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Ein selbstständig ergehbarer Kulturpfad, ein 42 Meter hoher Wasserfall und Einblicke in die Walliser Käseherstellung geben Turtmann unterschiedliche Seiten. Das Dorf liegt an der Südseite des Rhonetals am Fuss des Ergischhorns; die Turtmänna berührt es an seiner Westseite. Für die Reiseplanung lohnt es sich, zwischen historischen Dorfstationen, Natur und zeitgebundenen Angeboten zu unterscheiden.

Ein Dorfrundgang mit Geschichte

Der Kulturpfad Turtmann wurde 2004 als kulturhistorische Wanderung eingeweiht und ist ein preisgekrönter Dorfrundgang, den Sie selbstständig erwandern können. Er beginnt bei der Kirche. An 18 historischen Gebäuden informieren Tafeln über deren wichtigste Kenndaten. So verbindet der Weg Bewegung mit einem näheren Blick auf die Bau- und Dorfgeschichte, ohne dass Sie dafür eine geführte Tour einplanen müssen.

Turtmann wurde 1210 erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. und 14. Jahrhundert erreichte der Warenumschlag in der Sust an der Simplonroute einen ersten Höhepunkt. Intensivere Handelsverbindungen über den Simplon im 16. und 17. Jahrhundert standen im Zusammenhang mit der Entstehung der Patrizierhäuser der Handelsherren im Dorf. Auch die historische Route du Simplon gehört zur Ortsgeschichte: Ihr ältester Abschnitt wurde zwischen 1810 und 1820 gebaut. Von der ursprünglich fünf Kilometer langen Pappelallee ist noch eine Seite erhalten.

Wasserfall, Tal und historische Wege

Der Turtmänner Wasserfall ist 42 Meter hoch und zugleich der Anfang des wildromantischen Turtmanntals. Das Tal lässt sich zu Fuss, mit dem Mountainbike oder im Winter mit Tourenskis erkunden; die winterliche Nutzung hängt von den Wetterbedingungen ab. Wer eine Wanderung ab Turtmann in den Mittelpunkt stellt, findet ausserdem den geschichtlichen Bezug zu einem Saumweg: Dieser wurde 1842 erstmals auf Karten als Verbindung zwischen dem Rhonetal und dem Turtmanntal dargestellt.

Eine weitere saisonale Naturbeobachtung betrifft das geschützte Adonisröschen. Auf einer Wanderung ab Turtmann blüht es von April bis Mitte Mai, wobei die Blütezeit je nach Bedingungen variieren kann. Damit stehen neben dem Kulturpfad auch ein landschaftlicher Schwerpunkt und ein klar eingegrenzter Zeitraum zur Auswahl.

Käse, Wein und Dorfleben

In der Käserei in Turtmann können Besucher die Geheimnisse der Raclettekäse-Herstellung kennenlernen. Im Showroom sehen sie, wie jährlich 320 Tonnen Raclette du Valais AOP Wallis 65 produziert werden. Wer sich für das DIROSO-Erlebnis interessiert, kann an einer geführten Besichtigung im Weinkeller inmitten der Rebberge teilnehmen. Dazu gehören eine kommentierte Degustation und eine Platte mit Walliser Spezialitäten. Bestätigen Sie die Besuchsdetails der Käserei und die Buchungsdetails für DIROSO vor Ihrer Anreise.

Auch die Veranstaltungstermine setzen unterschiedliche Akzente. Der Püru-Märt Cultura findet jedes Jahr am letzten Samstag im September statt. Zu seinen wiederkehrenden Merkmalen zählen eine Kinderwelt mit verschiedenen Spielmöglichkeiten, zahlreiche Marktstände und viele Tiere; Einzelheiten können je Ausgabe variieren. Prüfen Sie das Datum für das gewünschte Reisejahr. Der Gigäli-Mentag wiederum gehört zum Turtmänner Vereins- und Dorfleben und findet am Fasnachtsmontag mit traditionellem Maskentreiben und Guggenmusiken statt.

Anreise und Reisezeit abstimmen

Turtmann wird regelmässig von Regionalzügen auf der Simplon-Linie bedient. Da Fahrpläne veränderlich sind, prüfen Sie die Verbindung für Ihren Reisetag. Eine Seilbahn führt von Turtmann nach Oberems und kann den Aufstieg deutlich verkürzen; informieren Sie sich vorab über die Betriebszeiten. Für die Wahl des Reisetermins bieten die Blütezeit des Adonisröschens, der Septembermarkt und der Gigäli-Mentag verschiedene Anlässe.

Weitere Reiseziele entdecken: Erschmatt, Unterems, Gampel, Ergisch, Guttet-Feschel, Gampel-Bratsch, Leukerbad, Albinen

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Leuk.

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