Die Höllgrotten Baar sind ein Höhlensystem in der wildromantischen Flusslandschaft des Lorzentobels. Kleine Seen und Tropfsteinformationen in unterschiedlichen Farbnuancen prägen die Höhlen. Sie sind rund 6000 Jahre alt und wurden 1863 entdeckt, als Tuffstein für die Auskleidung von Eisenbahntunneln im Knonaueramt abgebaut wurde. Für die selbstständige Besichtigung können Sie etwa drei Viertelstunden einplanen.
Höhlen, Lorze und Wege
Die Höllgrottenwanderung führt vom urbanen Baar entlang der Lorze zu den Höhlen. Eine weitere Wegverbindung verläuft von Schmittli bei Neuägeri über die Höllgrotten und Baar bis zur Stadt Zug. Sie eignet sich zum Radfahren, Wandern und Inline-Skaten. So stehen unterschiedliche Arten der Bewegung entlang der Lorze zur Auswahl, ohne dass sie mit derselben Zeitplanung verbunden sein müssen.
Auch der Schlaufensteg setzt einen eigenen Akzent: Der Baumwipfelweg ist 350 Meter lang, führt zu mehreren Aussichtsplattformen und erreicht eine Höhe von bis zu 22 Metern. Er ist ganzjährig frei zugänglich. Damit können Sie Ihre Erkundungen mit einem Weg auf Baumhöhe ergänzen; die Höllgrotten bieten dagegen einen Einblick in ein Höhlensystem mit Seen und Tropfsteinformationen.
Spuren aus verschiedenen Jahrhunderten
Nordöstlich des Dorfes erhebt sich die Baarburg als plateauartige Höhenkuppe und dominierendes Wahrzeichen von Baar. Archäologische Untersuchungen belegen dort mindestens sieben Siedlungsphasen: von der Mittelbronzezeit ab 1550 v. Chr. bis ins Frühmittelalter um 700 n. Chr. Die Zeitspanne reicht damit weit über die Geschichte der späteren Kirchen und Verkehrswege hinaus.
Im Ortsbild stehen unterschiedliche religiöse Baugeschichten nebeneinander. Die reformierte Kirche wurde 1866/67 als erster protestantischer Kirchenbau der Innerschweiz errichtet. Der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Martin entstand um 1360; bis heute ist die Kirche von einer barocken Ausstattung geprägt. Bemerkenswert ist auch der Dachstuhl von St. Martin, der 1557 errichtet wurde.
Im Lorzentobel erzählt die älteste der drei Brücken von einer anderen historischen Verbindung: Sie ist eine überdachte Holzbrücke aus dem Jahr 1759. Die drei Brücken symbolisieren die stets wichtige Verkehrsverbindung zwischen Berg und Tal im Zugerland. Auch der Mühlebachkanal verweist auf die wirtschaftliche Entwicklung Baars. Die Obermühle und die Spinnerei Baar nutzten seine Wasserkraft, um Maschinen anzutreiben. Tafeln entlang des Kanals erläutern seine Bedeutung für die Industrialisierung Baars.
Bräuche und lokale Einblicke
Die Baarer Räbefasnacht wurde am 13. Februar 1947 im Restaurant Zur Waage gegründet. Ihre zentrale Symbolfigur, der Räbegäuggel, wurde von Eugen Hotz gestaltet. Beim traditionellen Räbevatermöhli wird alljährlich Baarer Räbemues serviert. Eine aktive Teilnahme an der Inthronisation des Räbevaters und am grossen Umzug am Fasnachtssonntag ist möglich. Die konkreten Programmpunkte können von Jahr zu Jahr variieren.
Auch die Brauerei Baar gehört zur lokalen Geschichte: Sie wurde 1862 gegründet. Führungen durch die Brauerei vermitteln Einblicke in die Braukunst. Für einen anderen historischen Schwerpunkt führt der Blick ins nahegelegene Allenwinden. Zum dortigen Dorfkern gehört die Pfarrkirche St. Wendelin von 1749. Der Dorfkern wird als Ziel für Wanderungen im Lorzentobel oder am Zugerberg empfohlen.
Anreise und Orientierung
Baar verfügt über Schnellzughalte der Linie Luzern–Zürich. Vom Bahnhof Zug bringen die Stadtbahn Zug oder die Buslinie 3 Besucherinnen und Besucher nach Baar. Von Baar aus sind die Höllgrotten mit dem Auto oder dem Velo erreichbar. Für Ihre Planung können Sie daher die Anreise nach Baar, die Verbindung ab dem Bahnhof Zug und die Wahl zwischen einem Höhlenbesuch, Wegen entlang der Lorze und historischen Stationen getrennt betrachten.
Weitere Reiseziele entdecken: Risch, Steinhausen, Walchwil, Cham, Unterägeri, Zug, Oberägeri, Menzingen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Zug.