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Karaman lässt sich über seine Bauwerke aus unterschiedlichen Zeiten erschließen. Die Burganlage verbindet eine ungefähr eingeordnete Entstehungszeit mit einer klar beschriebenen Struktur. Moscheen, eine Medrese, eine Kirche und historische Wohnhäuser setzen weitere Schwerpunkte. Wenn Sie sich für Kulturgeschichte interessieren, können Sie Ihre Auswahl danach ausrichten, ob Sie Wehrarchitektur, religiöse Erinnerungsorte oder traditionelle Bauformen näher kennenlernen möchten.

Die Burg von Karaman: Ringe, Türme und Zeitschichten

Die Errichtung der Burg von Karaman (Karaman Kalesi) wird auf das späte 11. oder frühe 12. Jahrhundert datiert. Sie besteht aus drei ineinanderliegenden Befestigungsringen: Außenburg, Mittelburg und innere Burg. Die Namen beschreiben die Gliederung der Anlage von außen nach innen. Die innere Burg steht auf einem Hügel, der Spuren aus der Bronzezeit sowie der römischen und byzantinischen Zeit trägt. Damit treffen an diesem Ort unterschiedliche historische Zeitschichten aufeinander.

Auch die Türme geben der inneren Burg ein genau bestimmtes Profil: Neun sind es insgesamt, vier rund und fünf viereckig. Die unterschiedlichen Formen ergänzen den Blick auf die dreiteilige Befestigung um ein konkretes architektonisches Detail. Während die Entstehung der Burg nur ungefähr datiert wird, ist die Restaurierung der inneren Burg durch die Osmanen für das Jahr 1465 angegeben. So stehen eine geschätzte Bauzeit und ein genaues späteres Datum nebeneinander.

Moscheen und religiöse Erinnerungsorte

In der Aktekke-Moschee in Karaman befindet sich das Grab von Mümine Hatun, der Mutter von Mevlana. Ein weiterer Grabbezug ist mit der Yunus-Emre-Moschee verbunden: Das Grab von Yunus Emre liegt unmittelbar an ihrer Westmauer. Die Moschee steht im Stadtzentrum und wurde während der Zeit der Karamanoğulları errichtet. Die räumliche Verbindung unterscheidet sich in den beiden Fällen: Mümine Hatuns Grab befindet sich in der Moschee, Yunus Emres Grab liegt direkt an der Westmauer des anderen Gotteshauses.

Medrese, Kirche und historische Häuser

Die Hatuniye-Medrese im Stadtzentrum wurde 1382 errichtet. An ihrer Ost- und Westseite befinden sich Studentenkammern. Das Baujahr und die Lage der Kammern geben zwei unterschiedliche Anhaltspunkte, um das Gebäude einzuordnen: den historischen Zeitpunkt seiner Errichtung und ein konkretes Merkmal seiner Architektur.

Ebenfalls im Stadtzentrum liegt die Çeşmeli-Kirche, auch Çeşmeli Kilise beziehungsweise Surp Asvadzadzin Armenian Church genannt. Sie ist ein Beispiel byzantinischer Architektur und befindet sich in Tapucak, einem der ältesten Stadtteile Karamans. Nach ihrer Restaurierung im Jahr 2007 wurde sie für Kunstausstellungen, Treffen und Musikkonzerte genutzt. Diese frühere Nutzung ergänzt die architektonische Einordnung um einen Einblick in die Geschichte des Gebäudes.

Das Hürrem-Dayı-Haus im Stadtzentrum steht für traditionelle türkische Hausarchitektur aus der osmanischen Zeit. Seine Geschichte reicht fast 300 Jahre zurück; zu seinen Merkmalen gehören handgeschnitzte Holzornamente. Einen weiteren Bezug zur Wohnarchitektur bietet das Tartanlar-Herrenhaus in Karaman: Hacı Ahmet Efendi aus der Familie Tartanzade errichtete es 1810. Die beiden Häuser lenken den Blick auf Wohnbauten und ihre Gestaltung, während Medrese, Moscheen und Kirche andere architektonische und historische Themen aufgreifen.

Ein archäologischer Blick ins Museum

Im archäologischen Ausstellungssaal des Museums von Karaman wird der aus den Manazan-Höhlen geborgene Leichnam einer Frau gezeigt. Damit kommt zu den Bauwerken ein archäologisches Ausstellungsstück hinzu, das einen anderen Zugang zur Geschichte der Region eröffnet. Da sich die Präsentation ändern kann, prüfen Sie vor Ihrem Besuch, ob das Exponat aktuell gezeigt wird.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Karaman.

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