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Ueberstorf lässt sich aus zwei Blickwinkeln entdecken: über die örtlichen Rundwanderwege oder mit Blick auf die Bau- und Kirchengeschichte. Die Wege unterscheiden sich durch ihre beschriebenen Schwerpunkte; Kirchen, Kapellen und historische Wohnbauten erzählen von verschiedenen Epochen. So können Sie Ihre Reise an dem ausrichten, was Sie besonders interessiert.

Rundwanderwege mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Fünf örtliche Rundwanderwege wurden am 9. Mai 2019 offiziell eröffnet. Die Route Ggùgg i d Wytti bietet Aussicht auf der Höhi. Chomm zue dr führt als Rundgang durch das Dorf und den Birchwald und umfasst einen Barfussweg. Damit stehen zwei klar unterscheidbare Themen nebeneinander: ein Weg mit Aussicht und ein Rundgang, der Dorf und Wald einschliesst.

Auch die weiteren Wegbeschreibungen setzen eigene Akzente. Loss d Natur führt durch das Ledeu-Tal, während Lùùf drùf los zu den Weilern in der Gemeinde Ueberstorf führt. Wenn Sie die Route nach ihrem beschriebenen Ziel auswählen möchten, können Sie diese Schwerpunkte vergleichen: Aussicht auf der Höhi, Dorf und Birchwald, das Ledeu-Tal oder die Weiler der Gemeinde. Die Angaben nennen keine Gehzeiten oder Distanzen; planen Sie Ihre Zeit deshalb anhand der für Sie passenden Route und der Informationen vor Ort.

Gedruckte Karten für die fünf Wanderwege sind bei der Gemeindeverwaltung erhältlich; eine elektronische Version kann heruntergeladen werden. Prüfen Sie vor dem Aufbruch den lokalen Routenstatus. Die Karten bieten eine Grundlage, um die Wegnamen und ihre unterschiedlichen Ziele bei der Planung auseinanderzuhalten.

Landschaft und Höhenlage

Ueberstorf liegt auf etwa 658 Metern über Meer und 13 Kilometer ostnordöstlich von Freiburg in Luftlinie. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine leicht nach Nordwesten geneigte Hochfläche des Molasseplateaus. Im Osten liegt das Flusstal der Sense, im Westen das Tal des Tafersbachs, auch Taverna genannt. Am Rand befindet sich die ehemals moorige Niederung des Mooses.

Die Höhen geben weitere Orientierung zur Landschaft: Der höchste Punkt des örtlichen Geländes liegt auf der Höhi bei 818 Metern über Meer; das gewellte Hügelland erreicht im Mittel etwa 650 Meter. Im Südwesten der Gemeinde liegt die Geländemulde des Mooses. Sie ist etwa 500 Meter breit und zwei Kilometer lang. Die Niederung war ursprünglich ein Moor und ist heute drainiert. Damit lassen sich die Lage der Hochfläche, der markante Höhenpunkt und die tiefere Mulde als unterschiedliche Merkmale des Gemeindegebiets einordnen.

Kirchen, Kapellen und Baugeschichte

Die Pfarrkirche Johannes der Täufer in Ueberstorf wird erstmals im Jahr 1226 erwähnt. Die Kapelle Hostettle besteht in ihrer heutigen Form seit 1844 und ist den 14 Nothelfern geweiht. Über ihrer Eingangstür befindet sich ein auf Holz gemaltes Bild mit den Heiligen Ursula, Johannes und Maria. Es erinnert an die Hochzeit von Hans de Gottrau und Ursula Englisberg im Jahr 1590. Die Kapelle verbindet damit ihre heutige Gestalt mit einem Bild, dessen Bezug in die Ortsgeschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht.

Die Magnuskapelle Obermettlen wurde 1672 von Bischof Strambino eingesegnet. In der Kapelle steht ein Altar aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Schloss Englisberg wiederum liess Dietrich von Englisberg zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichten: Das grosse Gebäude besitzt ein abgewalmtes Satteldach. Baugeschichtlich ist das Schloss von ausserordentlicher Bedeutung. Es wurde im Sinne der aufkommenden Renaissance nach einem klar erkennbaren Bauplan errichtet, wobei der militärische Aspekt nicht massgebend war.

Schloss Ratzé – Schloss Reyff stammt aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Zu den beschriebenen Bauteilen gehören ein Riegelbau mit zwei Wappen, ein Treppenturm und ein im rechten Winkel angeordneter Wohntrakt. Beim Techtermannhaus steht eine andere Bauaufgabe im Vordergrund: Es wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Sommersitz gebaut, ist in einen Baumgarten eingebettet und gilt kunstgeschichtlich als sehr wertvoller Vertreter eines Landhauses im französischen Stil des 18. Jahrhunderts. Die Bauten bieten so unterschiedliche Anknüpfungspunkte für alle, die sich für Bauformen, Nutzung und Epochen interessieren.

Sommergottesdienste und Adventszeit

Die Lourdesgrotte gilt als rege besuchter Ort der Stille und des Gebets. In den Sommermonaten finden dort regelmässig Gottesdienste statt; wenn Sie einen Gottesdienst einplanen möchten, prüfen Sie die Termine vorab. Ein weiterer wiederkehrender Anlass gehört in den Dezember: Die Gemeinde Ueberstorf bietet jedes Jahr einen besonderen Adventskalender an. Damit unterscheiden sich die saisonalen Akzente deutlich von den ganzjährig beschriebenen Landschafts- und Baugeschichte-Themen.

Weitere Reiseziele entdecken: Plasselb, Schmitten, Oberschrot, St. Ursen, Tafers, Bösingen, Schwarzsee, Saint Antoni.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sense.

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