Eine Orgel von 1722 und ein Schnitzaltar aus der Zeit um 1500 geben der Dorfkirche Cammin zwei markante historische Bezugspunkte. Dazu kommen ausgedehnte Wanderungen entlang der Recknitz und des Stegendiecksbachs in der Gemeinde. Für die Planung sind das zwei verschiedene Schwerpunkte: Baugeschichte und Bewegung im Freien. Wer eine Unterkunft sucht, kann zuerst entscheiden, ob die Kirche, weitere historische Bauten oder längere Wege den Aufenthalt prägen sollen.
Die Dorfkirche Cammin
Die Dorfkirche Cammin ist ein rechteckiger Feldsteinbau mit behauenen Eckquadern. In ihr befindet sich ein Schnitzaltar aus der Zeit um 1500. Die Orgel fertigte 1722 der Lübecker Orgelbauer H. Hantelmann, ein Schüler A. Schnitgers. So stehen in derselben Kirche zwei Ausstattungsstücke aus deutlich unterschiedlichen Jahrhunderten: Der Altar gehört in die Zeit um 1500, die Orgel entstand im frühen 18. Jahrhundert. Für einen kulturgeschichtlichen Schwerpunkt lässt sich damit neben der Bauform auch ein konkreter Zeitvergleich festhalten. Die behauenen Eckquader lenken den Blick zugleich auf die Gestaltung des rechteckigen Feldsteinbaus.
Kirchen und Gutshäuser in der Gemeinde
Zur Gemeinde Cammin gehören auch historische Bauwerke in anderen Ortschaften; sie sind vom gleichnamigen Siedlungsort zu unterscheiden. In Weitendorf bei Cammin steht die kleinste Kirche im Landkreis Rostock: Ihre Grundfläche misst 16 mal 8 Meter. Erstmals erwähnt wurde sie 1503 in einem Rechnungsbuch. Die Kirche besteht überwiegend aus Granitfindlingen; Ziegel finden sich am oberen Teil des Westgiebels und in Teilen des Mauerwerks. Eine hölzerne Barockkanzel mit einem Wal als Fuß bildet ein weiteres Ausstattungsdetail. Im Vergleich zur Dorfkirche Cammin kommen hier eine genau bezifferte Grundfläche, die Materialverteilung und die besondere Kanzel hinzu.
Auch die Gutshäuser liegen in verschiedenen Orten der Gemeinde. Das zum Gutshaus Cammin gehörende Domänenpächterhaus entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude des Gutshauses Cammin konnte auf Initiative eines Fördervereins saniert werden. In Wohrenstorf entstand das Gutshaus zwischen 1732 und 1735; seine Fassade wurde 2014 renoviert. Das Haus befindet sich in Privatbesitz. Zu den erhaltenen Merkmalen zählen originale Stuckelemente an allen Zimmerdecken, das Foyer sowie ein Großteil der Türen und ihrer Einfassungen. Zum Gutshaus gehören außerdem Reste eines Landschaftsgartens.
Wandern und die Rübenbahntour Süd
In der Gemeinde Cammin lohnen sich ausgedehnte Wanderungen entlang der Recknitz und des Stegendiecksbachs. Die Bedingungen auf den Wegen können variieren. Als weiterer Orientierungspunkt führt die Rübenbahntour Süd über Cammin, wo Station 10 liegt. Anders als die Wanderungen entlang der Gewässer ist sie durch eine benannte Station im Ort konkret verortet. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuelle Wegweisung und die Oberflächenbedingungen.
Für die Auswahl eines Schwerpunkts hilft die Unterscheidung zwischen den Orten und ihren Themen: Die Dorfkirche Cammin verbindet Feldsteinbau, Altar und Orgel; Weitendorf und Wohrenstorf ergänzen die Baugeschichte der Gemeinde. Wer längere Wanderungen vorzieht, kann sich an Recknitz und Stegendiecksbach orientieren. Die Rübenbahntour Süd bietet einen weiteren, eigenständig benannten Bezugspunkt für die Reiseplanung.
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