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Vierzehn Stationen des Leidenswegs Christi bilden den Stationenweg in Kappel. Er führt von der Mittelgäustrasse zum Wetterkreuz neben der Kapelle auf dem Born. Kappel liegt im Untergäu auf 425 Metern über Meer, zwischen dem Jurasüdfuss und dem Born. Der 719 Meter hohe Born gehört zur Vorjurakette; auf ihm steht die 1866 erbaute Wahrzeichenkapelle der Gemeinde.

Wege, Born und Aussicht

Das Wetterkreuz stammt aus dem Jahr 1716 und wurde zum Schutz vor Regen, Hagel und Gewittern errichtet. Die Bornkapelle diente zunächst als Wallfahrtskapelle und während des Ersten Weltkriegs als Wachtlokal. Das Bornkreuz wiederum entwickelte sich zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort. Diese Orte erzählen unterschiedliche Kapitel der religiösen Geschichte Kappels.

Auch die Wege setzen verschiedene Akzente. Der Bänkliweg ist eine kleine Rundwanderung mit vielen Bänken zum Verweilen und Ausruhen. Beim Stationenweg stehen dagegen die 14 Stationen und das Wetterkreuz als Zielpunkt im Mittelpunkt. Wer einen Aussichtspunkt sucht, findet am Bornchänzeli den Blick über das Mittelland und auf das Alpenpanorama.

Landschaft und besondere Orte

Der Abschnitt des Mittelgäubachs vom Dorf Kappel bis zur Huppergrub zeigt eine Landschaft, wie das Gäu früher ausgesehen hat. Das Gebiet am Bach bietet Vögeln und Kleintieren Lebensraum. Ein anderes Naturmerkmal ist das Chessiloch, ein 81 Meter langes Höhlensystem. Am Heideloch können Besucher durch einen schmalen Spalt krabbeln oder ihn mithilfe fest eingebauter Eisengriffe überklettern.

Auch der Winter hat einen eigenen Bezug zu den Wegen: Am Telefonhüüsli führt dann ein Schlittenweg vorbei. Der Schanzenbereich wiederum verbindet Ortsgeschichte mit heutiger Nutzung. Die Schanze ist ein erhaltenes Überbleibsel der Hauensteiner Befestigung und heute ein beliebter Grill- und Spielplatz. Für die Zufahrt mit dem Auto zum Parkplatz der Schanze ist eine Bewilligung erforderlich.

Baugeschichte und Dorfleben

Die Kirche von Kappel wurde 1687 erbaut. Das frühere Altarbild stammt vom Oltner Künstler und liberalen Polit-Karikaturisten Martin Distel (1802–1844). Auch das Gebäude des Landgasthofs Kreuz hat eine lange Geschichte: Es wurde 1651 im spätgotischen Stil erbaut. Der Steinbruch lieferte Baumaterial, aus dem unter anderem die katholische Kirche von Kappel entstand.

Ein weiteres Kapitel der Dorfgeschichte zeigt sich im Unterdorf: Seit dem Dorfbrand von 1904 gibt es die sogenannten Allemannen-Häuser in Kappel nur noch dort. Zur lokalen Kulturgeschichte gehört auch der Bauer vom Hof Studer, der zugleich Dichter, Chronist und Maler war. Textteile des Bornliedes stammen ebenfalls von diesem Dichter.

Für die Anreise verbindet eine Buslinie Kappel im Halbstundentakt mit Olten. In der Nachbargemeinde Hägendorf gibt es zudem eine Haltestelle der Schweizerischen Bundesbahnen. Prüfen Sie für Ihren Reisetag den Fahrplan. Im Jahreslauf organisieren die Dorfvereine einmal jährlich am ersten Septemberwochenende die Dorfchilbi mit vielen Attraktionen. An der Bornkapelle findet alljährlich eine Töffsegnung statt. Wenn Sie Ihren Besuch auf eines dieser Ereignisse ausrichten möchten, prüfen Sie vorab die konkreten Termine.

Weitere Reiseziele entdecken: Hägendorf, Gretzenbach, Schönenwerd, Olten.

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