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Zimmerwald verbindet eine markante Episode der Geschichte mit Wegen, die Landschaft und Landwirtschaft in den Blick nehmen. Dazu kommen historische Bauwerke mit ganz unterschiedlichen Details. So können Sie den Ort über seine Konferenzgeschichte kennenlernen oder den Aufenthalt mit einer Wanderung auf dem Längenberg verbinden.

Konferenzgeschichte und Baukultur

Am 5. September 1915 trafen sich auf dem Längenberg unter anderem Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki zur sogenannten Zimmerwald-Konferenz. Ihr Ziel war, eine internationale Friedensaktion zu organisieren und sozialistische Gruppen unterschiedlicher Ausrichtung zusammenzuführen. Das Datum und die Namen geben dem historischen Thema einen konkreten Rahmen; die Konferenz verband zugleich verschiedene politische Strömungen in einem gemeinsamen Vorhaben.

Auch die Bauwerke lassen unterschiedliche Zeiten erkennen. Die Kirche Zimmerwald entstand zwischen 1697 und 1699. Ihre drei Chorfenster tragen Glasmalereien von Aloys Balmer aus dem Jahr 1905. Bauzeit und Fensterkunst liegen damit in verschiedenen Jahrhunderten – zwei konkrete Anhaltspunkte für einen Blick auf die Kirche.

Ein weiteres Baudenkmal ist das Ofenhaus-Stöckli, das 1651 im Weiler Niederhäusern bei Zimmerwald erbaut wurde. Besonders auffällig sind die reich bemalten Riegelfüllungen mit Spiralrankenwerk. Hinzu kommen heraldisch gestaltete Löwen mit Attributen des Backhandwerks. Die Ornamente und Handwerkszeichen geben der Fassade ihre charakteristischen Motive. Seit Herbst 2014 kann das Ofenhaus-Stöckli über die Stiftung „Ferien im Baudenkmal“ als Ferienwohnung gemietet werden. Prüfen Sie vor einer Buchung die aktuelle Verfügbarkeit.

Wanderwege auf dem Längenberg

Der informative Längenberger Bauernpfad führt von der Kirche Zimmerwald über die Sternwarte und die Brätlistelle Allmidhölzli nach Obermuhlern und zurück zur Kirche. Zehn Tafeln behandeln Waldbewirtschaftung, Ackerbau, Rindviehhaltung und Landschaftspflege. Sie verfolgen außerdem den Weg landwirtschaftlicher Produkte vom Feld bis ins Ladenregal. Damit verbindet der Pfad eine konkrete Wegstrecke mit Themen rund um Landwirtschaft und Landschaft. Die Wanderung dauert etwa eineinhalb bis zwei Stunden und ist auch für kleine Kinder geeignet. Am Längenberger Bauernpfad gibt es zudem eine Feuerstelle mit schönem Ausblick auf die Berge. Der Weg führt über die Sternwarte; das Observatorium Zimmerwald ist öffentlich nicht zugänglich.

Eine weitere leichte Route verläuft von der Kirche Zimmerwald über Lisiberg, Chüliwilwald und Undere Wald nach Englisberg. Für sie sind etwa eineinhalb Stunden angegeben. Der 973 Meter hohe Lisiberg bietet Ausblicke über den Längenberg zur Gantrischkette und zu den Berner Hochalpen. Die beiden beschriebenen Gehzeiten liegen nahe beieinander: Der Bauernpfad ist mit etwa eineinhalb bis zwei Stunden, die Route über Lisiberg mit etwa eineinhalb Stunden angegeben. Bei der Auswahl können daher vor allem die unterschiedlichen Wegverläufe und Themen ausschlaggebend sein.

Anreise und Übernachten

Die Kirche Zimmerwald ist mit dem Postauto von Wabern, Kehrsatz, Köniz oder Riggisberg aus erreichbar. Da sich Verbindungen ändern können, prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan.

Als konkrete Übernachtungsmöglichkeit ist das Ofenhaus-Stöckli in Niederhäusern bei Zimmerwald als Ferienwohnung über die Stiftung „Ferien im Baudenkmal“ bekannt. Die Vermietung ist seit Herbst 2014 möglich; die Verfügbarkeit für Ihren gewünschten Zeitraum sollten Sie separat prüfen. So lässt sich die Suche nach einer Unterkunft mit den Bau- und Wanderthemen des Aufenthalts verbinden, ohne die beiden Routen zu einem festen Ausflugsplan zusammenzufassen.

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