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Ehrendingen liegt auf einer Anhöhe zwischen Limmattal und Surbtal am Nordwestabhang der Lägern. Drei ausgeschilderte Ehrendinger-Runden führen zu bekannten und weniger bekannten Orten im Dorf. Dazu kommen historische Bauwerke, ein virtuelles Dorfmuseum und Einblicke in die Geologie der Lägern. So lässt sich der Ort über unterschiedliche Themen erschliessen: von Landschaft und Ortsgeschichte bis zu Landwirtschaft und saisonalen Erzeugnissen.

Landschaft, Ortsrunden und Geologie

Die Informationstafeln entlang der Ehrendinger-Runden behandeln Geschichte, Geologie, Natur- und Heimatkunde. Sie geben den Runden verschiedene inhaltliche Schwerpunkte, während die Wege zu Orten im Dorf führen. Die Gipsgrube eröffnet einen anderen Zugang zur Landschaft: Von dort ist ein direkter Einblick in das Innere der Faltung der Lägern möglich. Wer sich besonders für den geologischen Aufbau interessiert, findet damit ein konkretes Thema neben den historischen und naturkundlichen Inhalten der Tafeln.

Auch die Höhle vor dem Heidewiibliloch gehört zu den beschriebenen Ausflugszielen. Sie ist eine beliebte Grillstelle für Erwachsene und Kinder. Ortsrunden, geologischer Einblick und Grillstelle stehen dabei für unterschiedliche Interessen; sie sollten nicht als ein einziger, festgelegter Besuchsablauf verstanden werden.

Kapellen, Kirchen und Mühlengeschichte

Die Gegend nördlich der Lägern war bereits in der Jungsteinzeit und Bronzezeit besiedelt. Ehrendingen selbst wurde 1040 erstmals urkundlich unter dem Namen «Aradingin» erwähnt. Eine Kapelle am Standort des Ökumenischen Zentrums ist 1370 erstmals schriftlich belegt. Um 1530 wurde an der Stelle einer früheren Kapelle die Kirche St. Blasius gebaut.

Die Agatha-Kapelle reicht Maueruntersuchungen aus dem Jahr 1994 zufolge ins 11. oder 12. Jahrhundert zurück. Aus ihrer Bauzeit stammen zwei romanische Rundbogenöffnungen mit schrägen Leibungen, eine auf der Nord- und eine auf der Südseite. Im Inneren befinden sich drei spätgotische Holzplastiken der Heiligen Agatha, Margaretha und Verena. Das Altarbild ist eine auf 1627 datierte Kreuzigungsgruppe: Die Christusfigur ist geschnitzt, Maria und Johannes sind gemalt. Seit 1966 steht die Kapelle unter Denkmalschutz.

Die Pfarrkirche St. Blasius und Franz Xaver entstand im Kern 1620. 1828 wurde sie auf ihre heutige Länge erweitert, 1837 erhielt sie den bestehenden Polygonalchor. Dieser Chor wird heute als Nebenkapelle genutzt und bewahrt einen klassizistischen Stuckmarmoraltar der Gebrüder Huttle von 1838/39 sowie einen Taufstein von 1587. Chor, Ausstattung und Turm stehen unter kantonalem Denkmalschutz.

Ein weiteres Stück Ortsgeschichte ist die Gipsmühle an der Tiefenwaag 4, die erstmals 1278 nachgewiesen ist. Der kantonale Schutz umfasst ihr Äusseres und technische Einrichtungen wie Kanal, Wasserrad und Mahlgänge. Das getreu nachgebildete unterschlächtige Mühlrad aus Eichenholz hat acht Speichen und 32 Schaufeln. Wasser wird über einen künstlichen Erdkanal zugeführt; eine Schleuse ermöglicht die Regulierung. Auch die frühere Zementproduktion gehört zur Industriegeschichte Ehrendingens: Im grossen Stil wurde hier zwischen 1892 und 1902 Zement hergestellt.

Dorfgeschichte online entdecken

Das virtuelle Dorfmuseum versammelt digitalisierte historische Fotos, Filme und Schriftstücke zu lokalen Geschichten, Orten und Personen. Es bietet vier erste Online-Ausstellungen; weitere können hinzukommen. «Ehrendingen von oben» zeigt Luftbilder aus den vergangenen 100 Jahren, «So war es einmal …» behandelt historische Ansichten des Dorfes. Die Ausstellung «Kühe, Kirschen und Kartoffeln» widmet sich der Landwirtschaft Ehrendingens. Die verschiedenen Themen bieten einen Zugang zur Dorfgeschichte über Bilder, Dokumente und lokale Lebensbereiche.

Obst und saisonale Erzeugnisse

Auf einer Obstplantage in Ehrendingen werden Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen vorwiegend für den Direktverkauf produziert. Der Hofladen der Obstplantage ist ganzjährig geöffnet und bietet weitere landwirtschaftliche Produkte. Bei Frei’s Hoflädeli können Erdbeeren auf dem Feld ab etwa Anfang Juni selbst gepflückt werden; Kirschen aus dem Obstgarten sind etwa ab Mitte Juni erhältlich. Die Zeitpunkte sind ungefähre Angaben und können je nach Wetter und Erntebedingungen variieren.

Verbindung nach Baden

Das Aargauer Nachtnetz umfasst die Linie N73 zwischen Baden und Ehrendingen. Wenn diese Verbindung für Ihre Reise infrage kommt, prüfen Sie den Fahrplan für das gewünschte Datum. So lässt sich die konkrete Anreiseplanung von den historischen und landschaftlichen Entdeckungen vor Ort getrennt betrachten.

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