befindet sich in Privatbesitz und ist für Besucher nicht zugänglich. Die Wegmerkmale unterscheiden sich damit deutlich: Wald, Innauen und Locherboden stehen bei der einen Rundwanderung im Mittelpunkt, der schmale, teils steile Steig bei der anderen.
Radfahren in Mötz
Der Radweg Mötz ist als regionale Radroute in Tirol ausgewiesen. Die Tschirgantrunde ist eine mittelschwere Radtour mit einer Länge von 55 Kilometern. Für die Routenwahl bieten diese Angaben unterschiedliche Orientierung: Beim Radweg Mötz ist die regionale Einordnung benannt, bei der Tschirgantrunde zusätzlich die Länge und die Schwierigkeit. So lässt sich die Radplanung an der konkreten Tourenart und am genannten Umfang ausrichten.
Einblicke in Tiroler Geschichte
Eine andere Perspektive auf die Geschichte der Region bietet die Chronistenbibliothek Oberland in Mötz. Sie umfasst etwa 6.000 Publikationen sowie rund 11.000 Glasplattenaufnahmen aus ganz Tirol aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung verbindet damit einen breiten Publikationsbestand mit historischem Bildmaterial, dessen räumlicher Bezug ganz Tirol umfasst. Die Bestandszahlen sind ungefähre Angaben und können sich im Lauf der Zeit ändern.
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