Langrickenbach liegt am östlichen Ausläufer des Seerückens, nicht weit vom Bodensee entfernt. Als typische Thurgauer Landgemeinde gilt der Ort als Ausgangspunkt für Wanderungen durch die traditionelle Thurgauer Landschaft; die Landwirtschaft hat im gesamten Gemeindegebiet weiterhin einen wichtigen Stellenwert. Auch die Ortsgeschichte reicht weit zurück: Langrickenbach wurde 889 erstmals als „Rihchinbahc“ urkundlich erwähnt. Die Siedlung Lenzwil im Ortsteil Dünnershaus ist seit 838 schriftlich belegt.
Zu Fuss und mit dem Velo unterwegs
Der Panoramaweg Langrickenbach bietet Ausblicke auf den Bodensee und das deutsche Ufer. Zugleich führt er durch den geschützten Dorfkern von Herrenhof, sodass sich Landschaft und historischer Ortskern auf derselben Route erleben lassen. Oberhalb des Ortsteils Zuben bietet eine Grillstelle beim alten Reservoir Seesicht und Gelegenheit zum Verweilen. Wer eine Pause einplant, findet dort einen konkreten Anlaufpunkt mit Blick auf den See.
Auch für Velotouren gibt es einen benannten Bezug: Die kantonale Radwanderroute Seerücken führt durch Langrickenbach. Auf Wanderungen und Velotouren lassen sich ausserdem mehrere denkmalgeschützte Riegelhäuser entdecken. Damit stehen unterschiedliche Zugänge zur Landschaft offen: Der Panoramaweg verbindet Seeblicke mit dem Dorfkern, während die Radwanderroute den Ort in eine kantonale Veloverbindung einordnet. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob Sie lieber zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind.
Kirche, Dorfkern und historische Gebäude
Die Evangelische Kirche in Langrickenbach wurde erstmals zwischen 900 und 910 erwähnt. Ihre heutige Form entstand 1897 bis 1899; 1997 wurde sie innen und aussen renoviert. Die Kirche steht unter rechtskräftigem Schutz und ist im Thurgauer Hinweisinventar als „besonders wertvoll“ eingestuft. Die verschiedenen Daten geben dem Besuch einen zeitlichen Rahmen: Die frühe Erwähnung reicht weit zurück, während die heutige Gestalt aus dem späten 19. Jahrhundert stammt.
Im geschützten Dorfkern Herrenhof gehört auch das Schlössli Herrenhof zu den markanten Anlaufpunkten. Es befindet sich in Privatbesitz und kann von aussen besichtigt werden. Das ehemalige Gasthaus Rössli ist ein langgestrecktes Vielzweckgebäude in Fachwerk. Sein rückseitiger Querbau ist ebenfalls geriegelt und steht auf gedrechselten Eichensäulen des 18. Jahrhunderts. Die Architektur verbindet damit Fachwerk, einen zusätzlichen Querbau und historische Säulen, ohne dass ein Besuch im Inneren vorausgesetzt wird.
Selsmüli in Schönenbaumgarten war eine Mühle und wurde zu einem Wohnhaus und einer Werkstatt umgebaut. Ihr Erscheinungsbild stammt insgesamt aus dem 18. und 19. Jahrhundert; im kantonalen Inventar gilt sie als „bemerkenswert“. Zusammen mit den geschützten Riegelhäusern und der Kirche bietet diese Baugeschichte mehrere unterschiedliche Anknüpfungspunkte für alle, die bei einem Spaziergang auch auf die Form und frühere Nutzung von Gebäuden achten möchten.
Natur, Anreise und lokale Produkte
Der Mülibach ist als offener Bach ein Naherholungsgebiet. Der renaturierte Lebensraum Mülibach/Stichbach bietet Fischen, Krebsen, Käfern, Vögeln und Amphibien geeigneten Lebensraum. Damit kommt neben Aussicht und Baukultur auch ein Naturthema hinzu; die genannten Tiergruppen beschreiben den Lebensraum, nicht eine bestimmte Sichtung bei jedem Besuch.
Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird Langrickenbach von der Postautolinie Amriswil–Münsterlingen–Kreuzlingen bedient. Prüfen Sie den Fahrplan für Ihren Reisetag, wenn Sie Ihre Verbindung planen. Auch die Alte St. Galler Strasse gehört zur Ortsgeschichte: Langrickenbach liegt an diesem früher bedeutenden Verkehrsweg, der vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert die Bischofsstadt Konstanz mit dem Kloster St. Gallen verband.
Im Hofladen von stadifarm in Dünnershaus gibt es Aprikosen aus eigener Produktion sowie hausgemachte Konfitüren, Schnaps und Likör aus eigenen Früchten. Sortiment und saisonale Verfügbarkeit können sich ändern; erkundigen Sie sich vor einem Besuch nach dem aktuellen Angebot. So lässt sich die lokale Landwirtschaft auch über ihre Produkte kennenlernen, während Panoramaweg, Dorfkern und historische Gebäude weitere Schwerpunkte für die Zeit vor Ort setzen.
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