Im Hochmoor Gamperfin wächst die Heidelbeerblättrige Weide in reiner Form an keinem anderen Standort der Schweiz. Zusammen mit dem Voralpsee, Bergwegen und historischen Orten zeigt dieser besondere Pflanzenstandort, wie unterschiedlich sich ein Aufenthalt in Grabs gestalten lässt: mit Natur, Wanderung oder Kulturgeschichte als Schwerpunkt.
Hochmoor Gamperfin und Berglandschaft
Grabs ist eine politische Gemeinde und Ortschaft im Kanton St. Gallen und liegt im Wahlkreis Werdenberg. Zur Gemeinde gehören ausgedehnte Alpen und grosse Waldgebiete. Das Berggebiet zählt zur Alviergruppe und zu den Churfirsten; die Höhen reichen von 443 m ü. M. beim Ochsensand bis zum 2.385 m hohen Gamsberg. Auf Gemeindegebiet liegt der Voralpsee auf 1.123 m ü. M.
Das Hochmoor Gamperfin ist als Moor von nationaler Bedeutung im Inventar aufgeführt und durch eine Bundesverordnung geschützt. Sie können es auf gut begehbaren Wegen erkunden; die Schutzregeln verlangen, auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben. Die Heidelbeerblättrige Weide macht den Ort auch botanisch bemerkenswert: Gamperfin ist der einzige Standort in der Schweiz, an dem diese Weide in reiner Form vorkommt.
Voralpsee und Margelchopf-Gipfelweg
Der Voralpsee liegt in einer Mulde am Grabserberg und ist von Alpweiden und Wäldern umgeben. Ein Spazierweg führt rund um den See. Von Mai bis Oktober fährt ein öffentlicher Bus ab Grabs oder Buchs bis zum Berggasthaus Voralp. Da die Verbindung saisonal ist, prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan.
Eine längere Bergwanderung bietet der Margelchopf-Gipfelweg: Er führt vom Berghaus Malbun in Buchs über den Margelchopf und den Voralpsee bis zum Kurhaus Voralp in Grabs. Für die 11 km lange Tour sind 4 Stunden und 35 Minuten angegeben. Zum Margelchopf führt ein steiler Felsenweg, auf dem Hände und Füsse gebraucht werden; einzelne Stellen sind mit Seilen gesichert. Berg- und Wetterbedingungen können den durchgehenden Routenverlauf beeinflussen. Informieren Sie sich deshalb vor dem Aufbruch über die örtlichen Verhältnisse.
Gewerbegeschichte und Städtli Werdenberg
Der künstlich angelegte Grabser Mühlbach ist ein 1,7 km langer Gewerbebach mit vielfältiger Nutzung. Während seiner stärksten Nutzungszeit profitierten mehr als 20 verschiedene Betriebe davon. Die Zahl der erhaltenen Anlagen wird als schweizweit einzigartig beschrieben. Bei Führungen zeigen sich die Objekte in Aktion; dazu gehören Vorführungen der Eisenbearbeitung durch die Schmiede am glühenden Feuer. Prüfen Sie vor der Anreise, ob eine Führung verfügbar ist.
Das Städtli Werdenberg gehört zur Gemeinde Grabs und blickt auf eine 800-jährige Geschichte zurück. Es zählt zu den wenigen erhaltenen städtischen Holzbausiedlungen aus dem Mittelalter in Europa. Zwei Museen im Städtli geben Einblicke in die Entwicklungsgeschichte des Schlosses. Schloss Werdenberg dient als Museum und repräsentiert alle Epochen einer 800-jährigen Gesellschaftsgeschichte. Es ist mit Audioguides und Stereoskopen ausgestattet und Teil einer Tour durch die Museen Werdenbergs. Die Besuchsarrangements können sich ändern; informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über die aktuellen Möglichkeiten.
Stickerei und Kirchenbau
Im Grabser Sticklokal wird die Handstickereitradition von Grabs vermittelt. Dort befindet sich eine der letzten Handstickmaschinen des Dorfes, die Kaspar und Margarethe Vetsch-Stricker der Politischen Gemeinde Grabs vermachten. Eine Führung kann gebucht werden: Dabei setzt eine der letzten Handstickerinnen die historische Maschine in Betrieb und zeigt an den Fädlimaschinen, wie die Fäden vorbereitet werden. Bestätigen Sie die Arrangements vor Ihrem Besuch.
Auch die Evangelische Kirche Grabs erzählt von einem Wandel des Ortsbilds. 1900 wurde ihr Neubau beschlossen. Erhalten blieben der polygonale Chor mit seinem sechsteiligen Fächergewölbe und der Kirchturm; das neue Kirchenschiff wurde dreischiffig mit dreiseitigen Emporen und Spitztürmen in den Ecken ausgeführt. Der Ortsname Grabs ist romanischen Ursprungs, und zahlreiche Orts- und Flurnamen erinnern an die Besiedlung durch die rätoromanische Bevölkerung.
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