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Das Zeillerhaus am Zeillerplatz 2 und 3 besitzt den schönsten barocken Fassadenschmuck in Reutte. An seiner hofseitigen Längsseite wurden ältere Fresken freigelegt. Solche Details geben dem Ort einen eigenen Zugang: Reutte lässt sich nicht nur über Wege und Landschaft entdecken, sondern auch über Häuser, deren Fassaden und Innenräume unterschiedliche Kapitel seiner Geschichte sichtbar machen.

Historische Häuser und Entdeckungen im Ort

Das Museum im Grünen Haus im Zentrum von Reutte wurde im 16. Jahrhundert wahrscheinlich von einem wohlhabenden Reuttener Bürger als Wohnhaus errichtet. Aus dieser Zeit stammen auch die Malereien im Inneren. Die Fassade gestaltete 1779 der Reuttener Maler Johann Jakob Zeiller. Ein weiterer historischer Bauteil ist der an das Zeillerhaus angebaute Wohnturm, der ziemlich sicher als ältestes Bauwerk in Reutte gilt.

Auch der historische Ortskern der Marktgemeinde Reutte ist ein Ziel für einen Spaziergang: Stattliche Bürgerhäuser mit kunstvoll gestalteten Fassaden lassen sich dabei mit einem Begleitheft individuell erkunden. Der Spaziergang kann eigenständig vom Via Claudia Augusta Platz oder vom Reuttener Bahnhofsgebäude aus begonnen werden. Eine Broschüre dazu ist in den Tourismusbüros der Naturparkregion Reutte erhältlich. Wer sich besonders für Zeitgeschichte interessiert, findet im Erinnerungsort Südtiroler-Siedlung eine anschauliche Auseinandersetzung mit der Geschichte der Siedlung und ihrer Zeit.

Am Museum im Grünen Haus beginnt außerdem der Rundweg des Planetenwegs Reutte unter den Sternen, der durch Reutte verläuft. Eine weitere Möglichkeit, den Markt zu erkunden, ist die Stadtrallye: Familien gehen dabei durch den Markt und lösen zwölf Fragen. Da die Verfügbarkeit dieses Angebots vor dem Besuch neu zu prüfen ist, empfiehlt sich eine kurze Nachfrage. Spaziergang, Planetenweg und Rallye setzen unterschiedliche Akzente – auf Fassaden und Ortsgeschichte, einen thematischen Rundweg oder gemeinsames Rätseln.

Lech, Seen und Naturbeobachtung

Der Tiroler Lech prägt eine Landschaft, in der sich die naturnahe Gewässerführung in Kies- und Schotterbänken sowie breiten Auwäldern zeigt. Der Naturpark Tiroler Lech erstreckt sich über die gesamte Naturparkregion Reutte und verbindet Naturschutz und Erholung mit Forschung und Bildungsangeboten. In den Lechauen bei Pflach steht ein 18 Meter hoher Vogelbeobachtungsturm; von dort lassen sich Brutvögel beobachten, darunter seltene Sumpf- und Wasservögel. Zu den Lechweg-Highlights in der Region zählen außerdem der Riedener See, die Costarieskapelle und die Lechauen bei Pflach mit dem Beobachtungsturm.

Der Riedener See ist ein klares, türkisfarbenes und kalkreiches Gewässer. Quellen im See speisen es; zugleich ist es Lebensraum der Bileks Azurjungfer. Am Plansee treffen weitere Naturmerkmale auf Wassersportmöglichkeiten: Der See ist Tirols zweitgrößter, sechs Kilometer lang und an seiner tiefsten Stelle 76,5 Meter tief; seine Wasserqualität gehört zur Güteklasse I. Dort sind Segeln, Surfen, Tauchen, Angeln und Schwimmen möglich. Auf der Musteralpe am Plansee in Breitenwang zeigt die Schausennerei donnerstags von Mai bis September durch eine große Glasscheibe, wie aus Milch Butter und Käse entstehen. Prüfen Sie vor einer Anreise die aktuellen Vorführtermine.

Auch der Alpengarten Tirol bietet einen eigenen Zugang zur Pflanzenwelt: Alpenpflanzen sind auf rollstuhltauglichen Holzstegen zu sehen, ein Leitsystem unterstützt blinde Besucherinnen und Besucher, und eine barrierefreie Web-App bietet Pflanzeninformationen auf Deutsch und Englisch. Der Besuch lässt sich mit der barrierefreien Hahnenkammbahn, einem Rundweg um den Bergsee und dem zwei Kilometer langen Wanderweg zur Lechaschauer Alm verbinden.

Wege mit unterschiedlichen Maßstäben

Für die Tourenplanung lohnt es sich, Wander- und Radwege auseinanderzuhalten. Der Lechweg ist ein mittelschwerer Weitwanderweg von rund 125 Kilometern durch fünf Urlaubsregionen und Österreich sowie Deutschland. Der Lechradweg ist mit 244,6 Kilometern länger und führt von Marxheim an der Lechmündung in Deutschland bis nach Steeg im Tiroler Lechtal. Seine Etappen können einzeln sowie flussaufwärts oder flussabwärts befahren werden. Die ungefähren Angaben und der Verlauf können sich ändern; prüfen Sie vor einer längeren Fahrt die aktuellen Routeninformationen.

In Reutte führt die Radroute der Via Claudia Augusta durch Untermarkt und Obermarkt und steigt anschließend auf einem Schotterweg zur Burgenwelt Ehrenberg an. Der Wanderweg der Via Claudia Augusta kommt von Breitenwang direkt ins Zentrum der Marktgemeinde und verläuft danach entlang der historischen Salzstraße weiter in Richtung Ehrenberg. Für eine Wintertour führt eine mittelschwere Wanderung zur historischen Burgruine Ehrenberg durch stille Waldabschnitte und über verschneite Wege. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Winterbedingungen und den Zugang.

Die Bergwelt Hahnenkamm ergänzt diese Wegauswahl mit Angeboten für Sommer und Winter: An der Bergstation der Seilbahn beginnen im Sommer verschiedene Wanderungen; im Winter stehen gut präparierte Pisten zum Skifahren bereit. Das Wandergebiet umfasst Gipfeltouren, Almenrundwege, einen Barfußwanderweg, einen Familienweg und eine barrierefreie Rolli-Tour. Für eine wetterunabhängige Ergänzung verfügt die Alpentherme Ehrenberg über Innen- und Außenbecken mit rund 700 Quadratmetern Wasserfläche. Der Sauna- und Wellnessbereich umfasst fünf verschiedene Saunen und ein Dampfbad. Die Therme ist ganzjährig bei jedem Wetter nutzbar; prüfen Sie vor dem Besuch den aktuellen Betrieb.

Auch an der Burgenwelt Ehrenberg gibt es konkrete Orientierungspunkte: Die Fußgängerhängebrücke highline179 ist 406 Meter lang und 110 Meter hoch. Der Ehrenberg Liner überwindet den Höhenunterschied von etwa 110 Metern zwischen Besucherzentrum und Haltestelle am Hornwerk in ungefähr 2,5 Minuten. Von dort führt ein flacher, befestigter Weg zur Ausstellung im Hornwerk und zum Portal der Hängebrücke. Prüfen Sie vorab den Betriebsstatus des Liners. So stehen in Reutte und der Naturparkregion sehr unterschiedliche Entdeckungen nebeneinander: historische Fassaden im Ort, Naturbeobachtung am Lech, Wege für Wandernde und Radfahrende sowie Angebote am Hahnenkamm und bei Ehrenberg.

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