Die Steinkirche Cazis wurde in Spritzbetontechnik gebaut – einer Technik, die in der Region überwiegend im Tunnelbau verwendet wird. Diese Verbindung von Kirchenbau und einem sonst vor allem mit dem Tunnelbau verbundenen Verfahren macht sie zu einem eigenständigen Kulturthema in Cazis. Die Gemeinde liegt im Kanton Graubünden und gehört zur Region Viamala. Als Talgemeinde liegt sie westlich des Hinterrheins am Heinzenberg, etwa drei Kilometer nördlich von Thusis. Cazis ist mit der Bahn oder dem PostAuto erreichbar.
Steinkirche, Stube und St. Martin
Die Steinkirche besteht aus drei Elementen, die an von Gletschern geformte Felsen erinnern. Im Inneren vermittelt die Architektur zugleich ein Gefühl von Geborgenheit und Freiheit. Die Kirche St. Martin war die erste Talkirche im Domleschg. Eine archäologische Deutung bringt ihren Ursprung mit einem eisenzeitlichen Sonnenheiligtum in Verbindung; die Eisenzeit wird ab 800 v. Chr. angesetzt.
Im Pfrundhaus befindet sich eine spätgotische Stube, deren Entstehung um 1454 datiert wurde. Sie gilt als die älteste bekannte Stube Graubündens. Zusammen mit St. Martin und der Steinkirche eröffnet sie einen anderen Blick auf Cazis’ Bau- und Kirchengeschichte: von einer archäologischen Deutung bis zu einem Raum aus der Spätgotik und einer Kirche mit ungewöhnlicher Bauweise.
Kloster und regionale Geschichte
Das Dominikanerinnenkloster in Cazis blickt auf 1.300 Jahre als Ort des Glaubens und der Kontemplation zurück. Um 700 wurde es von Bischof Viktor II. von Chur gegründet; es gilt als erstes Frauenkloster in Churrätien. Ab dem 12. Jahrhundert war das Kloster mit fünf Großhöfen in Cazis und am Heinzenberg die größte Grundbesitzerin der linken Talseite. 1156 gingen die Pfarrrechte der frühmittelalterlichen Kirche St. Martin an die Klosterkirche St. Peter.
Das Kloster bietet eine große Auswahl an Kursen. Wenn Sie einen Kurs in Ihren Aufenthalt einplanen, prüfen Sie das aktuelle Kursprogramm, da sich das Angebot ändern kann. Auch das Kulturarchiv Cazis setzt einen eigenen Akzent: Es zeigt Anschauungsmaterial zu Ausgrabungen auf dem Petrushügel und im Dorf Cresta.
Zu den Kulturerberesten rund um Cazis zählen außerdem mutmaßliche Reste eines Rundturms aus dem 11. oder 12. Jahrhundert bei Rentiel sowie hochmittelalterliche Burgstellen ohne Mauerreste bei Montair/Montera und Niederrealta. Cazis steht historisch auch mit der Viamala-Route und dem Transitverkehr über den Splügenpass in Verbindung. Die Fahrstraße über den Pass wurde zwischen 1818 und 1823 gebaut.
Natur in Munté
Das kantonale Naturschutzgebiet Munté Süd liegt auf der Ebene unterhalb von Cazis zwischen dem St. Martinwald und dem Bahnhof Rodels und grenzt an den Rheindammweg. Das Naturschutzgebiet Munté dient Zugvögeln als Rast- und Futterplatz und der Naherholung. Es umfasst einen markierten Wanderweg; Besucherinnen und Besucher müssen innerhalb des Schutzgebiets auf dem markierten Weg bleiben.
Rundtour und Minigolf
Die Rundtour Cazis Mitte beginnt am Bahnhof Cazis. Die Strecke ist 29,1 Kilometer lang und umfasst jeweils 576 Höhenmeter im Auf- und Abstieg.
Eine andere Freizeitoption ist Minigolf Beverin. Die 18-Loch-Anlage liegt auf dem Gelände der Beverin-Klinik in einer ruhigen, parkähnlichen Landschaft. Auf der professionellen Anlage können ambitionierte Spielerinnen und Spieler trainieren oder an Wettkämpfen teilnehmen. So stehen neben Kulturgeschichte und Natur auch ein klar umrissenes Freizeitangebot und eine Tour mit ausgewiesenen Strecken- und Höhenmetern zur Auswahl.
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