Ein schwach hervortretender, dreiachsiger Mittelrisalit gliedert das zweigeschossige Gutshaus Knorrendorf; das Haus trägt ein Satteldach. Die Fassade gibt damit einen konkreten Einstieg in die Baugeschichte des Ortes. Weitere Gutshäuser und eine Dorfkirche liegen in den zur Gemeinde gehörenden Orten Kastorf, Kleeth und Gädebehn. Ihre unterschiedlichen Bauformen und Nutzungen erzählen von verschiedenen Kapiteln der Ortsgeschichte.
Kastorf: Dorfkirche und Gutsanlage
Die Dorfkirche Kastorf wurde 1788 als langgestreckter Backsteinsaal mit abgewalmtem Satteldach errichtet. Im Westen steht ein Dachturm mit Pyramidenhelm. Über dem Seiteneingang befindet sich eine Sonnenuhr; zur Innenausstattung gehört ein massiv gemauerter Kanzelaltar. An der Nordseite zeigt ein Buntglasfenster den heiligen Georg. Es dient zugleich als Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus der Gemeinde Knorrendorf. So treffen an einem Kirchenbau Architektur, Ausstattung und Gedenken aufeinander.
Das Gutshaus Kastorf entstand Anfang des 18. Jahrhunderts und erhielt Mitte des 19. Jahrhunderts neugotische Züge. Es steht unter Denkmalschutz und wird seit 1998 zu Wohnzwecken genutzt. Von der ebenfalls denkmalgeschützten Gutsanlage sind Speicher, Inspektorenhaus, Remise und Torpfeiler erhalten. Die verschiedenen Gebäude machen deutlich, dass die Geschichte des Ortes nicht nur am Gutshaus selbst hängt, sondern auch an den erhaltenen Teilen der Anlage.
Gutshäuser in Kleeth und Gädebehn
Das Gutshaus Kleeth entstand vermutlich um 1860 in T-Form. Mitte der 1950er-Jahre wurde eine Gebäudehälfte abgerissen, die andere umgebaut. 1999 plante die Gemeinde Kleeth den Abriss des Hauses. Ein Käufer baute es wieder auf und versuchte dabei, möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten. Die vermutete Entstehungsform, die späteren Veränderungen und der Wiederaufbau bilden unterschiedliche Stationen seiner Baugeschichte.
Das Gutshaus Gädebehn erhielt um 1850 seine heutige Form. Sein Saal wurde für Veranstaltungen genutzt. Nach der politischen Wende eröffnete die Familie Mende dort die Gaststätte „Dorfkrug“ und richtete einige Fremdenzimmer ein; der Betrieb wurde später eingestellt. Diese frühere Nutzung ergänzt die Baugeschichte um ein Kapitel aus dem Alltagsleben des Ortes, ohne dass daraus ein heutiges gastronomisches oder Unterkunftsangebot folgt.
Slawische Wehranlagen und Wanderweg
Am nördlichen Rand des Kastorfer Sees liegen drei slawische Wehranlagen dicht beieinander. Sie stammen aus dem 7. bis 12. Jahrhundert. Eine weitere slawische Wehranlage befindet sich beim Burgwall Gädebehn, der ursprünglich eine Inselburg im Verlandungsgebiet des Gädebehner Sees war. Geborgene Keramikscherben werden ins 11. bis 12. Jahrhundert datiert; sichtbare Erdwälle sind dort nicht mehr vorhanden. Die Fundstücke geben einen zeitlichen Anhaltspunkt, während sich die frühere Wallform heute nicht mehr im Gelände abzeichnet.
Für eine Wanderung nach Ivenack führt der Weg von Kastorf in Richtung Wildberg. In einem Gemeinderatsprotokoll vom 25. Februar 2025 wurde er als kaputtgefahren beschrieben. Prüfen Sie den aktuellen Zustand, bevor Sie den Weg einplanen.
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