Borkow vereint ein Herrenhaus an der Mildenitz, historische Kirchen und Technikgeschichte mit Rad- und Wasserbezügen. Wenn Sie den Ort als Ziel für eine Entdeckungsreise prüfen, stehen zwei unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl: die baulichen Zeugnisse und Aktivitäten in der wald- und seenreichen Umgebung. Die örtlichen Themen reichen von einem Herrenhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert bis zu Fahrraddraisinen auf der ehemaligen Eisenbahnverbindung Karow–Borkow.
Gutshaus und Spuren verschiedener Jahrhunderte
Das Gutshaus Borkow wurde um 1700 bis 1720 erbaut und liegt am Fluss Mildenitz. Sein Grundstück umfasst etwa 20.000 Quadratmeter, also rund zwei Hektar. Diese Flächenangabe beschreibt das Grundstück und gibt einen Eindruck von dessen Maßstab.
Zur Technikgeschichte gehört eine Kaplan-Turbine aus dem Jahr 1933. Sie befindet sich in einer alten Wassermühle direkt neben dem Kanucamp Borkow und ist noch voll funktionsfähig. Ein weiterer historischer Bezugspunkt ist der Turmhügel Borkow, der Mitte des 15. Jahrhunderts angelegt wurde. Vom Grundstück des Gutshauses aus ist die sogenannte „Turmhügel-Insel“ über eine kleine Brücke erreichbar. Die unterschiedlichen Zeitangaben ordnen diese Zeugnisse in verschiedene Jahrhunderte ein.
Kapelle, Dorfkirche und Orgel
Die Gutskapelle Borkow liegt im östlichen Teil der Gutsanlage und gehört zu den ersten evangelischen Kirchen des Landes. Ihre vollständige Sanierung dauerte bis etwa 2010. Damit bringt die Kapelle neben ihrer historischen Einordnung auch eine eigene, jüngere Restaurierungsgeschichte in den Blick.
Die Dorfkirche Borkow ist ein Backsteinbau, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, mit gleichbreitem polygonalem Chorabschluss. „Polygonal“ bezeichnet einen mehrseitigen Abschluss und beschreibt hier eine konkrete Form des Chors. Zur Kirche gehört außerdem die „Mecklenburg-Orgel“, die 1997 erbaut und geweiht wurde. Ihr Spielwerk spielt die Melodie „Herrn Pastor sin Kauh“ und umfasst ein bewegliches Wasserrad, eine Windmühle mit Zimbel sowie bewegliche Kuhköpfe. Architektur und Orgel setzen damit unterschiedliche Akzente: Auf der einen Seite stehen Bauform und vermutete Entstehungszeit, auf der anderen ein Instrument mit beweglichen Elementen.
Radwege, Draisinen und Seenlandschaft
Die Mecklenburger Draisinenbahn bietet Fahrraddraisinenfahrten entlang der ehemaligen Eisenbahnverbindung Karow–Borkow an. Die Draisinen bieten Platz für zwei bis vier Personen und eignen sich für Familienausflüge. Auch die Borkow Fun-Bikes gelten als für Familien geeignet. Rund um Borkow laden zudem zahlreiche Rad- und Rundwege in einer wald- und wasserreichen Gegend zu Ausflügen ein.
In der Nähe des Gutshauses befinden sich eine Badestelle, ein Strand und eine Liegewiese zum Verweilen. Für die Landschaftsperspektive ist auch die größere Gebietsebene wichtig: Die Gemeinde Borkow liegt im Bereich der Sternberger Seenplatte, inmitten einer bewaldeten Seenlandschaft. Zu den Seen im Gemeindegebiet zählen der Kleinpritzer See, der Borkower See, der Rothener See, der Woseriner See und der Entensee.
In der Gemeinde Borkow gibt es außerdem einen 3,0 km langen Waldlehrpfad. Mehrere Tafeln vermitteln Wissenswertes über Natur, Pflanzen und die Geschichte der Region. Sein Eingang liegt in der Nähe des Ortes Schlowe, östlich der Draisinenstrecke Karow–Borkow. So stehen in der Umgebung unterschiedliche Themen nebeneinander: die Seenlandschaft, Rad- und Draisinenangebote sowie ein Lehrpfad mit Natur- und Regionalgeschichte.
Weitere Reiseziele entdecken: Hohen Pritz, Blankenberg, Brüel, Kuhlen-Wendorf, Zahrensdorf, Langen Jarchow, Mustin, Dabel.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Sternberger Seenlandschaft.