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Briggow verbindet die Form eines Angerdorfs mit einer neugotischen Backsteinkirche und einem klassizistischen Gutshaus. Der Ort lässt sich über seine Siedlungsstruktur und mehrere historische Bauphasen erschließen. Wer bei der Wahl des Reiseziels Wert auf Dorfgeschichte und Architektur legt, findet hier einen klaren thematischen Schwerpunkt.

Dorfanger und Kirche

Briggow ist ein Angerdorf: Das Dorf ist um einen traditionellen Dorfanger oder eine gemeinschaftliche Grünfläche angelegt. Diese Siedlungsform bildet den Rahmen für den Blick auf die neugotische Backsteinkirche und das Gutshaus. Damit gehört nicht nur die Bauweise einzelner Gebäude zum Ortsbild; auch die Anlage als Dorf ist ein Teil seines Charakters.

Die neugotische Backsteinkirche entstand 1866 auf den Grundmauern eines älteren Kirchenbaus. Karl Alexander von Oertzen ließ sie nach den Plänen des Baurats Friedrich Wilhelm Buttel errichten. So treffen an einem Gebäude Angaben zu Material und Stil, zum Baujahr und zu einem älteren Vorgängerbau zusammen. Für eine architektonische Einordnung sind damit sowohl die neugotische Form als auch die längere Baugeschichte relevant.

Gutshaus und frühere Gutsanlage

Das klassizistische Gutshaus erhielt um 1880 seine heutige Form. Zur Ortsgeschichte gehört eine kleine Burg, die vermutlich spätestens im Dreißigjährigen Krieg zerstört und durch ein Gutshaus ersetzt wurde.

Am westlichen Rand des ehemaligen Gutshofs liegt der Turmhügel Huzzlepurzle-Berg; er ist über einen Steg über den Graben erreichbar. Da sich physische Zugangsbedingungen ändern können, prüfen Sie den Zustand des Zugangs vor dem Besuch. Zur denkmalgeschützten Gutsanlage gehören das Gutshaus in den Hausnummern 44/46, Reste des Parks und ein Stall in Hausnummer 52. Einige alte Bäume stehen neben dem Gutshaus; möglicherweise gehörten sie zur früheren Parkanlage.

Sülten und Sülten-Hof

In Sülten, einem der drei Ortsteile der Gemeinde, zeigt sich eine andere Siedlungsform: Das Dorf ist ein typisches Straßenangerdorf mit Dreiseithöfen und besitzt eine neugotische Dorfkirche. Briggow ist ein Angerdorf, Sülten ein Straßenangerdorf; diese Begriffe unterscheiden die Dorfanlagen und zeigen den eigenständigen Siedlungscharakter beider Orte. Die Bezeichnung Dreiseithof meint eine Hofanlage, deren Gebäude drei Seiten eines Hofraums einfassen.

Sülten-Hof, das ehemalige Gutsdorf, wird von Neubauerngehöften und einem neunachsigen Putzbau mit Krüppelwalmdach geprägt. Ein neunachsiger Bau gliedert seine Fassade in neun Achsen; ein Krüppelwalmdach besitzt verkürzte Dachflächen an den Giebelseiten. So werden an einem Ort sowohl die Hofstruktur als auch ein einzelner Bau mit seiner Fassaden- und Dachform greifbar.

Regionaler Naturkontext

Im übergeordneten Reiseziel Mecklenburgische Seenplatte setzt der Müritz-Nationalpark einen anderen Schwerpunkt: Wälder, Moore, Seen und weite Wiesen prägen seine Landschaft. Der Müritz-Nationalpark-Wanderweg erschließt diese Landschaft in neun Etappen und führt an Seen, durch urwüchsige Wälder, vorbei an Binnendünen und zur Havelquelle. Für die Wahl der Reiseinteressen lassen sich so zwei Themen gegenüberstellen: Briggows Siedlungs- und Baugeschichte sowie Natur und Wandern im übergeordneten Reiseziel.

Weitere Reiseziele entdecken: Gülzow, Grammentin, Jürgenstorf, Knorrendorf, Stavenhagen, Kittendorf, Zettemin, Rosenow

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Stavenhagen.

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