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Basse-Nendaz lässt sich über seine Dorfgeschichte und markante Bauwerke kennenlernen. Das Dorf liegt am linken Ufer der Printse auf 992 Metern Höhe und ist das Schul-, Verwaltungs- und Pfarreizentrum der Gemeinde Nendaz. Im Zentrum stehen die Majorie und die Eglise de Basse-Nendaz; dazu kommen Fresken an Scheunenfassaden, Kapellen und Wege durch die Landschaft. So reicht der Blick vom mittelalterlichen Dorfleben bis zu einer weiterhin genutzten Suone.

Majorie und Eglise de Basse-Nendaz

Die Majorie, auch Grande Maison genannt, ist ein markantes altes Gebäude im Zentrum von Basse-Nendaz. Ihr gezacktes Dach prägt den Bau. Die frühere Turmanlage der Meierei von Basse-Nendaz wurde 1475 während des Feldzugs gegen Savoyen zerstört und 1505 wieder aufgebaut. Anschließend richtete man sie als befestigtes Haus für den damaligen Major ein. Dazu gehörten ein Gerichtssaal und ein Gefängnis; als Majorie wurde das Gebäude bezeichnet.

Die Eglise de Basse-Nendaz erzählt eine andere Geschichte: Bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts war sie die einzige Kirche der Pfarrei Nendaz und diente den Bewohnern aller Dörfer als Versammlungsort. Die wichtigsten Umbauten fanden zwischen 1882 und 1885 statt und gaben dem Gebäude seine heutige Form. 1913 wurde der Glockenturm wieder aufgebaut und erhöht. In der großen weißen Kirche befindet sich außerdem eine ursprüngliche Kapelle, die heute als Krypta dient. Ihre Bauzeit reicht bis ins späte 9. oder frühe 10. Jahrhundert zurück; bauliche Überreste wurden bei Restaurierungsarbeiten von 1964 bis 1967 wiederentdeckt. Am Fuß des Kirchturms liegt das Grab von Charles-Frédéric Brun, der in der Region als «der Deserteur» bekannt ist. Seine genaue Identität ist bis heute ungeklärt.

Chapelle St-Sébastien und ihre Tradition

Am Ortsausgang von Basse-Nendaz in Richtung Fey steht die Chapelle St-Sébastien auf einem Felsvorsprung über dem Rhônetal. Eine Urkunde vom März 1555 erwähnt eine Schenkung von drei Gulden und zwei Altartüchern zur Restaurierung religiöser Gebäude der Region, darunter diese Kapelle. Damit ist sie auch mit einer konkreten Episode der regionalen Religionsgeschichte verbunden.

Seit den 1970er Jahren gestalten Jagdgruppen aus Nendaz, Veysonnaz und Salins jedes Jahr am 20. Januar die Messe zum Fest des heiligen Sebastian in der Kapelle. Sebastian ist der Schutzpatron der Bogenschützen. Wenn Sie Ihre Reise um diesen Termin planen, prüfen Sie vorab das aktuelle Festprogramm.

Fresken an Scheunenfassaden

Vier monumentale Fresken schmücken Scheunenfassaden in Basse-Nendaz bei Borné Chë und in Haute-Nendaz am Chemin des Bornes. Sie stammen vom Schweizer Künstler Antoine Guignard, der auch unter dem Namen LPVDA bekannt ist. Die Werke geben Anlass, bei der Beschäftigung mit den Dörfern neben Kirchen und historischen Gebäuden auch auf Kunst im öffentlichen Raum zu achten. Die beiden genannten Standorte verteilen sich auf Basse- und Haute-Nendaz und ergänzen so die unterschiedlichen Ortsbilder um ein gemeinsames Kunstthema.

Wanderungen und der Bisse du Milieu

Eine konkret bezifferte Wanderung ist «Les Villages»: Sie ist sieben Kilometer lang, dauert etwa 2 Stunden und 10 Minuten, weist 378 Höhenmeter auf und hat den Schwierigkeitsgrad 3 von 5. Die ungefähre Dauer und die Höhenmeter geben einen klaren Rahmen für die Planung. Da sich Routendaten ändern können, prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Angaben auf der offiziellen Routenseite.

Ein anderer Schwerpunkt ist der Bisse du Milieu, ein fünf Kilometer langer Bewässerungskanal aus dem Jahr 1700. Er ist weiterhin in Betrieb und bewässert Himbeerfelder und andere Kulturen im Gebiet von Haute-Nendaz und Basse-Nendaz. Die Wasserfassung liegt auf 1.460 Metern Höhe. Der Weg kann direkt vom Zentrum des Ferienorts aus begangen werden und ist im Sommer wie im Winter zugänglich. Während «Les Villages» mit Strecke, Dauer, Höhenmetern und Schwierigkeitsgrad umrissen ist, stehen beim Bisse du Milieu seine landwirtschaftliche Funktion und der saisonübergreifende Zugang im Vordergrund.

Auch über Basse-Nendaz hinaus spielt diese Verbindung von Wasserbau und Wandern eine Rolle: In der Gemeinde Nendaz insgesamt gibt es acht historische Walliser Suonen, die jeweils von Wanderwegen begleitet werden. Wer sich für diese Wege interessiert, kann die örtliche Geschichte deshalb mit einem größeren Blick auf das Gemeindegebiet verbinden.

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