Altino lässt sich über drei unterschiedliche Themen erschließen: die Flusslandschaft der Oasi di Serranella, historische Kirchen und Ölmühlen sowie die süße Paprika, die den Ortsnamen trägt. Für die Auswahl eines Aufenthalts können Sie überlegen, ob Naturbeobachtung, Kulturgeschichte oder regionale Esskultur für Sie den Ausschlag gibt. Die konkreten Orte und Traditionen geben jedem Schwerpunkt einen eigenen Bezug zu Altino.
Natur und Flusslandschaft
Die Oasi di Serranella ist ein regionales Naturschutzgebiet in den Gemeindegebieten von Altino, Casoli und Sant'Eusanio del Sangro. 1987 wurde dort eine Schutz-Oase für die Fauna der Provinz Chieti eingerichtet; 1990 wurde sie durch das Regionalgesetz L.R. 68/90 zum Regionalreservat erklärt. Die Oasi ist außerdem in das Sito di Interesse Comunitario IT7140215 „Lago di Serranella e colline di Guarenna“ einbezogen. Die beiden Jahreszahlen markieren unterschiedliche Schritte: auf die Einrichtung der Schutz-Oase folgte die Erklärung zum Regionalreservat.
Für eine konkrete Naturbeobachtung führt der „Percorso dei fiumi“ im Gebiet von Altino zur Mündung von Aventino und Sangro. Der Zugang erfolgt von contrada Selva aus. Zu geeigneten Zeiten ermöglicht der Weg die Beobachtung von Wasservögeln, auch aus nächster Nähe. Wenn Wasservögel zu Ihren Interessen zählen, sollten Sie den Zeitbezug bei Ihrer Planung berücksichtigen.
Kirchen, Museum und Mühlengeschichte
Die Kirchen geben Altinos Geschichte unterschiedliche zeitliche Bezugspunkte. In der Chiesa della Madonna delle Grazie befindet sich ein Tafelbild der Madonna delle Grazie aus dem Jahr 1335. Die Chiesa di San Rocco liegt außerhalb des alten Ortskerns; ihre Errichtung wird nach einer stilistischen Einschätzung wahrscheinlich zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert angesetzt. Beim Gemälde handelt es sich um ein datiertes Kunstwerk, bei San Rocco dagegen um eine angenommene Bauzeit. Dieser Unterschied hilft, die beiden historischen Hinweise genau einzuordnen.
Eine weitere Perspektive eröffnet das Museo del Peperone Dolce di Altino. Der Architekt Giuseppe Manzi entwarf das Museum; im Juli 2015 wurde es in Altino eingeweiht. Es ist ein Ort der historischen Erinnerung und der Veränderung der Umwelt und stärkt die Identität des Gebiets von Altino. Damit setzt das Museum einen anderen Akzent als die Datierung von Kunstwerk und Kirche: Im Mittelpunkt stehen Erinnerung und Umweltwandel.
Die Trappeti lenken den Blick auf die Entwicklung der Ölmühlen. Sie dokumentieren den Übergang von den „trabocco“-Mühlen des 19. Jahrhunderts, die zu den ältesten und eindrucksvollsten ihrer Art zählen, zu Mühlen mit Holz- oder Eisenschraubenpressen. Im Gebiet von Altino sind außerdem zahlreiche antike Trappeti, also Ölmühlen, in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild erhalten. Ihre Maschinen sind funktionsfähig, die Räume intakt. So stehen technische Veränderung und überlieferte Ausstattung nebeneinander: Die Pressentypen machen den Wandel sichtbar, während Maschinen und Räume den erhaltenen Zustand der Mühlen veranschaulichen.
Paprika und regionale Küche
Auch an der süßen Paprika lässt sich Altino konkret festmachen. Peperone dolce di Altino bezeichnet den süßen Paprikatyp „Paesanello di Altino“, auch „A cocce capammonte“ genannt; seine Früchte zeigen nach oben. In regionalen Wurstwaren wie Salsicce und Ventricina wird die Paprika als Würze verwendet.
Beim Festival del Peperone dolce di Altino treten ausschließlich Einwohner der jeweils konkurrierenden contrade an. Sie entwickeln eigene Menüs, interpretieren traditionelle Rezepte neu und erproben Kombinationen mit süßer Paprika. So reicht das Paprikathema von einer konkreten Verwendung in regionalen Wurstwaren bis zu neu interpretierten Menüideen.
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