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Die Klosterkirche Muri vereint romanische, gotische und barocke Elemente. Ihr oktogonales Kircheninnere ist der grösste Kuppelzentralbau der Schweiz – eine Bauform, bei der der zentrale Raum die Architektur prägt. Muri liegt am Lindenberg im ländlich geprägten Freiamt des Schweizer Mittellands und ist Bezirkshauptort des gleichnamigen Bezirks. Seit fast 1.000 Jahren ist der Ort eng mit seinem Benediktinerkloster verbunden; das ehemalige Kloster gilt als Ort lebendiger Kulturgeschichte.

Klosterkirche, Kreuzgang und Museen

Auch der Kreuzgang erzählt von verschiedenen Zeiten: Seine berühmten Glasgemälde entstanden fast alle im 16. Jahrhundert in Zürcher Manufakturen. Wer die Klosteranlage näher kennenlernen möchte, kann eine private oder öffentliche Führung von Murikultur einplanen. Führungen werden das ganze Jahr über angeboten, teilweise auch auf Englisch, Französisch und Italienisch. Prüfen Sie den aktuellen Termin, wenn Sie eine Führung besuchen möchten.

Das Museum Kloster Muri zeigt sakrale Gegenstände wie Monstranzen, Kelche und Stifterscheiben. Dazu kommen Geschichten aus dem Leben der Äbte, Mönche und Habsburger. Im Museum Caspar Wolf stehen Ölbilder, Gouachen, Zeichnungen und Stiche des in Muri geborenen Malers im Mittelpunkt. Neben einer permanenten Ausstellung gibt es wechselnde Kabinettausstellungen zu Wolf, seiner Kunst und seiner Zeit.

Das Singisen Forum setzt einen anderen Akzent: Hier wechseln Ausstellungen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus der Region. Zugleich bietet das Forum Raum für Kunst- und Kulturvermittlung sowie spartenübergreifende Projekte. Im historischen Singisenflügel befindet sich ausserdem das Museum für medizinhistorische Bücher Muri. Seine Dauerausstellung präsentiert bedeutende Werke aus der Frühen Neuzeit; öffentliche und Gruppenführungen widmen sich historischen Büchern und der medizinischen Wissenschaft.

Kunst, Bücher und Freiamter Alltag

Muris Museumslandschaft reicht über die Klostergeschichte hinaus. Das Museum zwischen Pflug und Korn veranschaulicht den Wandel des Bauernlebens im Freiamt während der vergangenen 100 Jahre. Exponate, Maschinen und Geräte gehören ebenso dazu wie die Geschichten, die sie begleiten. So stehen in Muri verschiedene Zugänge nebeneinander: sakrale Gegenstände und Klostergeschichte, die Kunst Caspar Wolfs, medizinische Bücher und der Alltag einer ländlich geprägten Region.

Für kulturelle und touristische Informationen über Muri und das Freiamt ist Muri Info die zentrale Anlaufstelle. Dort werden auch Führungen im Kloster und in den Klostermuseen organisiert. Das Kultur Kafi dient ebenfalls als Besucherzentrum: Dort können Konzerttickets gekauft und Informationen über das kulturelle Leben in Muri und darüber hinaus eingeholt werden. Besucherangebote und Termine können sich ändern; prüfen Sie sie vorab, wenn Sie Ihren Aufenthalt darauf abstimmen möchten.

Wege zwischen Ebene und Lindenberg

Das Wandergebiet von Muri umfasst einsame Feldwege durch die Ebene, die zu den Höhen des Lindenbergs ansteigen. Eine Wanderung vom Kloster Muri führt durch die typische Freiämter Moränenlandschaft zur Stillen Reuss, einem Biotop von nationaler Bedeutung. Wer den Blick auf die weitere Region richten möchte: Muri ist einer der möglichen Ausgangspunkte des Freiämterwegs. Dieser Natur- und Kulturwanderweg ist über 117 Kilometer lang und führt durch Naturlandschaften des Freiamts sowie zu kulturellen Zeugnissen der Region.

Im Murimoos gibt es einen 3,5 Kilometer langen Rundweg mit insgesamt 18 Informationstafeln. An der revitalisierten Bünz ermöglicht der Wasserspielplatz Murimoos Kindern, den Fluss hautnah zu erleben. Für eine Radtour ist die von SchweizMobil eingetragene Veloroute 84 eine weitere Möglichkeit: Sie verläuft zwischen Muri AG und Zürich. Am Bahnhof Muri AG gibt es 206 überdachte Veloabstellplätze. Prüfen Sie vor der Planung die aktuellen Angaben zu Route und Stationsausstattung.

Auch die Badi Muri bietet konkrete Freizeitmöglichkeiten: Zu ihren Einrichtungen gehören solarbeheizte Becken und eine 96 Meter lange Wasserrutschbahn. Da sich die Ausstattung ändern kann, prüfen Sie vor einem Besuch den aktuellen Stand der Badi-Angebote.

Saisonale Erlebnisse und lokale Bräuche

Manche Erlebnisse sind an die Jahreszeit gebunden. Von März bis Oktober sind die Blumenfelder des Klosterhofs in der Region Muri frei zugänglich; dort können Sie saisonale Blumen selbst schneiden. Im Selbsterntegarten des Klosterhofs ernten Besucherinnen und Besucher Gemüse und Kräuter eigenhändig und verarbeiten sie selbst. Dieses Angebot ist saisonabhängig. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuelle Verfügbarkeit der Blumenfelder.

Zu den wiederkehrenden Bräuchen gehört die Fasnacht: Während der närrischen Zeit übergibt der Gemeinderat alljährlich die Schlüssel der Macht an drei Fasnachtsgesellschaften. Anfang November findet jedes Jahr der Räbenlichterumzug für Kindergartenkinder sowie Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klassen statt. Ende November können Kinder und Erwachsene an drei Abenden in der weihnachtlich geschmückten Maiholz-Waldhütte den St. Nikolaus und seine Schmutzlis besuchen.

Auch die Jahrmärkte geben dem Jahreslauf eigene Termine. Der Maimarkt ist der zweite Jahrmarkt in Muri und findet am ersten Samstag des Monats statt. Der Martinimarkt am 11. November ist der älteste Jahrmarkt in Muri. Veranstaltungstermine können sich leicht verschieben; gleichen Sie sie vor Ihrem Besuch mit den aktuellen Angaben ab. So lässt sich Muri je nach Reisezeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln entdecken: mit Klosterkultur und Museen, auf Wegen durch das Freiamt oder im Rhythmus seiner wiederkehrenden Bräuche.

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