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Das heutige Dorf Ambar im Bezirk Ayrancı wird mit der antiken Stadt Sidamaria gleichgesetzt. Diese Verbindung prägt den Blick auf den Ort: Inschriften und ein datierter Sarkophag ergänzen die archäologischen Plätze Ambar-Höyük und Köşkerlik. Zugleich unterscheiden sich die Zeugnisse deutlich voneinander – von der Größe eines Hügels über Felsgräber bis zu Hinweisen auf das städtische Leben in der Antike. Wer Ambar als Reiseziel einordnet, begegnet deshalb mehreren unterschiedlichen historischen Bezugspunkten.

Sidamaria: Stadtgeschichte und Inschriften

Archäologische und epigrafische Befunde weisen darauf hin, dass Sidamaria in der römischen und frühchristlichen Zeit eine bedeutende Stadt war. Eine in Ambar gefundene griechische Inschrift, die Hadrian zugeschrieben wird, überliefert den Namen Sidamaria. Eine weitere Inschrift, datiert auf Hadrians Herrschaftszeit, lässt darauf schließen, dass die Stadt über ein Bad verfügte. Die beiden Hinweise betreffen verschiedene Aspekte: den Namen der Stadt und eine Einrichtung ihres städtischen Lebens.

Historisch lag Sidamaria an einem bedeutenden Kreuzungspunkt, an dem Wege aus Herakleia (Ereğli), Kana (Beşağıl), Ikonium (Konya), Laranda und von der Küste zusammentrafen. Seit dem 19. Jahrhundert zog das mit Sidamaria gleichgesetzte Ambar Reisende und Forschende an. Der in Ambar gefundene Sidamaria-Sarkophag wird auf etwa 250 n. Chr. datiert und im Archäologischen Museum Istanbul ausgestellt. So ergänzen ein Inschriftenfund und ein datiertes Objekt die historische Einordnung des Ortes.

Ambar-Höyük zwischen Dorf und Ebene

Der Ambar-Höyük liegt nördlich des Dorfes am Südfuß eines felsigen Hügels. Die lokale Bevölkerung nennt den Hügel Kale; er misst 200 × 170 Meter. Der Hügel ist von weiten, fruchtbaren Ebenen umgeben. Im Osten begrenzen felsige Erhebungen die Ebene, während sie sich nach Süden, Norden und Westen als weite, flache Landschaft fortsetzt. Dorfhäuser umgeben den Hügel im Süden, Osten und Westen; an seiner Nordseite fehlen sie.

Auf dem Ambar-Höyük sind heute keine Mauerreste sichtbar. Im Dorf sind außer verstreuten Architekturblöcken ebenfalls keine Überreste antiker Gebäude zu sehen. Frühere Forschende berichteten hingegen von Mauerresten auf dem Höyük und von Mauerzügen, die sich in Richtung Ebene erstreckten. Damit stehen frühere Beobachtungen einem heute anders beschriebenen sichtbaren Bestand gegenüber. Der Ambar- beziehungsweise Sidemara-Höyük ist als archäologische Stätte ersten und zweiten Grades aus römischer und byzantinischer Zeit verzeichnet.

Köşkerlik: Felsgräber und Khamasorien

Etwa 350 Meter nordöstlich des Ambar-Höyüks und unmittelbar nördlich des heutigen Dorffriedhofs liegt der Bereich Köşkerlik. Am oberen Südhang des Felsrückens sind fünf Felsgräber angeordnet. Ihre Eingänge weisen nach Südosten; zu den Gräbern gehören rechteckige Zugänge, viereckige Grabkammern und einfache Klinen. Im felsigen Bereich zwischen den Felsgräbern und dem Friedhof befinden sich 21 Khamasorien. Die räumliche Anordnung unterscheidet die Befundgruppen: Die fünf Felsgräber liegen am oberen Südhang, die Khamasorien im felsigen Zwischenbereich.

Sidamaria und die archäologischen Plätze in Ambar zeigen unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte: Inschriften und Sarkophag vermitteln historische Hinweise, während Höyük und Köşkerlik durch ihre Lage und ihre baulichen beziehungsweise funerären Befunde geprägt sind.

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