Gottlieben verbindet die Lage am Seerhein mit Ortsgeschichte, Literatur und Genussangeboten. Die städtisch wirkende Kleinsiedlung liegt auf 400 m ü. M. nordwestlich von Kreuzlingen am linken Ufer des Seerheins; hier mündet der Dorfbach in den Fluss. Eine Reise nach Gottlieben kann daher unterschiedliche Akzente setzen: auf eine kartierte Runde durch den Ort, auf das Bodmanhaus und seine Gedenkstätte oder auf Baugeschichte und Schoggi-Angebote.
Ortsgeschichte und Wege
Der geschichtliche Rundgang vermittelt an sieben auf einer Karte dargestellten Standorten Informationen zur Geschichte des Ortes. Der Thronfolgeweg führt dagegen von Gottlieben nach Diessenhofen und ist von Monumenten und Zeitzeugen dieser Epoche gesäumt. Am Gottlieber Abschnitt lädt die Gottlieber Leselounge neben dem Literaturhaus Thurgau dazu ein, in den bereitliegenden Büchern zu lesen. Damit unterscheiden sich die Angebote in ihrem Rahmen: Der Rundgang bündelt Gottliebens Geschichte an kartierten Stationen, der Thronfolgeweg verbindet den Ort mit historischen Zeugnissen entlang der Strecke nach Diessenhofen. Da sich Routendetails und lokale Einrichtungen ändern können, prüfen Sie vorab den aktuellen Verlauf und ob die Leselounge eingerichtet ist.
Literatur im Bodmanhaus
Das restaurierte Bodmanhaus wurde im April 2000 als zweites Literaturhaus der Schweiz eröffnet. Im Mittelpunkt der Gedenkstätte steht ein restauriertes Arbeitszimmer, das Besucherinnen und Besuchern einen vertieften Einblick in den Alltag des Dichterehepaars Clara und Emanuel von Bodman vermittelt. Das Bodmanhaus mit Bodmanzimmer kann während Veranstaltungen, bei geöffneter Handbuchbinderei oder nach Vereinbarung besichtigt werden. Wenn Sie den Besuch einplanen, prüfen Sie vorab, welcher dieser Zugangswege zu Ihrem Termin passt.
Baukultur und Geschichte
Die Drachenburg gehört zu den reichsten Fachwerkbauten des Thurgaus und ist ein Wahrzeichen Gottliebens. Sie ist eichengeriegelt und durch zwei zwiebelgekrönte Erker geprägt.
Im Schloss Gottlieben befindet sich im Westturm ein doppeltes Blockgefängnis in Form eines großen Holzkäfigs. Im Holzekerker dieses Turms waren Ende März bis Anfang Juni 1415 der böhmische Reformator Jan Hus und ab dem 3. Juni für einige Tage der abgesetzte Papst Johannes XXIII. untergebracht. Das Schloss gelangte 1808 in Privatbesitz und wurde 1837 im neugotischen Stil umgestaltet. Die Kirche von Gottlieben wurde zwischen 1734 und 1735 erbaut.
Genussangebote
Eine Betriebsführung von Gottlieber Hüppen endet mit einem reichhaltigen Hüppen-Degustationsbuffet; eine Buchung ist erforderlich. In den Schoggi-Workshops füllen und dekorieren Teilnehmende unter Anleitung von Spezialisten Truffes und gießen und dekorieren Schokoladentafeln. Pro Person sind neun Truffes und drei Schokoladentafeln vorgesehen; auch die Workshops erfordern eine Buchung. Die Formate setzen unterschiedliche Akzente: Bei der Führung bildet die Degustation den Abschluss, beim Workshop stehen die eigenen Arbeitsschritte an Truffes und Tafeln im Mittelpunkt.
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