Fanas ist ein Dorf im Vorderprättigau im Kanton Graubünden. Es liegt auf einer Terrasse an der Nordseite des Vorderprättigaus; zum Gebiet zwischen Taschinasbach und Schraubach gehört ein Teil des Fanaser Territoriums. Am Berghang befindet sich das Dorf etwa 300 Meter über dem Talboden. Der Rücken des Sassauna prägt die Aussicht vom Dorf, während der 2.394 Meter hohe Girenspitz im Nordosten den Abschluss des Salginatobels bildet. Wege in der Berglandschaft und Zeugnisse der Dorfgeschichte geben dem Aufenthalt in Fanas unterschiedliche Schwerpunkte.
Mit der Seilbahn in die Berglandschaft
Die Seilbahn Fanas bringt Besucher ganzjährig in 13 Minuten zum Maiensäss Eggli auf 1.700 Metern über Meer. Prüfen Sie vor der Anreise den Fahrplan und die Verfügbarkeit. Von der Bergstation lässt sich eine kurze Rundwanderung mit einem längeren Aufstieg vergleichen: Der Blumenweg ist eine leichte, 1,9 Kilometer lange Runde mit etwa einer Stunde Gehzeit und je 70 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. Start und Ziel liegen an der Bergstation. Entlang des Weges sind mehr als 30 Blumen markiert und beschrieben; die Blütezeit ist saisonabhängig.
Wer mehr Zeit für einen Aufstieg einplant, erreicht von derselben Bergstation aus über Weiden mit reicher Alpenflora den 2.307 Meter hohen Sassauna. Dafür dauert der Aufstieg etwa anderthalb Stunden. Die Rundwanderung und der Aufstieg unterscheiden sich also sowohl im Zeitbedarf als auch im Verlauf: eine Runde an der Bergstation steht einem Weg hinauf zum Berg gegenüber.
Wanderwege und praktische Bedingungen
Auch längere Wege erschließen die Umgebung. Die Wanderung von Seewis nach Fanas führt über den Taschinasbach, zwei steile Treppen, die Waldlichtung Geissrügg und das Munt-Tobel zur Sonnenterrasse Fanas. Am Taschinasbach sind nach der Schneeschmelze oder nach starkem Regen Hochwasserbedingungen zu berücksichtigen. Am Abschnitt Kohlplatz laden Feuerstellen und Sitzbänke zu einer Rast ein.
Der kürzeste Abstieg von Cania nach Fanas führt durch ein Moorgebiet von regionaler Bedeutung. Etwa auf halber Strecke liegt bei Cania ein Rastplatz mit Brunnen und Grillstelle. Die Wanderwege verlaufen über naturnahe Wege; bei und nach Regen ist mit nassen Stellen zu rechnen. Empfohlen werden gute, hohe Wanderschuhe. In den markierten Gebieten der Fanaser Wildruhezone dürfen Sie vom 1. Februar bis zum 30. April nur auf den Wegen gehen; das Verlassen der Wege ist untersagt. Prüfen Sie vor der Tour die aktuellen lokalen Hinweise.
Eine weitere Rastmöglichkeit ist die Schweizer-Familie-Feuerstelle der Gemeinde Fanas, etwa 15 Minuten vom Dorf entfernt. Brennholz ist direkt bei der Feuerstelle vorhanden. Da sich Anlagen ändern können, lohnt sich vor dem Besuch ein Blick auf die aktuellen lokalen Hinweise.
Dorfkern und Ortsgeschichte
Der alte, eng überbaute Dorfkern wird von der Kirche aus dem Jahr 1755 überragt. Am Dorfplatz prägen drei stattliche Häuser aus den Jahren 1677, 1726 und 1761 das Ortsbild. Diese historischen Gebäude geben dem Ortszentrum einen anderen Schwerpunkt als die Wege zu Bergwiesen und Aussichtspunkten.
Auch die Alte Sägerei gehört zur lokalen Geschichte: Sie wurde erstmals am 14. Juni 1833 schriftlich erwähnt. Bei ihrer umfassenden Renovation im Jahr 1989 blieb der Turbinenantrieb aus dem Jahr 1916 funktionsfähig erhalten. Ein weiteres Kapitel reicht über die Ortsgeschichte hinaus: 1855 organisierte die Gemeinde eine größere Auswanderung nach Brasilien. Fünfzig Personen folgten dem Aufruf unter der Führung des Lehrers Thomas Davatz.
Gleitschirmfliegen in Fanas
Fanas ist außerdem ein vielseitiges Fluggebiet für das Gleitschirmfliegen mit hervorragender Thermik. Streckenflüge bis zum Arlberg, nach Innsbruck und Bozen sowie nach Liechtenstein und ins Rheintal sind möglich. Ob ein Flug stattfinden kann, hängt vom Wetter und den lokalen Sicherheitsregeln ab. So stehen neben Wanderungen und Ortsgeschichte auch Flüge als eigener möglicher Schwerpunkt für den Aufenthalt zur Wahl.
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