Malans ist ein Weinbauerndorf und ehemaliger Marktort in der Bündner Herrschaft. Weinbau, Baugeschichte und Wege ins Berggebiet geben dem Ort unterschiedliche Seiten. Für die Wahl des Reiseziels hilft es, diese Themen auseinanderzuhalten: Manche Wegbeschreibungen führen nach Malans, andere starten hier und erschliessen Berglandschaft ausserhalb des Ortszentrums.
Weinbau und Dorfgeschichte
In Malans wird seit mehr als einem Jahrtausend Wein angebaut; der Ort besitzt zudem die ältesten Rebberge der Bündner Herrschaft. Der Completer, auch Malanser-Rebe genannt, war fast ausgestorben und ist wieder eine Rarität. Massige Mauern entlang der Strassen schlängeln sich durch die Rebhänge bis ins Dorf. Weinbau und Siedlungsbild treffen so im Ort zusammen, statt zwei getrennte Themen zu bilden.
Im Zentrum stehen zahlreiche herrschaftliche Patrizierhäuser aus der Zeit nach den Dorfbränden des 17. Jahrhunderts. Die Reformierte Pfarrkirche ist eine spätgotische Dorfkirche und enthält sechs Marmorepitaphien der Familien Planta und Salis. Häuser, Kirche und Epitaphien verweisen auf verschiedene Aspekte der Ortsgeschichte: auf den Wiederaufbau nach den Bränden, die Bauform der Kirche und die beiden genannten Familien.
Die barocke Schlossanlage Bothmar besitzt einen grosszügigen, mehrteiligen Garten. Ihr Kern stammt aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts; ihre heutige Gestalt geht auf einen Ausbau im frühen 18. Jahrhundert zurück. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich. Wenn Sie einen Blick von aussen planen, prüfen Sie den Zugang vorab.
Wege und Berglandschaft
Die Route über Vilan und Valcaus führt über den Salisweg nach Malans. Der Weg vermittelt die Geschichte des Dichters Johann Gaudenz von Salis-Seewis. Einen anderen Schwerpunkt setzt die Weinrunde Malans–Jenins: Sie beginnt und endet am Bahnhof Malans. So unterscheiden sich die benannten Angebote nach ihrem Thema und ihrer Wegführung. Prüfen Sie vor der Abfahrt die Bedingungen der jeweiligen Route.
Die Route des Staunens Malanser Älpli beginnt mit der Älplibahn ab Malans, führt am Moor und am Gebiet Sieben Brünnen vorbei und kehrt zum Älpli zurück. Auf dem Hochplateau Obersäss oberhalb des Malanser Älpli liegt ein grosses, unberührtes Flachmoor von nationaler Bedeutung. Die Fläscher Seen sind ausserhalb des eigentlichen Ortszentrums über den Kamm und die Fläscher Alp vom Malanser Älpli aus erreichbar. Bei diesen Zielen steht damit Berglandschaft im Vordergrund, nicht das Ortszentrum.
Auch die weitere Umgebung bietet einen eigenen Landschaftsrahmen: Entlang des Alpenrheins prägen sanfte Hügel, grüne Wiesen und gepflegte Weinberge die Bündner Herrschaft. Die Region weist eine reiche kulturelle Vergangenheit auf; die umliegenden Dörfer gelten als geschlossen und authentisch. In Malans selbst gedeihen zahlreiche wilde Orchideen im Wald und in Waldnähe. Sie sind geschützt und sollten nicht gepflückt werden.
Anreise
Malans ist direkt mit dem Zug erreichbar. Zusätzliche Busverbindungen bestehen über Landquart und Bad Ragaz. Prüfen Sie für Ihre Reisedaten den Fahrplan. Damit lässt sich die Anreise planen, ohne Zug- und Busverbindungen mit den separat beschriebenen Wegen und Bergzielen gleichzusetzen.
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