In Ostermundigen führen Sandsteinbrüche, Kunst und Wanderwege zu unterschiedlichen Seiten des Ortes. Die Steinbrüche am Ostermundigenberg prägten seine Bekanntheit; zugleich geben sie dem Themenpfad „Wege zu Klee“ seinen Bezugspunkt. Auch Ortsmuseum, Kulturbahnhof und Parks bieten weitere Themen für die Reiseplanung. Sie können den Aufenthalt daher an einer konkreten Wanderung ausrichten oder neben dem Weg auch Kultur und Grünanlagen berücksichtigen.
Sandsteinbrüche und ihre Geschichte
Für die meisten Gebäude der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Berner Altstadt wurde Sandstein verwendet, der in Ostermundigen gebrochen wurde. Die Steinbrüche sind auch mit zwei Künstlern verbunden: Ferdinand Hodler fand dort die Modelle für sein Gemälde „Der Rückzug der Eidgenossen nach der Schlacht von Marignano“. Paul Klee liess sich von den Ostermundiger Steinbrüchen stark inspirieren. Diese Bezüge führen vom lokalen Sandstein zu Kunstwerken und Künstlern, ohne dass sie denselben Zugang zum Ort beschreiben: Bei Hodler geht es um die Modelle für ein bestimmtes Gemälde, bei Klee um eine weiter reichende Inspiration.
„Wege zu Klee“: Kunst und Wanderung
Der Themenpfad „Wege zu Klee“ macht mit Stationentafeln, Werkabbildungen, historischen Aufnahmen und Zitaten mit dem Leben und Werk Paul Klees vertraut. Er führt zu einem Aussichts- und Informationspunkt in den Ostermundiger Steinbrüchen. Dort finden sich Reproduktionen von Klee-Bildern sowie ein Rastplatz mit gedecktem Unterstand. Im Ostermundiger Abschnitt führt die Route ausserdem am alten Steinhauerplatz in der Waldeck und am Bahnhof Ostermundigen vorbei. So begegnen unterwegs sowohl der Steinbruchgeschichte als auch der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Gegend konkrete Stationen.
Für die zeitliche Planung sind bei diesem Weg 6,5 Kilometer und mindestens zwei Stunden angegeben. Wenn Sie eine Wanderung nach einem klar bezifferten Zeitrahmen auswählen möchten, bietet „Wege zu Klee“ damit einen konkreten Anhaltspunkt. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Bewegung und Kunstgeschichte; die Stationen und Reproduktionen gehören ebenso zum Wegthema wie der Blick auf die Steinbrüche.
Weitere Wege Richtung Bern und durch den Wald
Eine Spazierwanderung vom Steinbruch Ostermundigen nach Bern beginnt an der Endstation der Buslinie 10 in Ostermundigen-Rüti. Sie führt durch den Wald am Ostermundigeberg und umfasst einen Abstecher über ein Strässchen in den Steinbruch. Von dessen Abbruchkante bietet sich ein Überblick über die Anlage. Eine Wanderroute von Ostermundigen nach Bern führt an weiteren benannten Stationen vorbei: am Schosshaldenfriedhof, am Zentrum Paul Klee, am Egelsee und am Bärenpark, bevor sie die Berner Altstadt erreicht. Die beiden Beschreibungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte – einmal auf Wald und Steinbruch, einmal auf die Folge von Orten bis in die Altstadt.
Der Helsana-Trail verläuft durch den Ostermundigenbergwald und grösstenteils über gut ausgebaute Waldwege. Markierte Zugänge gibt es beim Freibad Ostermundigen, beim Kindergarten auf der Rüti und westlich des Schützenhauses in Gümligen. Damit lässt sich dieser Trail anhand seiner Waldwege und Zugänge von „Wege zu Klee“ unterscheiden, dessen Stationen Kunst und Steinbruchgeschichte in den Mittelpunkt stellen.
Ortsgeschichte, Kultur und Parks
Das Ortsmuseum Ostermundigen vermittelt die Geschichte des Ortes und sammelt Gegenstände, Bilder und Postkarten, die das örtliche Leben widerspiegeln. Zu den behandelten Themen gehören Gewerbe, Schulen, Verkehr und Vereine. Das ergänzt den Blick auf die Steinbrüche um Alltags- und Ortsgeschichte: Neben der Bedeutung des Sandsteins geht es hier auch um Lebensbereiche wie Schule, Arbeit und Vereinsleben.
Der Kulturbahnhof Ostermundigen befindet sich in den Räumlichkeiten des Bahnhofs. Sein Angebot umfasst Ausstellungen und Vernissagen ebenso wie Theater, Lesungen, Installationen, Musik- und Videovorführungen, Workshops sowie Kurse. Das Programm reicht damit von Ausstellungen bis zu Veranstaltungen und Mitmachformaten. Für die Planung können Sie das Ortsmuseum als Zugang zur örtlichen Geschichte und den Kulturbahnhof als breiter angelegtes Kulturangebot einordnen.
Auch die Parks unterscheiden sich durch ihre beschriebenen Merkmale. Der öffentliche Seepark ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet. Sein naturnah gestalteter Teich ist ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Der Rütipark entstand 2025 im Rahmen einer ökologischen Aufwertung; zu ihm gehören ein Feuchtbiotop und der ganzjährig freie Zugang. Wer Parkanlagen in die Reiseplanung einbezieht, findet somit im Seepark den naturnah gestalteten Teich und im Rütipark das Feuchtbiotop als jeweils konkrete Besonderheit.
Für die Auswahl des Aufenthalts können Sie die Schwerpunkte gegeneinander abwägen: Der Klee-Themenpfad verbindet Kunstbezüge mit einer ausgewiesenen Länge und Mindestdauer, während die weiteren Routen Wald, Steinbruch oder Stationen auf dem Weg nach Bern hervorheben. Ortsmuseum, Kulturbahnhof und Parks ergänzen diese Wanderthemen um Geschichte, Kultur und Natur.
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