Wallendorf liegt an der Grenze zu Luxemburg, dort, wo Sauer und Our zusammenfließen. Wandern und keltische Geschichte geben zwei unterschiedliche Blickwinkel auf den Ort: Der Rundweg Nr. 44 des Naturparks Südeifel führt durch Wallendorf, während sich die archäologische Geschichte auf dem Castellberg oberhalb des Ortes erschließt.
Wanderung und geschützte Landschaft
Der Rundweg Nr. 44 ist 15,9 km lang. Sein Verlauf führt von Gentingen über Niedersgegen nach Wallendorf und entlang des Ourtals über Ammeldingen zurück nach Gentingen. Damit verbindet die beschriebene Runde mehrere Orte mit dem Ourtal. Wenn Sie die Wanderung einplanen, prüfen Sie vorab die aktuellen Routendetails, denn der Verlauf kann sich ändern.
Auch das Naturschutzgebiet „Langenberg und Bocksberg bei Wallendorf“ prägt die Landschaft der Gemarkung. Das 47,5 Hektar große Gebiet dient dem Erhalt und der Entwicklung verschiedener Lebensräume. Dazu zählen südexponierte Halbtrockenrasen in extremer Steillage, trockene Glatthaferwiesen, Streuobstwiesen, Trockenmauern, Gebüschformationen und Laubmischwald-Bereiche. Quellmulden mit angrenzenden Feuchtwiesen gehören ebenfalls dazu. Diese Lebensräume bieten zahlreichen bestandsgefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Ort.
Die keltische Geschichte des Castellbergs
Auf dem Castellberg oberhalb von Wallendorf entstand bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. auf einer Fläche von mehr als 40 Hektar eine keltische Siedlung. Um 130 v. Chr. errichteten die Treverer dort ein großes, stadtartig angelegtes Oppidum. Eine mächtige, umlaufende Befestigungsmauer schützte die Anlage. Vor dem Gallischen Krieg des Gaius Iulius Caesar (58–50 v. Chr.) gehörte das Oppidum zu den bedeutendsten Siedlungen der Treverer. Auf dem Castellberg wurden auch Münzen der Treverer geprägt, darunter Silber- und Goldmünzen.
Nach der römischen Eroberung Galliens entstand um die Zeitenwende auf dem höchsten Punkt des Castellbergs ein Tempelbezirk. An das Heiligtum schloss sich eine kleine Siedlung von Händlern und Handwerkern an; möglicherweise gehörten auch Pilgerquartiere dazu. Die Siedlung wurde im Zuge der Germaneneinfälle im 3. Jahrhundert teilweise und Ende des 4. Jahrhunderts vollständig aufgegeben. So lässt sich die Geschichte des Platzes von der befestigten keltischen Siedlung bis zum späteren Heiligtum und dem Ende der Besiedlung nachverfolgen.
Kirche und gelebte Tradition
Im Ort steht die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Der Bau entstand 1748 und wurde den Aposteln Petrus und Paulus sowie an zweiter Stelle der heiligen Barbara geweiht. Architektonisch ist die Kirche ein einschiffiger Bruchsteinbau mit dreiseitigem Chorschluss und Westturm. Diese Merkmale benennen sowohl den klaren Grundriss als auch die markanten Bauteile des Gotteshauses.
Eine andere Seite des örtlichen Kulturlebens zeigt der Karnevalsverein „Schmetterling“: Er veranstaltet jedes Jahr eine Kappensitzung. Veranstaltungstermine und Einzelheiten können variieren. Wenn Sie Ihren Aufenthalt darauf abstimmen möchten, prüfen Sie deshalb vor der Reise den aktuellen Termin.
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