Das Neue Schloss Oberdiessbach wurde bewusst als offener Landsitz in die Landschaft integriert. Zusammen mit den historischen Häusern und den thematischen Infowegen gibt es Oberdiessbach eine besondere kulturgeschichtliche Seite. Zugleich führen die Wege von Orts- und Kirchengeschichte bis zu Naturthemen – von kurzen Spaziergängen bis zu längeren Wanderungen.
Das Neue Schloss und die Baugeschichte
Das Neue Schloss Oberdiessbach entstand zwischen 1666 und 1668 und wird als erster rein französisch geprägter Landsitz bezeichnet. Es gilt zudem als erstes Schloss der Schweiz, das bewusst als offener Landsitz in die Landschaft integriert wurde. Seine Architektur ist klar gegliedert: Drei Trakte bilden den Bau, und ein monumentales Treppenhaus verbindet den Nord- mit dem Südflügel.
Eine Besichtigung des Schlosses Oberdiessbach ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Angeboten werden Besichtigungen von Mitte April bis Ende Oktober nach Voranmeldung. Wer einen Schlossbesuch plant, sollte diesen Zeitrahmen und die nötige Anmeldung berücksichtigen.
Auch andere Gebäude erzählen von der Bau- und Dorfgeschichte. Das Geissbühlerhaus wurde um 1771 erbaut und ist im Wesentlichen mit seiner originalen Ständerkonstruktion erhalten. Das BuumeHus ist ein repräsentativer klassizistischer Riegstock. Von 1846 bis 1993 befand sich darin einer der ersten Kramläden des Dorfes. Heute zeigen Ausstellungen die Geschichte dieses ehemaligen Dorfladens, unter anderem mit Themen wie Waschen und Putzen, Kolonialwaren und historischer Kleidung. Der Kulturverein Oberdiessbach führt im BuumeHus Veranstaltungen durch. Die Kirche in Oberdiessbach wurde 1498 neu erbaut.
Dorfgeschichte auf unterschiedlichen Wegen
Die vier Oberdiessbacher Infowege behandeln allgemeine Geschichte, Kirchengeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Natur. Ihre Stationen lassen sich bei kürzeren oder längeren Spaziergängen entdecken. Auf dem lokalen Geschichtsweg stehen unter anderem das Alte Schloss und das Haus Läderach. Dieses wird als ältestes Wohnhaus bezeichnet und auf das Jahr 1557 datiert. Zu den Stationen zählt auch die Burgruine Diessenberg in Aeschlen. Der wirtschaftsgeschichtliche Weg führt zur Unteren Schlossmühle, an der die Nutzung der Wasserkraft Thema ist.
Der Naturweg umfasst die Naturschutzgebiete an der Kiese zwischen Freimettigen und Oberdiessbach sowie wichtige Amphibienstandorte. Auch ein Spaziergang entlang der Schlossallee gehört zu seinen Themen. So können Sie bei der Wahl eines Spaziergangs zwischen Ortsgeschichte, wirtschaftlicher Vergangenheit und Naturbezügen unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Wasserfälle, Eiszeit und Täufergeschichte
Das Spächteloch ist ein Beispiel für typische Molasse-Wasserfälle in einem Seitentälchen des Diessbachgrabens. An mehreren Stellen fällt das Wasser mehr als zehn Meter frei in die Tiefe. Am besten lässt sich der Wasserfall von unten über den Diessbachgraben besichtigen. Bei trockenen Verhältnissen und mit gutem Schuhwerk ist ein Besuch zu jeder Jahreszeit möglich.
Der Gumistein ist ein Findling aus Kalksandstein. Der Hügel, auf dem er liegt, ist glazialen Ursprungs und bildet einen Moränenzug. Auch religiöse Geschichte gehört zu den örtlichen Themen: Schniggenen ist ein historischer Täuferort und war ein versteckter Versammlungsort. Der Täuferlehrer Hans Burkhalter floh 1658 von Schniggenen, nachdem er wegen seines Glaubens zur Galeerenstrafe verurteilt worden war. Eine Gedenktafel am Haus des Täuferverstecks in Schniggenen bezeugt eine Versöhnung. Auch vorchristliche religiöse Vorstellungen der Kelten und Alemannen gehören zu den religiösen Themen.
Wanderungen nach Zeit und Streckenlänge
Für längere Touren gibt es unterschiedliche Wanderangaben. Die Wanderung Chuderhüsi–Aebersold–Oberdiessbach ist 11,1 Kilometer lang und als leicht eingestuft. Die Rückfahrt erfolgt ab dem Bahnhof Oberdiessbach. Ein Wandervorschlag aus dem Jahr 2021 beschreibt die Strecke von Linden nach Oberdiessbach mit 11,4 Kilometern und einer Dauer von 3 Stunden und 15 Minuten. Sie führt durch Wald sowie an Wiesen und Feldern vorbei hinunter nach Oberdiessbach. Von der Schafegg reicht der Blick über das Mittelland bis zu den Jurahöhen, den grünen Hügeln des Emmentals und den felsigen Alpengipfeln.
Die Angaben setzen unterschiedliche Planungsschwerpunkte: Für die Route ab Linden sind Strecke und Dauer genannt; bei der Wanderung ab Chuderhüsi kommen die Einstufung als leicht und der Rückfahrtpunkt hinzu. Wenn Sie eine Ferienwohnung für einen Aufenthalt in Oberdiessbach suchen, können Sie Ihre Planung danach ausrichten, ob Schloss- und Dorfgeschichte oder längere Wanderungen den Schwerpunkt bilden.
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