Malix ist ein Dorf in der Gemeinde Churwalden im Kanton Graubünden. Es liegt rund vier Kilometer Luftlinie südlich von Chur an der Straße nach Lenzerheide. Bei Malix befindet sich die Ski- und Wanderregion Brambrüesch-Dreibündenstein; zugleich erzählt der Ort von einer langen Siedlungs- und Handwerksgeschichte. Für Ihren Aufenthalt können Sie den Schwerpunkt auf Bergaktivitäten, Kulturgeschichte oder eine Mischung beider Interessen legen.
Berggebiet und Touren
Der Dreibündenstein, rätoromanisch Term Bel, liegt im Alpgebiet der heutigen Gemeinden Domat/Ems, Scheid und Malix. Er ist zugleich Gipfel, Hochebene und historischer Grenzpunkt. Landschaft und Geschichte treffen an diesem Ort also in einer besonderen Kombination zusammen. Am Dreibündenstein gibt es gebietsübergreifende Rundwanderungen und Schneeschuhtouren. Die Tourenbedingungen können saisonal variieren; richten Sie Ihre Planung deshalb an der Reisezeit aus.
Eine konkrete Wanderoption ist die „Nature, People and History Route“ von Churwalden nach Malix. Sie ist 4,8 Kilometer lang und als mittelschwere Erlebnisroute eingeordnet. Damit lässt sich diese benannte Route von den allgemeinen Rundwanderungen und Schneeschuhtouren am Dreibündenstein unterscheiden. Prüfen Sie vor dem Start den aktuellen Routenstand und die Bedingungen für Ihre gewählte Tour.
Malix in Geschichte und Landschaft
Malix lag an der historischen Transitroute von Chur nach Norditalien. Erstmals erwähnt wurde der Ort 1149 unter dem Namen „Umbilico“. Diese frühe Namensnennung und die Transitgeschichte geben dem Dorf einen langen historischen Bezug zur Verbindung zwischen Chur und dem Süden.
Auch die frühere Ausdehnung des Gemeindegebiets hilft, die landschaftliche Beziehung zum Dreibündenstein einzuordnen. Das damalige Gebiet umfasste die linke Flanke des unteren Churwaldnertals, vom Talfluss Rabiusa bis zum Grat des nördlichen Ausläufers der Stätzerhornkette mit dem Dreibündenstein. Am Windegga lag mit 2.282 Metern der höchste Punkt dieses ehemaligen Gemeindegebiets.
Zum damaligen Gemeindegebiet gehörten das Haufendorf Malix auf einer Hangleiste, die Weiler Kreuz und Spina sowie einige Maiensässe. Das Wort Haufendorf bezeichnet eine gruppierte Siedlungsform; hier beschreibt es die Anlage des Dorfes auf der Hangleiste. Die historischen Angaben zeigen damit sowohl die frühere räumliche Ausdehnung als auch die unterschiedlichen Siedlungsformen, die zu Malix gehörten.
Burg Strassberg und altes Handwerk
Südöstlich des Dorfes wurde die Burg Strassberg Mitte des 12. Jahrhunderts von den Freiherren von Vaz erbaut. Von der Anlage sind der Turm und Teile des Palas, also des Saalhauses, erhalten. Am Standort der Burg entstand unter Einbezug des alten Sägereigebäudes ein öffentlicher Begegnungsplatz mit Feuerstelle. Die erhaltenen Bauteile und der heutige Begegnungsplatz stehen dabei für unterschiedliche Seiten des Orts: die mittelalterliche Anlage und die gemeinschaftliche Nutzung des Platzes.
Ein weiteres Thema der Ortsgeschichte ist die Säge Malix. Laut Dendroproben stammt sie aus dem Jahr 1860. Auch die ältere Landwirtschaft hat Spuren hinterlassen: In Malix wurde schon früh Getreide angebaut. Flurnamen mit dem Bestandteil „Acher“ und Geländeterrassierungen weisen auf diesen Anbau hin. Die Namen und Formen des Geländes erzählen so von einer Nutzung der Landschaft, die sich von den heutigen Bergtouren unterscheidet.
Kirche und Baugeschichte
Die reformierte Kirche Malix ist eine mittelalterliche Gründung. Ihr Chor wurde 1496 neu erbaut. Zu den besonderen Ausstattungsdetails zählt der halbrunde Taufstein mit polygonaler Kredenzkonsole, der um 1400 geschaffen wurde. Die drei Zeitangaben – mittelalterliche Gründung, Neubau des Chors und Entstehung des Taufsteins – machen die Kirche zu einem eigenen Kapitel der Ortsgeschichte, neben Burg und Säge.
Malix eignet sich damit für unterschiedliche Interessen: Bergtouren und Schneeschuhmöglichkeiten stehen neben historischen Spuren im Dorf und seiner Landschaft. Wer beides verbinden möchte, kann die genannte Route von Churwalden nach Malix als konkrete Wanderoption betrachten und die Touren am Dreibündenstein nach Saison und aktuellem Routenstand einordnen.
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