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In Steinhof treffen markante Findlinge auf eine lange Kapellengeschichte. Der Ort lässt sich über diese konkreten Entdeckungen kennenlernen: von der Grossi Flue und der Chilchliflue bis zur Marienkapelle, die örtlich auch „Chüuchli“ heisst. Wer Natur und Ortsgeschichte verbinden möchte, findet beides auf dem Kraftorte-Weg wieder.

Findlinge und ihre Geschichten

Auf dem Gemeindegebiet von Steinhof liegen rund 20 Findlinge. Die Grossi Flue ist sieben Meter hoch und wiegt 3.500 Tonnen. An ihr wurden 36 Moosarten festgestellt, darunter acht findlingsspezifische Arten. Neben der Grossi Flue steht ein Menhir, der als Miniatur-Matterhorn beschrieben wird. Die Chilchliflue ist ein weiterer grosser Findling: Ihr Gesamtvolumen beträgt rund 370 Kubikmeter, davon sind etwa 150 Kubikmeter sichtbar.

Die Grossi Flue prägt auch die Geschichte des Ortsnamens. Ihr markantes Ensemble gab im Mittelalter einem nahegelegenen Bauerngut und damit dem Dorf Steinhof seinen Namen. Der Findling wurde 1869 von der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft erworben und unter Schutz gestellt, um seine Zerstörung für den Eisenbahnbau zu verhindern. Später gaben Rettungsaktionen zum Schutz der Grossi Flue und ihrer Findlingsgruppe 1905 den Anstoss zur Gründung der Solothurner Naturschutzkommission.

Auch mit der Chilchliflue ist eine lokale Überlieferung verbunden: Frauen, die sich ein Kind wünschten, sollen auf der abschüssigen Seite des Findlings hinuntergerutscht sein. Die Erzählung gehört zur historischen Folklore des Orts. Sie steht neben den geologischen Merkmalen der Findlinge und macht deutlich, dass die Felsen in Steinhof nicht nur als Naturformen, sondern auch in lokalen Geschichten eine Rolle spielen.

Marienkapelle und lokale Überlieferung

Die Marienkapelle Steinhof wurde 1720 erbaut und 1911 sowie 1970 renoviert. Der örtliche Name „Chüuchli“ verweist auf ihre lokale Bezeichnung. Einer Überlieferung zufolge geht die Entstehung der Kapelle auf einen Steinhöfer zurück, der eine gefährliche Wallfahrt nach Einsiedeln überlebte. Er soll gelobt haben, eine Muttergottesstatue nach Hause zu bringen. Die Erzählung ist als Überlieferung überliefert, nicht als gesicherter Bericht zu verstehen.

Die Kapelle bietet Platz für 36 Personen und kann für Hochzeiten oder Taufen gemietet werden. Damit ist sie nicht nur ein historischer Ort, sondern auch für bestimmte private Anlässe relevant. Auf dem Kraftorte-Weg gehört sie neben der Chilchliflue und der Grossi Flue zu den Merkmalen des Steinhof-Abschnitts. So lassen sich Kapelle und Findlinge im Rahmen derselben Rundwanderung einordnen, ohne ihre jeweils eigene Geschichte aus dem Blick zu verlieren.

Wanderung und Landschaft rund um Steinhof

Der Kraftorte-Weg ist eine zehn Kilometer lange Rundwanderung, die Burgäschisee, Steinhof und Seeberg verbindet. Der Steinhof-Abschnitt umfasst die Marienkapelle, die Chilchliflue und die Grossi Flue. Die angegebene Streckenlänge gibt einen konkreten Anhaltspunkt für die Wanderplanung; der Weg verbindet dabei mehrere der örtlichen Natur- und Kulturthemen.

Zur Landschaft in der Umgebung gehört am Burgäschisee das rund 15 Hektar grosse Waldreservat Erlenschachen. Es hat einen urwaldähnlichen Charakter und beherbergt zahlreiche seltene Insekten- und Vogelarten. Ebenfalls in der Umgebung von Steinhof ist das Chlepfimoos beziehungsweise Burgmoos im Bundesinventar der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung erfasst. Diese Landschaftsformen ergänzen den Blick auf Steinhof um einen regionalen Naturbezug.

Auch die Waldparzelle „Amerikanerwald“ erzählt von lokaler Geschichte. Sie ist mit der Auswanderung der Familie Schläfli verbunden: 1870 wurde dort Fichtenholz genutzt, um die Überfahrt der Familie nach Amerika zu finanzieren. Die Verbindung von Landschaft und Ortsgeschichte reicht damit über Kapelle und Findlinge hinaus.

Anreise und besondere Angebote

Ein Fahrplan mit Gültigkeit ab dem 14. Dezember 2025 führt die BSU-Linie 15 von Burgäschi über die Haltestellen Aeschi SO, Schulhaus, Aeschi SO, Kirche und Aeschi SO, Dorf nach Steinhof SO. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan.

Für die Geschichte des Dorfes und der Kapelle Steinhof sind Führungen und Flurbegehungen als buchbare Angebote vorgesehen; bestätigen Sie aktuelle Termine vorab. Zum örtlichen Angebot gehören ausserdem Backkurse für Erwachsene, Kinder, Jugendliche und Schulklassen sowie buchbare Beratung zu Brot und Zopf. Da aktuelle Kurstermine nicht vorausgesetzt werden können, empfiehlt sich eine Bestätigung vor der Planung.

Weitere Reiseziele entdecken: Zuchwil, Hersiwil, Kriegstetten, Horriwil, Aeschi, Subingen, Bolken, Biberist.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Wasseramt.

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