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Barbengo ist ein Quartier der Schweizer Gemeinde Lugano im Kanton Tessin und im Bezirk Lugano. Zwischen der Ebene von Grancia und den ersten Hügeln in Richtung Carabbia und Carona wechseln sich flache Bereiche, bewaldete Anhöhen, kleinere Wasserläufe und Grünflächen ab. Teilweise ist der ursprüngliche ländliche Charakter erhalten. Der historische Ortskern liegt auf einer leichten Anhöhe auf etwa 370 m ü. M.; von den Hügeln reichen die Ausblicke bis zum Südufer des Luganersees.

Ortsbild und Baugeschichte

Der historische Kern ist entlang eines gepflasterten Weges angeordnet, den Fassaden aus dem 18. und 19. Jahrhundert säumen. Die Via Crucis von Barbengo ist ebenfalls ein gepflasterter Weg; sie verbindet den Friedhof mit der Pfarrkirche. Damit gehören sowohl das bauliche Ortsbild als auch ein Weg mit kirchlichem Bezug zu den prägenden Elementen des Ortes.

Casa Sciaredo wurde 1932 nahe der Kirche Sant’Ambrogio von der Künstlerin Georgette Klein Tentori erbaut. Das Haus gilt als eines der seltenen noch intakten Beispiele rationalistischer Architektur. Es gehört dem Kanton Zürich und wird von einer Stiftung verwaltet, die das Atelier Künstlern zur Verfügung stellt.

Casa Guidini ist ein mehrteiliger architektonischer Komplex. Sein ursprüngliches spätneoklassizistisches Gebäude errichtete Giovan Battista Ramelli um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Um 1891 kam ein Flügel mit neugotischen Terrakotta-Dekorationen hinzu; anschließend ließ Augusto Guidini senior den eklektizistischen Turm ergänzen. Die zeitlich aufeinanderfolgenden Bauteile machen die unterschiedlichen Gestaltungsphasen des Komplexes nachvollziehbar.

Kirchen und Kunst

Die Kirche Sant’Ambrogio bestand spätestens seit 1180 und wurde zwischen 1747 und 1769 wiederaufgebaut. Sie steht auf einer Aussichtsterrasse mit Blick über die Ebene Pian Scairolo. Zu ihrer Ausstattung zählen Stuckarbeiten aus dem späten 18. Jahrhundert und ein Fresko aus dem 17. Jahrhundert, das das Letzte Abendmahl darstellt.

Die monumentale neoromanische Kirche San Carlo Borromeo hat einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes. Carlo und Francesca Martinetti, geborene Maselli, ließen sie zwischen 1891 und 1895 errichten. Zwei große Ölgemälde auf Leinwand von Giacomo Martinetti zeigen San Carlo Borromeo während der Pest von 1871 und Santa Francesca Romana im Jahr 1896. Bemerkenswerte Holzausstattungen, darunter die Kanzel, ergänzen die künstlerischen Details.

Auch das Oratorio di San Francesco d’Assisi gehört zur Sakralgeschichte Barbengos. Es entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts und enthält religiöse Kunstwerke aus dem späten 18. Jahrhundert. Dazu zählen die Madonna mit den Heiligen Franz von Assisi und Lucia sowie Darstellungen des heiligen Antonius Abt und des heiligen Andreas.

Auf dem Gebiet von Barbengo steht außerdem der befestigte Turm La Torrazza. In romanisch-byzantinischer Zeit diente er als Signalturm; später wurde er zur Festung einer langobardischen Siedlung. Seine Geschichte ergänzt die jüngeren Bauphasen der Kirchen und Wohnhäuser um einen älteren historischen Bezug.

Landschaft und Pian Càsoro

Das Klima Barbengos wird als submediterran beschrieben: Die Sommer sind warm, die Winter mild, und die Niederschläge konzentrieren sich vor allem auf Frühling und Herbst. Diese saisonale Orientierung ergänzt den Blick auf eine Landschaft, die sowohl Höhenzüge als auch Grünflächen und Wasserläufe umfasst.

Pian Càsoro ist eine 56.300 m² große Erholungszone am See zwischen Figino und dem Ortskern von Càsoro. Sie eignet sich zum Baden und für die Freizeit. Pian Càsoro ist außerdem ein geschütztes Gebiet mit einem bundesrechtlich geschützten Amphibien-Laichbiotop. Im Teich leben und vermehren sich zahlreiche Frosch- und Krötenarten, darunter auch bedrohte Arten. So stehen in Barbengo unterschiedliche Landschaftsbezüge nebeneinander: Ausblicke von den Hügeln, ein Erholungsgebiet am See und ein wichtiges Biotop für Amphibien.

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