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Die Roggenterrassen der Zälg geben Erschmatt einen besonderen Zugang zur Walliser Kulturgeschichte: Hier treffen Ackerbau, alte Dorfgebäude und Wege in die Berglandschaft aufeinander. Für die Reiseplanung lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Möglichkeiten: Entdecken Sie die Roggentradition im Dorf, wählen Sie ein Angebot auf Anfrage oder orientieren Sie sich an einer Wanderung mit Angaben zu Strecke und Dauer.

Roggenlandschaft und Sortengarten

Nordöstlich des Dorfes bilden die Terrassenäcker der Zälg eine eindrückliche Kulturlandschaft. Auf 1100 bis 1600 Metern über Meer bauten Menschen aus Erschmatt und Bratsch Roggen zur Selbstversorgung an. Insgesamt elf Terrassen wurden vom Verein Erlebniswelt Roggen Erschmatt gemeinsam mit Pro Natura Wallis wieder umgebrochen und mit Winterroggen bepflanzt. So entstand Lebensraum für viele selten gewordene Pflanzen und Tiere.

Im Sortengarten Erschmatt haben alte Walliser Kulturpflanzen, die nur noch selten angebaut werden, eine Heimat. Dort werden auch selten gewordene Ackerbegleitpflanzen gepflegt, die an sonnige, trockene Getreideäcker angepasst sind. Von Juni bis August wird jeweils am ersten Samstag eine kostenlose Führung angeboten; klären Sie die Termine vor Ihrer Reise ab.

Architektur und Dorfgeschichte

Im alten Dorfteil steht der Hohe Spycher, auch «Heju Spiichär» genannt. Das markante Blockwandgebäude stammt aus dem Jahr 1628. Seine Stadelstützen und Mäuseplatten ruhen auf etwa drei Meter hohen Natursteinstützen. Nach einem fach- und stilgerechten Umbau stehen die Gebäulichkeiten dem Verein Erlebniswelt Roggen für Bildungs- und Kulturzwecke zur Verfügung.

Einen anderen architektonischen Akzent setzt die Pfarrkirche St. Michael. Ihre weissen Mauern und der Helmturm heben sich von den dunklen, fast durchweg nach Süden ausgerichteten Holzhäusern ab. Die Kirche wurde zwischen 1710 und 1713 erbaut; ihr Kirchenpatron ist der Erzengel Michael. Der barocke Hauptaltar und die Kanzel wurden 1777 eingeweiht, während die beiden Seitenaltäre 1840 und 1882 ihre heutige Form erhielten. Die obere von zwei Emporen dient der Orgel und dem Chor, die untere den Kirchgängern. Die bestehende Orgel baute J. H. Füglister aus Grimisuat 1984.

Auch das Burgerhaus hält die lokale Backtradition präsent: Es besitzt eine alte Backstube und einen Gemeindebackofen mit Platz für rund 150 Roggenbrote. Dort wird seit gut 400 Jahren bis heute nach traditioneller Art gebacken. Das Heliodome wiederum ist ein privates Wohn- und Ferienhaus, dessen Form sich nach dem Sonnenverlauf im Tages- und Jahreslauf richtet. Fragen und mögliche Besuche können Sie mit den Besitzern Gabriela und Herbert Lötscher besprechen.

Brot, Geschichten und Begegnungen

Im Roggenatelier lässt sich der Weg vom Korn zum Brot praktisch nachvollziehen: Besucher dreschen und worfeln Getreide, mahlen Körner, sehen einen Film über das Brotbacken, spalten Brot und degustieren Roggenprodukte. Das Roggenatelier wird ganzjährig auf Anfrage angeboten; klären Sie die Arrangements vor der Reise.

«Brot & Feuer» verbindet eine Erkundung der Orte der Walliser Roggenbrot-Herstellung im Dorf mit dem gemeinsamen Kneten und Formen von Sauerteig-Roggenbrot in der alten Backstube. Dazu kommen Walliser Sagen; das selbst geformte Brot darf mit nach Hause genommen werden. Dieses Angebot findet auf Anfrage statt, die aktuelle Verfügbarkeit sollten Sie vorab bestätigen.

Beim Backerlebnis bereiten Sie eigenes Brot zu, kneten und formen den Teig und backen ihn im Holzbackofen. Zum Programm gehören außerdem ein Dorfrundgang, Dreschen in der historischen Scheune und Kurzfilme im Hohen Spycher. Auch dieses Angebot wird ganzjährig auf Anfrage durchgeführt. Die Formate setzen unterschiedliche Akzente: vom praktischen Einblick in Roggen und Getreide bis zum gemeinsamen Brotbacken mit Geschichten aus dem Wallis.

Wandern und Wege wählen

Die Wanderroute Leuker Sonnenberge führt über Engersch nach Erschmatt, durchquert das Dorf und kommt im Bereich Undri Zälg an einem Sortengarten des Roggenzentrums Erschmatt vorbei. Als Gesamtwanderung ist sie mit 11,64 Kilometern und drei Stunden und 20 Minuten angegeben und als leicht eingestuft. Sie beginnt an der Bergstation der Gondelbahn in Jeizinen auf 1520 Metern und endet am Bahnhof Leuk auf 623 Metern. Dauer und Wegbedingungen können variieren; prüfen Sie die Route und den Betrieb der Verkehrsmittel vor dem Aufbruch.

Am Wanderweg Erschmatt–Jeizinen liegt der Hügostein. Von einer Sitzbank aus bietet sich ein Rundblick auf das Dorf, das Weisshorn und das Rhonetal. Der Findling blieb nach dem Rückzug des Rhonegletschers in der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 Jahren an seinem Standort in Erschmatt zurück. Eine weitere Möglichkeit für einen längeren Ausflug bietet Pferdetrekking Wallis: Die Tagestour beginnt und endet in Erschmatt und führt über alte Säumerpfade in die Berglandschaft. Die zweitägige Tour beginnt ebenfalls dort und umfasst eine Übernachtung in einer alten Alphütte. Beide Angebote sind saisonal; klären Sie die Verfügbarkeit vor der Reise.

In der näheren Umgebung bilden die Steinkännel im Bruu eine mehr als 200 Meter lange Wasserleite, die mit der Bewässerung der Erschmatt-Wiesen verbunden ist und als Kulturdenkmal gilt. Sie ist nur zu Fuss erreichbar: über einen Hirtenweg von der Oberen Feselalp oder, für geübte Berggänger, über das Geisstrittji von der Bachalpe aus. Ebenfalls in der näheren Umgebung überspannt die Hohe Brücke, auch Teufelsbrücke genannt, den Feschelbach zwischen Erschmatt und Leuk; sie stammt aus dem 16. Jahrhundert.

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