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Mühlau liegt am östlichen Ausläufer des Lindenbergs, rund einen halben Kilometer vom Ufer der Reuss entfernt. Das Naturschutzgebiet Schoren Schachen und die historischen Bauten des Dorfes setzen unterschiedliche Schwerpunkte für einen Aufenthalt. Wenn Sie eine Ferienwohnung suchen, hilft zunächst die Entscheidung, ob Naturgebiet und Wege oder Baugeschichte Ihren Besuch prägen sollen.

Schoren Schachen und die Reusslandschaft

Der Schoren Schachen zählt zu den grössten Naturschutzgebieten der aargauischen Reussebene. Das 23 Hektar grosse Flachmoor ist von nationaler Bedeutung. Im Nordosten des Schutzgebiets liegt das Riedwiesen-Flutmuldensystem, einer der artenreichsten Bereiche der Feuchtgebiete des Reusstals. Auch der Kiebitz ist ein konkreter Frühjahrsbezug: Er brütet regelmässig auf der karg bewachsenen Insel und im Uferbereich des Schoren Schachen.

Im Naturschutzgebiet gibt es einen 3,2 Kilometer langen Rundweg; zusätzlich sind eine empfohlene Route von 1,7 Kilometern und eine Routenvariante von 1,5 Kilometern ausgewiesen. Zwischen den beiden kürzeren Strecken liegen 200 Meter; der Rundweg ist mit 3,2 Kilometern länger als beide. So lässt sich der Wegumfang anhand der angegebenen Distanzen vergleichen. Prüfen Sie vor dem Besuch die Wegbedingungen. Spazier- und Wanderwege führen ausserdem entlang der Reuss, durch offenes Kulturland und durch die Wälder am Lindenberg. Felder, Bäche, kleine Wälder und Naturschutzflächen entlang der Reuss eignen sich für Spaziergänge und Velotouren.

Das 5,52 Quadratkilometer grosse Gemeindegebiet umfasst Kulturland, Moore und rund 74 Hektaren Wald. Der tiefste Punkt liegt an der Reuss auf 387 Metern, der höchste Punkt auf 475 Metern. Mühlau hat einen ländlichen Charakter, ein ruhiges Dorfleben und eine naturnahe Umgebung.

Dorfgeschichte und Baukunst

Die römisch-katholische Pfarrkirche ist ein integral kantonal geschütztes Baudenkmal von regionaler Bedeutung. Sie ist eine dreiachsige Saalkirche mit dreiseitig geschlossenem Chor. Ihr Turm trägt einen hohen achteckigen Spitzhelm; das Vorzeichen ist mit toskanischen Säulen gestaltet. Altäre und Kanzel aus dunkelgrauem und schwarzem Stuckmarmor stammen von Joseph Moosbrugger und seinem Sohn und datieren aus den Jahren 1864/65. Die Kanzel umfasst ausserdem vergoldete Reliefs, das Altarbild stammt von Joseph Balmer.

Mühlau wurde 1274 erstmals unter der Bezeichnung „Mulnowe“ urkundlich erwähnt; auf dem Gemeindegebiet wurden römische Siedlungsreste gefunden. Zum Kernbestand der historischen Dorfbebauung gehören das Pfarrhaus, die benachbarte Kirche, der kantonal geschützte Gasthof zum Storchen und das gegenüberliegende Bauernhaus Rüstenschwilerstrasse 3. Diese Bauwerke geben der Dorfgeschichte konkrete Anhaltspunkte, ohne dass alle denselben Gebäudetyp oder dieselbe Schutzstellung haben.

Ein weiteres architektonisches Beispiel ist der Speicher Kestenberg: ein zweigeschossiger Holzbau auf gemauertem Sockel, mit auskragendem Dach und umlaufender L-förmiger Laube. 1875 gehörte er zu einem Hof mit Obstpresse und Mühle; sein Steinkeller diente zeitweise als Waschhaus. Das Privatmuseum der Familie Hadorn im Schoren ist nach Vereinbarung öffentlich zugänglich. Wenn Sie es besuchen möchten, vereinbaren Sie den Termin vorab.

Anreise und Orientierung

Mit dem Zug erreichen Sie Mühlau über die SBB-Haltestelle im Krähenbühl. Prüfen Sie für Ihren Reisetag den Fahrplan. Die Reussbrücke in Mühlau wurde am 4. August 1940 eingeweiht und verbindet Mühlau mit den Kantonen Zug und Zürich. Zusammen mit den historischen Dorfgebäuden und dem Schoren Schachen bietet sie einen weiteren konkreten Bezug, um den Ort und seine Geschichte kennenzulernen.

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