Nitz liegt im Tal des Nitzbachs. Der Bach prägte die Siedlungsgeschichte über Jahrhunderte als Trennlinie zwischen zwei Herrschaften und Verwaltungsbereichen. Auch die beiden Seiten waren institutionell verschieden zugeordnet: Bis vor wenigen Jahren gehörten sie unterschiedlichen Kreisen, Schulbezirken und Pfarreien an. In den Jahren 1110 und 1336 sind für Nitz die historischen Namensformen „Niteske“ und „Nytze“ belegt.
Ortsgeschichte und Bauzeugnisse
Nitz ist wegen seiner relativ abgeschiedenen Lage und seiner historischen Bevölkerungsentwicklung nur wenig gewachsen; Höfe und Häuser wurden im Lauf der Zeit angepasst. An der Hauptstraße befindet sich die katholische Filialkirche, ein kleines Saalgebäude, das wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt. Nach einem Brand im Jahr 1933 wurde die Kirche teilweise erneuert. Ein weiteres Bauzeugnis ist das teilweise massiv ausgeführte Fachwerkhaus in der Kapellenstraße 1 aus dem 19. Jahrhundert. Die Kirche entstand wohl in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das Fachwerkhaus im 19. Jahrhundert.
Die Freundsmühle am Bierschbach in Nitz wurde 1728 erstmals im Zusammenhang mit einer Getreidelieferung an das Amt Nürburg erwähnt. Auf der Tranchot-Karte von 1809 ist die Mühle an ihrem heutigen Standort eingezeichnet. Der frühere Mühlenteich und Mühlengraben sind auf Katasterkarten weiterhin verzeichnet, im Gelände jedoch kaum noch zu erkennen. Für die historische Einordnung weichen Kartenbild und sichtbare Landschaft damit deutlich voneinander ab.
Talwege und Landschaft
Der Traumpfad Booser Doppelmaartour bietet entlang seiner Route Ausblicke auf Nitz und folgt den natürlichen Mäandern des Nitzbachtals durch eine bewaldete Landschaft. Eine Fußroute folgt dem Tal etwa zwei Kilometer in nordöstlicher Richtung, bevor sie Nitz erreicht; kurz vor dem Ort quert sie den Bach zur Bauersmühle. Prüfen Sie vor einer Tour den aktuellen Routenstatus und die Bedingungen vor Ort.
Vulkaneifel als regionaler Rahmen
Im übergeordneten Reiseziel Vulkaneifel weitet sich der Blick von der Ortsgeschichte zur Vulkanlandschaft. Dort sind bisher 77 Maare nachgewiesen; insgesamt wurden 350 Ausbruchszentren gezählt, etwa 270 davon aus der jüngeren Phase. Das Ulmener Maar markiert den jüngsten Vulkanausbruch der Vulkaneifel, der vor ungefähr 10.900 Jahren stattfand. Die Vulkaneifel ist durch Vulkankegel und Maartrichter gekennzeichnet; zu ihren regionalen Themen gehören Wanderwege, Radtouren, Maarseen und geowissenschaftliche Exkursionen.
Die Vulkaneifel-Pfade bieten Halbtagestouren, Tagestouren und Mehrtageswanderungen; sie sind markiert und ausgeschildert. Das Eifel-Vulkanmuseum Daun zeigt dreidimensionale Landschaftsmodelle von Schlackenkegeln, Maaren und Mineralquellen sowie Exponate zum Westeifel-Vulkanismus. Das Vulkanhaus Strohn ist ein interaktives Museum mit einer etwa 30.000 Jahre alten, rund sechs Meter langen und vier Meter hohen Lavaspaltenwand.
Weitere Reiseziele entdecken: Bereborn, Mannebach, Mosbruch, Uersfeld, Borler, Berenbach, Reimerath, Sassen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kelberg.