Sins liegt im Reusstal an der Grenze zu den Kantonen Zug und Luzern. Mit über 20 Quadratkilometern ist die Gemeinde flächenmässig die viertgrösste im Kanton Aargau. Für Ihre Reiseplanung treffen hier mehrere Themen aufeinander: die Pfarrkirche und die Reussbrücke als Bau- und Geschichtszeugnisse, Meienberg mit seiner eigenen Siedlungsgeschichte sowie die Auenlandschaft der Reussebene. Dazu kommt eine ausgeschilderte Velorunde, die in Sins beginnt und dorthin zurückführt. Sie können den Aufenthalt nach Kulturgeschichte, Landschaft oder einer Radtour ausrichten; die Themen setzen jeweils einen anderen Schwerpunkt.
Pfarrkirche und Reussbrücke
Die römisch-katholische Pfarrkirche von Sins ist ein integral geschütztes Baudenkmal von regionaler Bedeutung. Die heutige Kirche ist eine 1745/46 erneuerte Saalkirche. Ihr spätgotischer Glockenturm hat einen Unterbau von 1493 und einen Oberbau von 1626. Zur Ausstattung gehören Louis-XVI-Stuckaturen und Deckenmalereien von 1795 sowie eine klassizistische Ausstattung von 1828/1845. So lassen sich an der Kirche mehrere Bau- und Ausstattungsphasen unterscheiden.
Die Reussbrücke Sins ist eine verschalte, zweijochige Holzbrücke auf steinernen Pfeilern. Über den Einfahrten sitzen geschnitzte Wappenschilder von 1945. Seit 1996 dient die alte Reussbrücke ausschliesslich dem Fussgänger- und Veloverkehr; prüfen Sie vor einem Besuch die örtlichen Bedingungen. Rund um die Brücke und die Pfarrkirche fand am 20. Juli 1712 im Zweiten Villmergerkrieg das Gefecht von Sins statt. Konstruktion und Ereignisgeschichte bieten damit unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte.
Meienberg und seine Geschichte
Meienberg ergänzt die Bau- und Ereignisgeschichte um die Entwicklung einer Siedlung. Die Grafen von Habsburg erbauten das Städtchen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als vorgelagertes Schutzwehr. Zu Beginn des Jahres 1386 wurde Meienberg durch eidgenössische Truppen niedergebrannt. Nach der Zerstörung wurde es nicht wiederaufgebaut und sank zum Dorf ab. Bis 1941 war Meienberg der offizielle Name der Gemeinde Sins. Heute sind dort noch der Stadtgraben, der sogenannte Hirschengraben, sowie Teile der Stadtmauer erhalten. Die Abfolge führt von der Gründung über Zerstörung und Wandel zum Dorf bis zu den erhaltenen Resten.
Auenlandschaft und Veloweg
Die Auenlandschaft der Reussebene setzt einen anderen Akzent als die Bauwerke. Das grösste Teilgebiet des Auenschutzparks Aargau in der Reussebene erstreckt sich von Sins bis zum Flachsee bei Unterlunkhofen. In der Auenlandschaft gibt es verschiedene Seitengerinne mit unterschiedlichen Strömungsverhältnissen, einen grundwassergespeisten Altarm ohne direkte Verbindung zur Reuss und grosse Amphibiengewässer. Die dynamische Flusslandschaft bietet Bibern, Flussuferläufern und der Sibirischen Schwertlilie einen naturnahen Lebensraum. Hier richtet sich der Blick auf Gewässerformen und Lebensräume statt auf Baugeschichte.
Eine weitere Option ist der ausgeschilderte Freiämter Veloweg: Die 68 Kilometer lange Rundroute beginnt an der Hauptstrasse in Sins und führt nach Sins zurück. Die Länge gibt Ihnen eine konkrete Grösse für die Planung, während die Rundform zum Ausgangsort zurückführt. Prüfen Sie vor der Fahrt die Routendetails.
Weitere Reiseziele entdecken: Besenbüren, Bünzen, Mühlau, Muri, Abtwil, Beinwil, Aristau
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Muri.