Schönthal (Krásné Údolí) verbindet eine klar datierte Stadtgründung mit mehreren Zeitschichten der Kirchen- und Ortsgeschichte. Wer sich für historische Bauformen interessiert, findet hier die spätgotische Pfarrkirche St. Vavřinec, ihre spätere barocke Umgestaltung, Kreuze verschiedener Epochen und eine Nepomuk-Statue. Auch die geschützte Landschaft bildet einen eigenen Zugang zum Ort.
Stadtgeschichte und Bauphasen
Am 22. April 1488 gründete Jindřich III. z Plavna Krásné Údolí als Stadt. Die Gründung erfolgte am Ort des älteren, aufgehobenen Dorfes Schickenplos. Damit beginnt die Ortsgeschichte mit einem genau datierten Stadtgründungsakt und einem benannten Vorgängerdorf. Diese frühe Zeitschicht unterscheidet sich von den späteren Veränderungen an der Kirche und den Denkmalen: Sie erzählt von der Entstehung des Ortes als Stadt, während die Bauwerke verschiedene Gestaltungsphasen zeigen.
Die spätgotische Pfarrkirche St. Vavřinec entstand 1464 am südwestlichen Stadtrand durch Umbau und Erweiterung einer älteren Kapelle. Um 1774 wurde die Kirche unter Markgräfin Elisabetha Báden-Bádenská im Barockstil nach dem Entwurf eines unbekannten Architekten umgebaut. So sind an diesem Bau zwei unterschiedliche Phasen zu unterscheiden: die Entstehung der spätgotischen Kirche aus einer Kapelle und die spätere barocke Umgestaltung. Seit 2004 wird die verfallene Kirche schrittweise umfassend rekonstruiert. Wer einen Besuch plant, sollte den aktuellen Zustand vorher prüfen.
Kreuze und Denkmale im Ort
Ein reich verziertes pseudogotisches gusseisernes Kreuz von 1861 steht am Hang vor der nördlichen Eingangsfront der Kirche, oberhalb des Platzes am Südrand von Schönthal. Das gusseiserne Kreuz an der Kirche ist frei zugänglich. Davon zu unterscheiden ist das steinerne Sühnekreuz aus dem 14. bis 16. Jahrhundert: Es steht westlich von Schönthal an der linken Seite eines Feldwegs auf einer sanften Anhöhe. Bei der Restaurierung wurde der abgebrochene Teil wieder an seinem ursprünglichen Platz angebracht. Material und Standort machen den Unterschied deutlich: Das gusseiserne Kreuz steht an der Kirche, das steinerne am Feldweg westlich des Ortes.
Auf dem zentralen Platz steht eine spätbarocke Sandsteinstatue des heiligen Johannes Nepomuk aus dem Jahr 1780. Ein Park prägt den Platz; die Statue selbst steht auf dem Platz. Mit ihrem eigenen Standort und ihrer anderen Form ergänzt sie die Kirchen- und Kreuzgeschichte um ein weiteres Denkmal.
Landschaft und Orientierung
Schönthal und die Siedlung Odolenovice liegen im staatlich geschützten Gebiet Slavkovský les. Im Verwaltungsgebiet von Schönthal befindet sich außerdem das Natura-2000-Gebiet EVL 5448 Mezi rybníky. Die Katastergebiete von Schönthal und Odolenovice sind an ihren natürlichen Grenzen von Waldbeständen geprägt; in tieferen Lagen gibt es landwirtschaftlich genutzte Flächen. Damit gehören sowohl geschützte Gebiete als auch Wald- und Landwirtschaftsflächen zur regionalen Perspektive auf die beiden Orte.
Auch für die Orientierung gibt es konkrete Bezugspunkte: Die Staatsstraße I/20 verbindet Plzeň und Karlovy Vary und führt durch Schönthal. Die Pilgerroute Skokovská stezka führte 2016 auf ihrer Etappe von Nežichov nach Toužim durch den Ort; nach Möglichkeit war dort ein Besuch der Kirche St. Vavřinec vorgesehen. Straße und Etappe stehen für unterschiedliche Aspekte der Reiseplanung: Die eine verbindet zwei Städte und führt durch Schönthal, die andere beschreibt eine Pilgeretappe aus dem Jahr 2016 mit einem möglichen Kirchenbesuch.
Weitere Reiseziele entdecken: Großfürwitz, Gießhübl-Sauerbrunn, Hochofen, Schneidmühl, Sodau, Warta, Bergstadt Platten, Theusing.
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