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Poperinge macht die Verbindung von Hopfen und Ortsgeschichte auf mehreren Ebenen sichtbar: im ehemaligen Lager De Stadsschaal, in Hopfenmotiven der Kirche und bei saisonalen Besuchen von Hopfenbetrieben. Dazu kommen historische Erinnerungsorte und Spazierwege mit klar ausgewiesenen Streckenlängen. So lässt sich der Aufenthalt zwischen Kultur, Landschaft und Erntezeit nach eigenen Interessen ausrichten.

Hopfen und Stadtgeschichte

Das Hopinstituut und das Nationaal Hopmuseum De Stadsschaal sind als Denkmal geschützt. Der industriearchäologische Komplex De Stadsschaal beherbergt seit 1981 das Hopmuseum. Von 1866 bis 1947 diente De Stadsschaal als städtisches Hopfenlager: Angelieferter Hopfen wurde gewogen, amtlich geprüft, in Darren nachgetrocknet und zu Ballen gepresst. Die frühere Nutzung umfasste damit nicht nur die Lagerung, sondern auch mehrere Verarbeitungsschritte. Museum und Lagergeschichte gehören hier räumlich zusammen.

Eine weitere Verbindung von Poperinge und Hopfen führt zum Talbot House. Es wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von der bedeutenden Hopfenhändlerfamilie Lebbe erbaut und als Soldatenclub eröffnet. Besucher können das Haus mit einem Tablet individuell oder mit der Familie erkunden. Dabei geht es um die Geschichte des Ersten Weltkriegs, vermittelt durch bewegende Geschichten, unterhaltsame Anekdoten und originale Artefakte. Talbot House liegt zehn Gehminuten vom Bahnhof Poperinge entfernt; die Gehzeit hängt von den Routenbedingungen ab.

Kirche und historische Orte

Die Sint-Bertinuskerk ist die älteste Kirche von Poperinge und wurde 1420 im gotischen Stil als flämische Hallenkirche wiederaufgebaut. Im Inneren ergänzen Hopfenmotive kunstvolle barocke Holzschnitzereien. Damit begegnet das Hopfenthema auch im Kirchenraum neben einer Architekturgeschichte, die bis zum Wiederaufbau im 15. Jahrhundert zurückreicht.

Auf dem Poperinghe New Military Cemetery mit französischem Militär-Ehrenfeld sind 677 Commonwealth-Soldaten, 274 Franzosen, zwei Belgier und zwei Deutsche begraben. Im britischen Teil des Friedhofs liegen außerdem 17 vom britischen Heer hingerichtete Männer. Die Begräbniszahlen machen die internationale Zusammensetzung des Friedhofs konkret.

Die Anlage „Dodencellen & executieplaats“ bewahrt Gefängniszellen aus dem Jahr 1913 und einen Hinrichtungsort, an dem mindestens vier Soldaten vor ein Erschießungskommando traten. Ein Film vermittelt dort den Eindruck eines Verurteilten vor seiner Hinrichtung. Außerdem lässt sich Graffiti entziffern, das Gefangene hinterlassen haben. So stehen in der Anlage historische Räume und persönliche Spuren nebeneinander.

Wanderwege und Hopfenernte

Das grenzüberschreitende Wanderwegenetz Hoppeland bezieht Poperinge und die hügelige Hopfenregion mit bewaldeten Bereichen, beeindruckenden Hopfenanlagen und geschlängelten Bächen ein. In Poperinge gibt es zudem zwei Wege mit klar ausgewiesenen Distanzen: Die Stadswandelroute ist 5,5 Kilometer lang, die Wandellus Duitse Toren gibt es mit 4 oder 8 Kilometern. Damit können Sie zwischen einer festen Streckenlänge und zwei Distanzvarianten wählen. Die Angaben helfen, den Umfang des Spaziergangs zu vergleichen.

Auch die Erntezeit eröffnet eine saisonale Möglichkeit: Im September öffnen Hopfenbauern in Poperinge ihre Betriebe für Besuche, bei denen Sie die Hopfenernte aus nächster Nähe erleben können. Während Besuchen von Hopfenbetrieben zur Ernte können Besucher außerdem ein regionales Bier genießen. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Septembertermine, die Teilnahme der Betriebe und die Bedingungen für das Bierangebot.

Die Bier- en Hoppefeesten sind eine dreijährlich stattfindende Tradition in Poperinge, die seit 1956 besteht. Wenn Sie Ihre Reise an einer Ausgabe ausrichten möchten, prüfen Sie die jeweiligen Veranstaltungstermine.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Westflandern.

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