Maienfeld verbindet Rebberge, den literarischen Heidi-Bezug und eine vielfältige Baugeschichte. Die Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden liegt im unteren Churer Rheintal, acht Kilometer südöstlich von Sargans. Rebberge umgeben den Ort; am Fuss des Falknis liegt Maienfeld in der Bündner Herrschaft, die Teil der Region Landquart ist. Für die Planung lohnt es sich, die unterschiedlichen Schwerpunkte auseinanderzuhalten: Weinwege, Heidi-Erlebnis und historische Bauwerke stehen jeweils für eigene Entdeckungen.
Wege durch Rebberge und zum Heididorf
Der Heidi Trail ist ein Rundweg, der am Bahnhof Maienfeld beginnt und zum Heididorf führt. Zwischen Maienfeld und Rofels verläuft er an Rebbergen entlang. Einen anderen Verlauf bietet die Weinrunde Maienfeld–Fläsch: Sie führt durch Rebberge nach Fläsch, folgt dort dem Rhein und kehrt anschließend nach Maienfeld zurück. Als Orientierung für Ihre Auswahl dienen damit die beschriebenen Ziele und Wegabschnitte: Beim Heidi Trail gehört das Heididorf zum Verlauf, bei der Weinrunde sind Fläsch und der Rhein Teil der Runde.
Die Rucksack-Weinprobe verbindet ebenfalls eine Wanderung durch die Rebberge mit einem Weinthema. Sie startet beim Stall 247 in Maienfeld und führt nach Fläsch. Zum Angebot gehören drei Weine aus der Bündner Herrschaft und ein Audioguide über die Weinregion, den Weinbau und die Arbeit der Winzer. Die Details dieses Angebots können sich ändern; prüfen Sie deshalb vorab die aktuelle Ausgestaltung.
Maienfeld und die Heidi-Geschichte
Im Roman «Heidi» von Johanna Spyri ist Maienfeld der Ankunftsort der Protagonistin in der Schweiz. Im Heididorf befindet sich das Original-Heidihaus, ein Wohnhaus mit einer Einrichtung wie zu Heidis Zeiten. Zum Heididorf gehört außerdem die Ausstellung «Johanna Spyris Heidiwelt». So lässt sich der literarische Bezug sowohl über den Schauplatz im Roman als auch über die benannten Häuser und Ausstellungen einordnen.
Kirche, Schloss und Rathaus
Die Amanduskirche verbindet eine lange belegte Geschichte mit einer besonderen Architektur. Sie wird um 840 als Filialkirche von St. Luzisteig erwähnt; ihr Patrozinium des heiligen Amandus ist seit 1105 belegt. Der heutige spätbarocke Bau entstand von 1721 bis 1724. Als chorlose Saalkirche hat sie an beiden Schmalseiten ein Portal, das jeweils den Endpunkt der Hauptachse bildet. Taufstein, Kanzel und Orgel formen im Inneren ein geschlossenes Ensemble; Taufstein und Kanzel tragen die Jahrzahl 1721. Die Kirche gilt als für Graubünden einzigartiges Beispiel einer als Querkirche konzipierten Anlage.
Schloss Brandis liegt südöstlich des mittelalterlichen Stadtzentrums und ist durch eine Mauer und einen Graben von ihm abgegrenzt. Im fünften Obergeschoss der Schlossanlage sind Malereien aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Beim Schloss Maienfeld ist der mächtige Schlossturm der älteste Baukörper; er wurde um 1247 erbaut. Im alten Schlossteil befinden sich heute ein Restaurant und ein Bistro.
Das historische Rathaus ist direkt an die Stadtmauer gebaut. Es ist für das innere und äußere Ortsbild von Maienfeld von außerordentlicher Bedeutung; das Ortsbild besitzt nationale Bedeutung. Die Fassade zeigt die Übergabe der Rechtsgewalt an den letzten Landvogt Jakob Ulrich Sprecher von Bernegg im Jahr 1797. Auch der zentrale Platz hat einen überlieferten Namen: Er wird traditionell «Städtli» genannt. Das Stadtrecht von Maienfeld ist erstmals 1434 dokumentiert.
Die Luzisteig als historischer Schauplatz
Auf der Passhöhe zwischen Maienfeld und Balzers befindet sich im alten Arsenal das Militärmuseum St. Luzisteig. Ein Film im Museum zeigt die historische Rolle der Luzisteig als wichtige Verkehrsroute, militärische Sperre und Schlachtfeld. Ihre Vorgeschichte und Geschichte reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Eine historische Wanderung beginnt an der Festung St. Luzisteig. Museum, Film und Wanderung setzen damit jeweils eigene Akzente rund um die Geschichte des Passes.
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