Grandvillard verbindet einen Rundgang durch historische Gassen mit Wegen durch Wiesen, Weiden und voralpine Wälder. Der Ort ist im Schweizer Inventar der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung (ISOS) verzeichnet. Ein 2004 angelegter historischer Rundgang führt zu 14 historischen Gebäuden aus Stein oder Holz. Architekturgeschichte und konkrete Wegverläufe geben Ihnen unterschiedliche Anhaltspunkte, um den Aufenthalt zu gestalten.
Architektur und Handel in den Gassen
Ein markantes Beispiel der örtlichen Baugeschichte ist die Maison du Banneret. Sie stammt aus dem Jahr 1666 und besitzt eine repräsentative Fassade. Ihr Besitzer, der Banneret Pierre de la Tinaz, gehörte zur örtlichen Aristokratie und handelte mit Käse bis nach Lyon. Der Käsehandel war nicht nur mit diesem Haus verbunden: Zusammen mit der pastoralen Wirtschaft brachte er Grandvillard im 17. und 18. Jahrhundert eine Blütezeit. Sichtbar wird sie in stattlichen Steinhäusern sowie in Fenstern mit gotischen Dreiteilungen und Kielbogen.
Auch die Kirche erzählt von mehreren Bauphasen. Die heutige Kirche wurde 1936 am Standort eines Vorgängerbaus von 1594 errichtet und ist den Heiligen Bartholomäus und Jakobus geweiht. Im Inneren prägen elliptische Bögen aus Beton und Tuff den Raum. Der Tuff stammt aus dem Steinbruch Vuey zwischen Grandvillard und Lessoc. So stehen in der Ortsgeschichte Bauten aus unterschiedlichen Jahrhunderten nebeneinander: das Haus von 1666 und die heutige Kirche von 1936, die an die frühere Kirche von 1594 anschließt.
Tal, Wasserläufe und Landschaft
Das Gemeindegebiet umfasst einen Abschnitt der Haute-Gruyère. Die Saane bildet seine westliche Grenze; von dort erstreckt sich eine flache Talebene von bis zu 1,5 Kilometern Breite nach Osten. Der östliche Teil des Gemeindegebiets umfasst das Einzugsgebiet des Bergbachs Tâna und seines rechten Zuflusses, des Ruisseau du Marais. Östlich des Dorfs liegt zudem ein Wasserfall in einer Schlucht.
Ein Weg durch die Intyamon-Landschaft führt durch Wiesen, extensive Weiden, voralpine Wälder und Uferbereiche. Das abgelegene, stark gegliederte Gemeindegebiet gehört zu den Landschaften von nationaler Bedeutung. Harte Kalkgesteinsschichten und leichter erodierbare Ton- und Mergelschichten gliedern es in eine Hauptkette und drei parallel verlaufende Nebenketten. Diese geologischen Unterschiede geben der Landschaft eine klare Struktur.
Bei Grandvillard bildet die Taouna an einem schwarzen Felsen einen von Grün eingerahmten Wasserfall. Unmittelbar neben der Taouna-Kaskade befindet sich eine Grotte, die 1958 zu Ehren Unserer Lieben Frau von Lourdes eingerichtet wurde. Besucher suchen sie zum Gebet auf. Wasserfall und Grotte stehen damit nicht nur für unterschiedliche Landschafts- und Kulturbezüge, sondern liegen auch direkt beieinander.
Wegverläufe und längere Touren
Ein in den 1990er-Jahren angelegter, 12 Kilometer langer Weg verläuft zwischen dem Bahnhof Estavannens und Montbovon und führt durch Grandvillard. Der Weg Grandvillard–Lessoc setzt andere Orientierungspunkte: Er verlässt Grandvillard, überquert den Ruisseau des Marais unterhalb der Kaskade und der Grotte und führt anschließend in den Wald. Seine Beschreibung stellt den Talgrund der Ebene nördlich des Dorfs gegenüber. Wenn Sie eine dieser Strecken einplanen, prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Wegbedingungen.
Eine längere Radtour bietet eine 80 Kilometer lange Schleife durch den Intyamon, das Pays-d’Enhaut und das Jogne-Tal. Sie umfasst insgesamt etwa 1.600 Höhenmeter und führt über den 1.633 Meter hohen Mittelbergpass. Mit E-Bikes lässt sie sich in zwei Tagen bewältigen und ist dadurch einem breiten Publikum zugänglich. Für die Fahrt sollten Sie die aktuellen Routeninformationen prüfen.
Veranstaltung und Anreise
Der Marché des Artisans findet jedes Jahr Ende Mai in den Gassen von Grandvillard statt; die genauen Termine variieren von Jahr zu Jahr. Wenn Sie den Markt in Ihre Reise einbeziehen möchten, prüfen Sie das Datum für Ihr Reisejahr. Grandvillard wird von der Buslinie Bulle–Estavannens–Grandvillard sowie von der Bahnlinie Palézieux–Châtel-Saint-Denis–Bulle–Montbovon bedient. Da Routen und Fahrpläne sich ändern können, informieren Sie sich vor der Anreise beim Betreiber.
Weitere Reiseziele entdecken: Jaun, Villarvolard, Montbovon, Bas-Intyamon, Bulle, Gruyères Fr, Haut-Intyamon, Pringy.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Greyerz.