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Für einen Aufenthalt in Boddin geben Dorfgeschichte und ländliche Umgebung zwei klare Themen vor. Der stärkste kulturhistorische Anker ist die Dorfkirche St. Nikolai; Gutshaus, Heimatstube und das alljährliche Kinderfest eröffnen weitere Perspektiven. Für die Planung lohnt es sich, Architekturgeschichte, Besuche nach Vereinbarung und konkrete Veranstaltungstermine getrennt zu betrachten.

Dorfkirche St. Nikolai: Baugeschichte aus mehreren Jahrhunderten

Die Dorfkirche St. Nikolai verbindet mehrere Bauzeiten in einem Gebäude. Der rechteckige Feldsteinchor wurde 1288 geweiht; im 14. Jahrhundert wurde die Kirche um ein etwas breiteres einschiffiges Langhaus aus roten Backsteinen erweitert. Im Chor ist eine mittelalterliche Ausmalung der Kappen des Kreuzrippengewölbes erhalten. Der Westturm aus gelbem Backstein wurde 1913/14 an der Westseite angebaut.

An Chor, Langhaus und Turm lassen sich unterschiedliche Formen und Materialien nebeneinander betrachten: Feldstein, roter Backstein und gelber Backstein. Die Baugeschichte bekommt so einen klaren zeitlichen roten Faden, ergänzt durch die erhaltene Ausmalung im Chorgewölbe. Für kulturinteressierte Reisende bietet die Kirche damit mehrere konkrete Aspekte, an denen sich der Blick auf Bauweise und Ausgestaltung richten kann.

Gutshaus, Ortsgeschichte und ländliche Umgebung

Das Gutshaus Boddin wurde 1840 errichtet; zu ihm gehört ein kleiner Park. Das ehemalige Gutshaus wird heute als Kindergarten, Gemeindeverwaltung und Jugendclub genutzt. Als möglicher Ausgangspunkt für die Radtour „In the footsteps of the windmills“ kommt Boddin infrage.

In der Umgebung von Boddin bieten Felder, Wiesen, Wälder und kleine Teiche Gelegenheiten für Ruhe und Entspannung. Dieser ländliche Schwerpunkt bildet einen anderen Zugang zum Aufenthalt als die Baugeschichte von Kirche und Gutshaus: Hier stehen Landschaft und Erholung im Vordergrund.

Die Heimatstube in Boddin kann nach Vereinbarung besichtigt werden. Zu ihren Inhalten gehören Chroniken ehemaliger Schulen sowie Dorfchroniken zu Boddin, Alt Vorwerk und Groß Lunow. Damit kommt zur Architekturgeschichte ein eigener Blick auf die Ortsüberlieferung hinzu. Das Kinderfest zählt zu den alljährlichen Höhepunkten der Gemeinde. Wenn Sie Ihre Reise daran ausrichten möchten, prüfen Sie den konkreten Termin vorab.

Kultur in Walkendorf

In Walkendorf ist das Richard-Wossidlo-Haus ein Museum, das dem Volkskundler Richard Wossidlo gewidmet ist. Er wurde im Ortsteil Friedrichshof der Gemeinde Walkendorf geboren und in der dortigen Kirche getauft. Die Museumswidmung und dieser biografische Bezug geben dem Ort einen eigenen kulturhistorischen Schwerpunkt.

Auch die Alte Ausspanne in Walkendorf hat einen eigenständigen architektonischen Charakter: Das denkmalgeschützte, restaurierte und reetgedeckte Fachwerkhaus ist ein weiterer kultureller Bezugspunkt. Im Sommer liegt das Café der Alten Ausspanne im Schatten einer alten Linde hinter dem Gebäude. Zum Haus gehört ein 4.600 Quadratmeter großer Wiesengarten mit Bänken, Liegeflächen, einer Kräuterschnecke und einem Teich.

Zur Alten Ausspanne gehört außerdem der erweiterbare Vereinsraum „Sommergalerie“ mit besonderen Ausstellungen zu Kunst und Kultur. Besucher können dort auch an kreativen Kursen teilnehmen. Prüfen Sie für Ihren Reisetermin das aktuelle Ausstellungs- und Kursprogramm.

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