Paternion verbindet Natur- und Radthemen an der Drau mit einer vielfältigen Bau- und Kunstgeschichte. Der Drauradweg führt im Gemeindegebiet durch eine unberührte Aulandschaft; zugleich reichen die kulturellen Spuren von einer römischen Burganlage bis zu einem Renaissancehaus mit biblischen Bildmotiven. Für die Wahl des Reiseziels stehen damit unterschiedliche Interessen nebeneinander: Zeit am Fluss und auf der Radroute oder ein genauerer Blick auf lokale Architektur und Kunst.
Drau, Radweg und saisonale Aktivitäten
Im Gemeindegebiet Paternion verläuft der Drauradweg durch die Aulandschaft. Eine besondere Verbindung zur Route hat die Draufähre Lansach–Feffernitz: Die Marktgemeinden Paternion und Weißenstein bauten sie im Rahmen eines Tourismusprojekts am Drauradweg R1 wieder auf und banden sie an den überregionalen Radweg an. Zugleich belebten sie damit eine jahrhundertealte Tradition wieder. Die Fähre ist je nach Witterung während der Sommermonate in Betrieb, oft bis September. Wenn Sie die Überfahrt einplanen möchten, klären Sie vorab, ob sie an Ihrem Besuchstag fährt.
Für Gäste mit Fischergästekarte besteht auf etwa 10 km der Drau die Möglichkeit zum Fischen. Das Freibad in Paternion wird während der Sommermonate betrieben; die Öffnungszeiten umfassen den Zeitraum von Mai bis September. Die Angebote bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit sich: Fürs Fischen benötigen Sie die Fischergästekarte, beim Freibad sind die saisonalen Öffnungszeiten für den Besuch wichtig. Prüfen Sie diese vorab, wenn Sie Ihren Aufenthalt danach ausrichten.
Baukultur und Geschichte
Auf dem Dueler Hügel errichteten die Römer um 400 n. Chr. eine Burganlage. Dort sind noch die Fundamente einer frühchristlichen Pfeilerbasilika zu sehen. Auch die Pfarrkirche Paternion erzählt von unterschiedlichen Bauzeiten: Sie wurde um 1350 im gotischen Stil errichtet und 1765 im barocken Stil erweitert. Die Kirche ist dem heiligen Paternianus geweiht. In ihr befinden sich außerdem römische Grabsteine und ein Weihealtar des persischen Lichtgottes Mithras.
Das Plazottahaus ist ein zweigeschossiger Renaissancebau. An seiner Hauptfassade wurde bei Renovierungsarbeiten 1989 ein mit 1585 datierter Sgraffitofries freigelegt. Er zeigt Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament in einer reformatorisch geprägten Bildsprache. Damit bietet das Haus nicht nur ein Beispiel für Renaissancearchitektur, sondern auch einen konkreten Zugang zu religiösen Bildmotiven. Das Bürgerhaus Plazottahaus steht aufgrund eines Bescheids gemäß § 3 unter Denkmalschutz.
Ein weiteres markantes Detail ist der Marktbrunnen aus weißem Marmor, den Franz Ehrenhöfer schuf. Anna Plazotta stiftete ihn für den Marktplatz. Auf einem zinnenbekrönten Türmchen des Brunnens thront eine steinerne Fee mit einem Schlüsselbund in der Hand. Schloss Paternion ist ebenfalls ein denkmalgeschütztes Bauwerk.
Kunst in unterschiedlichen Formen
In Feffernitz befindet sich das Haus Grünspan in einem ehemaligen Stallgebäude; es dient als Präsentationsfläche für zeitgenössische Kunst. Ein anderer künstlerischer Akzent ist die Himmelstreppe von Pöllan: Das 21-stufige Kunstwerk liegt nahe der Ortschaft Feistritz an der Drau und scheint ins Leere zu führen. Zusammen mit dem Marktbrunnen zeigt es, wie unterschiedlich Kunst im Paternioner Themenangebot auftreten kann – als Brunnenfigur im Ortsbild oder als eigenständiges Kunstwerk mit einer ungewöhnlichen Form.
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