Römische Bearbeitungsspuren im Steinwerk, der Fundort eines besonderen Gesteins und Kirchen aus verschiedenen Epochen geben Würenlos einen ausgeprägten kulturgeschichtlichen Schwerpunkt. Zugleich prägen Furttal, Limmat und Furtbach die Landschaft. So lässt sich ein Aufenthalt zwischen Ortsgeschichte, Architektur und Wegen am Wasser gestalten.
Zwischen Furttal und Limmat
Würenlos liegt nördlich der Limmat im Furttal und grenzt an den Kanton Zürich. Am unteren Ende des flachen Tals erhebt sich südlich die Anhöhe des Gmeumeriwaldes auf 516 Metern über Meer. Westlich liegt der Hügel Bick mit 562 Metern, am Ende des Altbergs. Nach Süden fällt das Gelände steil zur Limmat ab; der Furtbach hat ein tief eingeschnittenes Tobel gebildet, bevor er südwestlich des Ortes in den Fluss mündet.
Eine konkrete Wegstelle bietet die Wanderroute «Am Wasser: Limmat»: Sie überquert den Furtbach bei der Autobahnraststätte Würenlos. Die Route Goldküste–Limmat setzt einen anderen Maßstab: Sie ist 28 Kilometer lang, davon verlaufen 18 Kilometer auf Naturbelag, und die konditionellen Anforderungen sind leicht. Bei der Raststätte, die auch «Fressbalken» genannt wird, führt sie auf einem talquerenden Erholungsweg an der Autobahn vorbei und durch das Industriegebiet nach Wettingen. Prüfen Sie den Routenverlauf vor dem Aufbruch, da sich örtliche Bedingungen ändern können.
Steinbruch, Emma Kunz und frühe Spuren
Der Würenloser Steinbruch war zunächst ein Ort der Steingewinnung und später eine Wirkungsstätte von Emma Kunz. Beides verleiht ihm wirtschafts- und kulturgeschichtliche Bedeutung. 1942 entdeckte Kunz dort das Heilgestein «Aion A». Am Fundort wurde 1986 das Emma Kunz Zentrum als Begegnungsstätte gegründet. Im angegliederten Emma-Kunz-Museum werden abwechselnd jeweils etwa 70 Bilder der Künstlerin ausgestellt.
Auf dem Steinwerkgelände sind zahlreiche Bearbeitungsspuren erhalten, die bis in die Römerzeit zurückreichen. Eine weitere Spur früherer Nutzung liegt am Haselberg nördlich des Dorfes: Dort wurde bereits in römischer Zeit Muschelkalk als Baumaterial gebrochen. Archäologische Funde deuten außerdem darauf hin, dass das Gebiet von Würenlos schon in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit besiedelt war. Zusammen erzählen diese Orte von einer langen Geschichte der Nutzung, ohne dass jede Epoche dasselbe hinterlassen hat.
Kirchen, Kloster und historische Gebäude
Die Marienkirche entstand 1936/37 nach Plänen des Badener Architekten Alois Moser und zählt zu den ersten Betonkirchen im Kanton Aargau. Ihr geometrisches Betonmasswerk fasst farbige Glasscheiben des Stanser Malers Anton Flüeler ein. An der Alten Kirche zeigt sich eine andere Zeitschicht: Nach der Einweihung der beiden neuen Gotteshäuser wurde sie zu einem Zentrum für kulturelle Anlässe umgenutzt. Möglicherweise wurde sie nach einer Zerstörung im Alten Zürichkrieg ab 1512 von Grund auf erneuert; eingeweiht wurde sie 1519.
Kloster Fahr liegt in ruhiger Lage nahe der Limmat. Die Klosterkirche und die St.-Anna-Kapelle können besichtigt werden; die Besuchsregelungen können sich ändern. Bei öffentlichen Klosterführungen lassen sich in der Kirche auch die Marmoraltäre und Architekturmalereien erkunden. Die Kapelle bewahrt Fresco-secco-Malereien aus dem späten 13. Jahrhundert. Zum historischen Ensemble gehört das 1679 erbaute Wirtshaus «Zu den Zwei Raben», das älteste barocke Gebäude der gesamten Klosteranlage. Prüfen Sie vorab den Termin der Führungen.
Auch außerhalb der Kirchen führen historische Details durch die Ortsgeschichte. Die Geschichte der Mühlescheune reicht bis 1422 zurück; die alte Mühle in Würenlos steht zwischen der Kirche und dem Furtbach. Der Landsitz Bickguet wiederum steht über einer ausgedehnten Rebenhalde auf einer Seitenmoräne und bietet einen Rundblick auf das Limmattal. Im Mittelalter diente er dem Kloster Wettingen als Trotte und zugleich als Wohnsitz des zurückgetretenen Abtes.
Eine saisonale Option
Für einen sommerlichen Aufenthalt bietet das Freibad «Wiemel» eine weitere Facette. Es lädt seit 1972 im Sommer zum Baden ein und verfügt über ein 50-Meter-Schwimmbecken, ein Nichtschwimmerbecken sowie ein Planschbecken für Kleinkinder. Hinzu kommen zwei Beachvolleyballfelder und ein Kinderspielplatz. Da es sich um ein Freibad handelt, sind diese Angebote saisonal; prüfen Sie die aktuellen Angaben, wenn Sie Ihren Besuch darauf abstimmen möchten.
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